Archiv für den Monat: Mai 2017

Beziehungsunfähigkeit: Unfähig, sich zu verlieben

unfähig eine Beziehung zu führenNicht wenige Menschen leiden an einer sogenannten Beziehungsunfähigkeit. Sie sind also nicht in der Lage, sich in einen anderen Menschen zu verlieben. Hierbei handelt es sich um ein ernstzunehmendes Problem, das bei den Betroffenen oft tief im Unterbewusstsein verankert ist. Allerdings wird eine Beziehungsunfähigkeit häufig sehr schnell diagnostiziert, obwohl hinter dem Problem eigentlich eine Bindungsangst steckt.

Denn der Grat zwischen der Angst vor einer Beziehung und tatsächlicher Beziehungsunfähigkeit ist äusserst schmal. Hinzu kommt: Hinter der vermeintlichen Beziehungsunfähigkeit steckt in den meisten Fällen ein völlig anderes Problem.

Die Situation in Deutschland

Wie das Statistische Bundesamt festgestellt hat, gibt es in Deutschland etwa 16 Millionen Single-Haushalte. Ein häufiger Grund dafür, dass Menschen alleine leben (müssen), ist Beziehungsunfähigkeit. Besonders von diesem Problem betroffen scheint die Generation der 18- bis 35-Jähirigen zu sein, wie etwa der Autor Michael Nast in seinem Buch „Generation beziehungsunfähig“ beschreibt. Seine Thesen, die er aus seinem persönlichen Umfeld in Berlin entwickelt hat, werden von Psychologen jedoch eher kritisch gesehen. Denn in den meisten Fällen leiden Alleinlebende nicht unter dem pathologischen Problem einer Beziehungsunfähigkeit, sondern sind nur während einer bestimmten Lebensphase beziehungsunwillig. Die jeweiligen Singles wollen sich also schlicht und einfach aktuell nicht auf eine feste Partnerschaft einlassen, weil sie ihr Augenmerk auf andere Lebensbereiche gelegt haben.

Die Beziehungsunwilligkeit liegt übrigens nicht an einer mangelnden Bereitschaft, Kompromisse einzugehen, wie eine Studie aus dem Jahr 2017 gezeigt hat. Demnach ist es für 96 Prozent aller Singles zwischen 18 und 35 Jahren völlig normal, dass sie in einer Beziehung Kompromisse eingehen müssen. Und nahezu jeder Befragte ist auch bereit, dem Partner zuliebe etwas aufzugeben, was bei älteren Generationen nicht unbedingt der Fall ist.

Was versteht man unter Beziehungsunfähigkeit?

Dass jemand beziehungsunfähig ist, bedeutet noch lange nicht, dass derjenige keine Verbindung mit anderen Menschen eingehen kann. Die betroffenen Personen sind in aller Regel nämlich sehr wohl dazu fähig, einen guten Kontakt zu anderen Menschen aufzubauen und zu halten, wenngleich dieser meist eher oberflächlicher Natur ist. Dies haben die Betroffenen oftmals dahingehend perfektioniert, dass nach aussen hin der Eindruck entsteht, es handle sich bei ihnen um äusserst gesellige Zeitgenossen.

Andererseits haben beziehungsunfähige Menschen grösste Schwierigkeiten damit, stabile und feste Partnerschaften zu führen. Das zeigt sich unter anderem daran, dass sie zu Abwehr- oder Fluchtreaktionen neigen, sobald sie das Gefühl haben, dass der Partner ihnen und ihren vorhandenen Schwächen zu nahe kommt.

Was ist die Ursache für Beziehungsunfähigkeit?

Klammern in der PartnerschaftEiner der häufigsten Gründe dafür, dass Menschen unfähig sind, eine stabile Beziehung einzugehen, ist in Angst begründet. Sehr oft sind die eigentlichen Ursachen in der Kindheit zu finden: Die Betroffenen hatten schon in jungen Jahren gestörte Beziehungen, wie etwa eine zu grosse Distanz zur Mutter. Andere Experten sehen den Grund eher in Verlusterfahrungen, durch welche die Betroffenen traumatisiert wurden. In Bezug auf die Symptomatik ist man sich jedenfalls im Grossen und Ganzen einig: Beziehungsunfähige Menschen sind nicht in der Lage dazu, eine Beziehung zu einem anderen Menschen aufzubauen. Weder legen sie sich fest, noch planen sie für die Zukunft, sondern bestehen auch in einer Partnerschaft auf ihre Unabhängigkeit.

Gehen zwei Menschen eine partnerschaftliche Beziehung ein, erfordert dies jedoch beiderseits einige Voraussetzungen und Fähigkeiten. Dazu gehört neben Vertrauen und Offenheit auch die Bereitschaft, Kompromisse einzugehen. Nur dann lässt sich eine funktionierende Liebesbeziehung aufbauen und erhalten. Eine äusserst wichtige Rolle spielt dabei das gegenseitige Empathievermögen. Das bedeutet: Die Partner müssen sich in den anderen hineinversetzen können und die Bedürfnisse des anderen erkennen und respektieren. Schliesslich bringt eine feste Beziehung auch Verbindlichkeiten und Verpflichtungen der verschiedensten Art mit sich. Im Normalfall gilt, dass eine Bindung umso fester wird, je länger sie andauert. Und irgendwann im Lauf einer Beziehung wünscht sich üblicherweise mindestens ein Partner, dass sich das Zusammensein weiterentwickelt.

 

Zwei beispielhafte Ursachen, die zu Beziehungsunfähigkeit führen können:

Mögliche Ursache Auswirkungen
Mangelnde Liebe oder Fürsorge in der Kindheit Die Betroffenen haben in frühester Kindheit erfahren, dass Beziehungen nicht dauerhaft sind und dies im Unterbewusstsein manifestiert.
Enttäuschungen in einer vorherigen Partnerschaft Die Betroffenen wurden in einer früheren Partnerschaft enttäuscht und verletzen den neuen Partner unterbewusst, um zu verhindern, dass sie selbst verletzt werden.

 

Darum können beziehungsunfähige Menschen eine Bindung nicht aufrechterhalten

Menschen, die beziehungsunfähig sind, sind dagegen nicht imstande, eine enge Bindung aufrechtzuerhalten. Dieses Problems sind sie sich in seinem vollen Ausmass allerdings häufig nicht einmal bewusst. Stattdessen haben sich die Betroffenen oft aktiv dafür entschieden, keine feste Beziehung eingehen zu wollen. Doch genau das bringt das nächste Problem mit sich. Denn in ihrem tiefsten Inneren sehnen sie sich eigentlich nach Nähe und Liebe, weshalb sie ständig auf der Suche nach dem ultimativen Liebes-Glück sind. Weil sie zugleich unfähig dazu sind, sich völlig auf einen anderen Menschen einzulassen, wechseln sie die Partner in den meisten Fällen häufig. Der Grund: Sie sind nicht bereit dazu, einen Kompromiss einzugehen, stellen ihre eigenen Bedürfnisse über die des Partners und verhalten sich egoistisch. Sie geben dem Partner in der Regel auch keinen Einblick in die eigenen Gefühle, sondern verhalten sich distanziert und kühl.

Woran erkennt man, dass der Partner beziehungsunfähig ist?

Vielfach können die Partner nicht schon im Vorfeld erkennen, ob es sich bei ihrem Gegenüber um einen beziehungsunfähigen Menschen handelt, was ihnen aber auch nicht immer vollumfänglich bewusst ist. Denn gerade in der Anfangsphase einer Partnerschaft können beziehungsunfähige Menschen sehr wohl das Gefühl vermitteln, dass der Partner an erster Stelle steht. Weil sich viele beziehungsunfähige Menschen ihres Problems nicht bewusst sind, werden eventuelle Fehler bei anderen gesucht. Dadurch schaffen sie einen Rahmen, in dem die Beziehung irgendwann nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.

Als Ausreden müssen bei beziehungsunfähigen Menschen oft Verpflichtungen wie die Arbeit oder ein zeitintensives Hobby herhalten, damit sie sich persönlich abgrenzen können. Damit halten sie allerdings die Person, die sie vermeintlich lieben, auf Distanz. Der beziehungsunfähige Mensch schliesst seinen Partner also gewissermassen aus dem eigenen Leben aus und stellt ihn oft nicht einmal der eigenen Familie oder Freunden vor. Oftmals wird als Erklärung für dieses Verhalten angeführt, dass schliesslich jeder Partner seinen eigenen Lebensbereich und vor allem persönliche Freiheit brauche. Diese Begründungen sind allerdings lediglich ein Vorwand des beziehungsunfähigen Partners, der Angst davor hat, sich in eine Abhängigkeit zu begeben. Denn er erhält sich damit keine Freiräume, sondern baut im Gegenteil Mauern auf.

Wenn das Scheitern einer Beziehung vorprogrammiert ist

Vorstellungen vom PartnerWeil sich der beziehungsunfähige Partner nicht festlegen kann und will, entwickelt er im Lauf der Beziehung Verhaltensmuster, die diese langfristig gesehen zwangsläufig zum Scheitern bringen müssen. Er verletzt und betrügt den Partner, sei es nun bewusst oder unbewusst. Hinzu kommt, dass beziehungsunfähige Menschen oft äusserst unzuverlässig sind. So halten sie beispielsweise Verabredungen nicht ein und wollen die ganze Beziehung möglichst unverbindlich gestalten. Deshalb lehnen sie Pläne für die Zukunft entweder grundsätzlich ab oder machen einen Rückzieher, bevor diese umgesetzt werden.

Damit ebnen sie auf eine subtile Art und Weise den Weg, der zwangsläufig zu einem Ende der Beziehung führt. Der Beziehungsunfähige verletzt den Partner also selbst im Vorfeld – allein aus Angst davor, selbst verletzt zu werden. Dahinter verbirgt sich allerdings eine Unsicherheit, die sich auf vielfältige Weise äussern kann. Die Bandbreite reicht hier von Launenhaftigkeit bis hin zur Untreue.

Ein weiteres Merkmal, das charakteristisch für Beziehungsunfähigkeit ist, besteht darin, dass übertrieben hohe Ansprüche an den Partner und die Beziehung gestellt werden. Weil der Partner diesen Ansprüchen oft eben nicht genügen kann, liefert das schliesslich – aus Sicht des beziehungsunfähigen Partners – die Rechtfertigung für ein Scheitern der Beziehung. Ein beziehungsunfähiger Mensch arbeitet also im Endeffekt mit seiner destruktiven Verhaltensweise von Anfang an unmittelbar auf die Trennung hin.

Wie wirkt Beziehungsunfähigkeit auf den Partner?

Der Partner eines beziehungsunfähigen Menschen steht nur allzu oft vor einem Rätsel. Schliesslich kann er das Verhalten des Partners ebenso wenig nachvollziehen wie die Tatsache, dass dieser sich nicht mitteilt. Denn beziehungsunfähige Menschen gelten im Allgemeinen emotional als äusserst verschlossen und sind oft nicht dazu fähig, sich gegenüber anderen Menschen zu öffnen. Für sie scheint es unmöglich zu sein, die eigenen Ängste und Emotionen zu verbalisieren. Aus diesem Unvermögen heraus wiederum resultiert die abweisende Haltung, die sich natürlich wiederum negativ auf das zwischenmenschliche Zusammensein auswirkt. In vielen Fällen kommt es deshalb auch zu mehrfachen Trennungen und Versöhnungen, bis schliesslich einer der Partner einen finalen Schlussstrich unter die Beziehung zieht.

Dass die Betroffenen ihre Bedürfnisse nur mangelhaft kommunizieren können, führt in vielen Fällen dazu, dass der Problematik nicht entgegengewirkt werden kann. Denn weil beziehungsunfähige Menschen meist nicht in der Lage dazu sind, dem Partner mitzuteilen, was in ihnen vorgeht, wird dieser gewissermassen aus dem Leben ausgeschlossen. Der erste und wohl wichtigste Schritt um das Problem zu lösen, besteht also darin, dieses überhaupt als solches zu erkennen und offen anzusprechen. Das ist vor allem dann schwierig, wenn die Ursachen der Problematik in der frühesten Kindheit verborgen sind.

Hat es an Fürsorge und Liebe gefehlt?

Bei Menschen, die in den ersten Lebensjahren nur wenig Liebe und Fürsorge empfangen haben, setzt sich dies im Unterbewussten fest. Dieses Defizit aus der Kindheit setzt sich schliesslich während des gesamten Lebens fort und kann von den Betroffenen nicht so einfach abgeschüttelt werden. Wollen die Partner dieses Problem gemeinsam lösen, müssen sie dafür viel Zeit und ebenso viel Geduld aufbringen.

Liegen die Ursachen einer Beziehungsunfähigkeit nicht in der Kindheit, liegt der Grund oft in einer vorherigen Partnerschaft. Wurde der Beziehungsunfähige hier enttäuscht und verletzt, kann das zu einer regelrechten Bindungsphobie auswachsen. Weil sich hier die Ursachen leichter ausmachen lassen, können die Betroffenen ihre Problematik aber oft aus eigener Kraft aufarbeiten.

Hat jemand das Gefühl, selbst beziehungsunfähig zu sein, sollte er dies keinesfalls als gegeben hinnehmen, sondern versuchen, eine Lösung für das Problem zu finden. Es ist zwar sicher alles andere als einfach, über das Problem zu sprechen, unmöglich ist es allerdings nicht. Es ist nämlich äusserst wichtig, sich selbst und den Partner mit der Tatsache zu konfrontieren. Nur so können sich die Betroffenen aus der Negativspirale, in der sich eine missglückte Beziehung an die andere reiht, befreien. Der Schlüssel zum Erfolg besteht darin, vorhandene Ängste zu erkennen und diese auch benennen zu können.

Nur auf diese Weise ist es möglich, dass der Partner Verständnis für die Situation aufbringen kann und entsprechende Unterstützung gibt. Wenn die Liebe gross genug ist, besteht nämlich durchaus eine Chance dafür, dass beide Partner lernen, wie sie miteinander eine Beziehung führen können. Das gelingt allerdings nur in kleinen Schritten. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist das gegenseitige Verständnis. Darüber hinaus sind – vielleicht viele – intensive Gespräche notwendig, bis sich ein Fortschritt erkennen lässt.

In vielen Fällen ist zusätzlich professionelle Hilfe notwendig. Den Betroffenen und ihren Partnern gibt dies zudem eine gute Möglichkeit dafür, sich ihrem Problem anzunähern. Hier steht zunächst natürlich einmal die Ursachenforschung im Vordergrund. Erst wenn der Auslöser für die Beziehungsunfähigkeit gefunden wurde, können die Betroffenen die Problematik aufarbeiten und mit Hilfe einer unterstützenden Beratung zukünftig eine vertrauensvolle und langfristige Beziehung führen.

Fazit

Sich von Beziehungsunfähigkeit zu befreien, ist für die Betroffenen in der Regel kein leichter Weg. Denn die Lösung für das Problem zu finden ist – wie bei nahezu allen psychischen Problemen – ein langsamer und kontinuierlicher Prozess. Dieser verlangt den Beteiligten, allen voran dem Betroffenen, natürlich einiges ab. Doch für viele lohnt es sich, diesen beschwerlichen Weg zu gehen. Schliesslich haben sie dann die Chance darauf, eine glückliche Partnerschaft an der Seite des Menschen, der diesen Weg mit ihnen gegangen ist, zu führen. Eine bessere Zukunftsperspektive dürfte es wohl kaum geben.

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Beziehungskrise: So finden Sie Auswege aus der Krise!

Krise in der BeziehungDas Problem kennt wohl jeder, der eine oder mehrere Partnerschaften hinter sich hat: Ganz am Anfang, wenn noch die Schmetterlinge im Bauch heftig flattern und der Himmel voller rosaroter Wolken hängt, sind beide Partner der felsenfesten Überzeugung: Diesmal ist es für immer und nichts kann uns trennen! Doch irgendwann – manchmal sind es nur Monate, manchmal vergehen Jahre – schlittern zahlreiche Beziehungen in eine Krise.

Vielfältige Ursachen können Beziehungskrisen auslösen. Wenn die Partner die ersten Anzeichen erkennen und auch bereit sind, gemeinsam an ihrer Partnerschaft zu arbeiten und dieser neuen Schwung zu geben, müssen Krisen aber nicht zwangsläufig auch zu einer Trennung führen. Sofern sich kein absoluter Beziehungskiller in die Zweisamkeit eingeschlichen hat, kann die Beziehung im Gegenteil sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Wichtig: Die Krise rechtzeitig erkennen

Partner ist eifersüchtigIn aller Regel schlittert ein Paar nicht von jetzt auf gleich in eine Beziehungskrise. Das kommt in den seltensten Fällen vor, beispielsweise wenn der Seitensprung eines Partners ans Licht kommt und sich der andere betrogen fühlt. Sehr viel öfter beginnt eine Beziehungskrise schleichend und kündigt sich schon lange im Vorfeld an. Wichtig ist es deshalb für beide Partner, die Gründe und Anzeichen frühzeitig zu erkennen.

Dann können sie die Beziehungsprobleme gemeinsam – und gegebenenfalls mit professioneller Hilfe – lösen, bevor die Beziehung auseinanderbricht oder die Ehe geschieden wird. Ein gefährlicher Zeitpunkt für eine Krise sind übrigens die ersten Wochen und Monate, nachdem ein Paar zusammengezogen ist. Denn nun erleben die Partner den Alltag gemeinsam und ungeschönt, wobei in der gemeinsamen Wohnung oft ein Rückzugsort für beide Partner fehlt. In vielen Situationen sind nun Konflikte vorprogrammiert, die gemeinsam gelöst werden müssen oder eben zur Trennung führen können.

Diese Gründe können zu einer Beziehungskrise führen

Streitfaktor 1: Die Hausarbeit

In vielen Fällen ist die leidige Hausarbeit Grund für einen Streit. Das betrifft vor allem Paare, in denen beide Partner berufstätig sind. Der häufigste Streitpunkt ist die gerechte Aufteilung der Hausarbeit, wobei sich ein Partner durchaus benachteiligt fühlen kann, obwohl die anfallenden Arbeiten zeitmässig gerecht aufgeteilt sind. Dies ist dann der Fall, wenn ein Partner die unliebsamen Arbeiten übernehmen muss, etwa das tägliche Kochen – schlicht und ergreifend, weil der Partner nicht kochen kann.

Die Hausarbeit kann übrigens auch zu einem Problem werden, wenn beide Partner ihren eigenen Haushalt haben: Ist einer der beiden Partner häufiger beim anderen zu Besuch als umgekehrt, fühlt sich der Gastgeber unterschwellig oft ausgenutzt.

 

Streitfaktor 2: Das liebe Geld

Auch wenn die Partner schon länger zusammenleben, kann es des Öfteren Streit ums Geld geben. Die typische Konstellation: Einer der Partner ist eher sparsam, während der andere Partner sich selbst und seinem Partner gerne das eine oder andere Stück Luxus im Alltag gönnt. In dem Fall ist es übrigens oft unerheblich, ob das Paar nur ein begrenztes Budget hat oder ausreichend Geld vorhanden ist.

 

Streitfaktor 3: Rauchen

Ein häufiger Konfliktpunkt ergibt sich, wenn einer der Partner raucht, der andere aber nicht. Sich auf Biegen und Brechen und nur aus Liebe zum Partner das Rauchen abzugewöhnen, ist allerdings eine denkbar schlechte Idee, weil der Raucher auf Entzug oft schon bei Kleinigkeiten gereizt reagiert und sich daraus erst recht ein unnötiger Streit ergeben kann. Die bessere Alternative besteht darin, die Wohnung in einen Raucher- und einen Nichtraucherbereich aufzuteilen.

 

Streitfaktor 4: Eifersucht

Vor allem, wenn ein Partner offen und kontaktfreudig ist und auch gerne einmal flirtet, während der andere eher in sich gekehrt ist, kann Eifersucht reifen. Gibt es einen Grund für die Eifersucht, etwa weil Fremdgehen schon einmal ein Problem war, sollte die Partnerschaft besser gleich beendet werden. Entsteht Eifersucht durch ein mangelhaftes Vertrauen in den Partner, sollte das Paar gemeinsam an diesem Punkt arbeiten.

 

Streitfaktor 5: Kinderwunsch

Spätestens mit Mitte 30 kann ein nicht erfüllter Kinderwunsch zu einem existenziellen Problem für eine Partnerschaft werden. Während sich der eine Partner vielleicht in der Zweisamkeit rundum wohl fühlt, möchte der andere gerne eine Familie gründen. Und während ein Partner möglicherweise bereits mit einem Kind vollkommen erfüllt ist, möchte der andere vielleicht eine kleine Kinderschar um sich herum haben.

 

Streitfaktor 6: Die Zeit der Schwangerschaft

Oft kriselt es in einer Partnerschaft ausgerechnet in der glücklichsten Zeit. Nämlich dann, wenn die Frau schwanger ist und das perfekte Familienglück in greifbarer Nähe liegt. Der Grund: Die hormonelle Umstellung im Körper der Frau führt oft dazu, dass sie sich völlig anders verhält als normal und beispielsweise oft grundlos gereizt ist. Auch daraus kann sich ein Streit entwickeln.

 

Streitfaktor 7: Die Kindererziehung

In Fragen der Erziehung sollten sich die Partner im Idealfall schon vor oder spätestens während der Schwangerschaft einig sein und später dem Kind gegenüber Einigkeit demonstrieren. Verfolgen beide Partner nämlich unterschiedliche Erziehungsziele, lernt das Kind schnell, wie es die Eltern gegeneinander ausspielen kann, was natürlich für Streit sorgt.

 

Streitfaktor 8: Gegensätze, die sich nicht ergänzen

Was am Anfang bei vielen Paaren für zusätzliches Prickeln sorgt, kann sich später im Alltag als wahrer Beziehungskiller herausstellen: Zwar heisst es gemeinhin, dass sich Gegensätze anziehen. Im Beziehungs-Alltag kann es allerdings sehr schnell passieren, dass sich die vermeintlich spannenden Gegensätze so gar nicht ergänzen wollen.

 

Streitfaktor 9: Die persönliche Vergangenheit

Noch nicht verheilte Wunden aus der Vergangenheit können eine massive Belastung für eine Partnerschaft darstellen. Die Verletzungen können durch Betrug, Verlust, Verunsicherung oder Angst verursacht worden sein – nicht einmal unbedingt vom aktuellen Partner. In der neuen Partnerschaft kann dann schon das kleinste Anzeichen ausreichen, um die alten Wunden wieder aufzureissen.

 

Wie lässt sich ein Streit lösen?

Wie in der Auflistung beschrieben, zählt ein Streit, also eine offen ausgetragene Meinungsverschiedenheit, zu den häufigsten Gründen für Beziehungsprobleme. Der Streit kann sowohl einen positiven als auch einen negativen Verlauf nehmen. Hierzu ein Beispiel:

 

Phase 1: Der Grund für den Streit

Der Streit entsteht, weil ein Partner verschmutzte Wäsche irgendwo in der Wohnung hat liegen lassen. Bei einem negativen Streitverlauf steigern sich die Partner in die eigene Position hinein, werden unter Umständen laut und beschimpfen sich vielleicht sogar. Ein positiver Verlauf würde so aussehen, dass der verärgerte Partner erst einmal seinem Ärger Luft macht und sich der „Schuldige“ rechtfertigt oder entschuldigt. Schliesslich könnte während des Aufräumens ja auch etwas dazwischen gekommen sein, und der Partner hat es schlicht vergessen.

 

Phase 2: Unversöhnlichkeit

Jeder Partner beharrt auf seinem Standpunkt. Eine Einigung ist nicht möglich. Der Partner legt das unerwünschte Verhalten erst recht an den Tag.

 

Phase 3: Resignation

Einer oder beide Partner resignieren. Weitere Fehler des anderen werden gesucht. Die Gespräche enden meist in einem Streit.

 

Phase 4: Trennung

Rettungsversuche scheitern. Die Partner sprechen nur noch das Nötigste miteinander. Einer oder beide Partner ziehen die Konsequenzen und sie trennen sich.

 

Diese Anzeichen deuten eine Beziehungskrise im Vorfeld an

Werden die Anzeichen für eine Beziehungskrise rechtzeitig erkannt, können beide Partner daran arbeiten und so rechtzeitig möglicherweise eine Trennung verhindern, bevor sie sich überhaupt anbahnt. Im Grunde geht es nämlich nur um Verhaltensmuster, die sich bei einem Partner oder bei beiden einschleichen:

 

Anzeichen 1: Mangelnde oder fehlende Unterstützung

In der Anfangsphase einer Beziehung helfen und unterstützen sich die Partner bei jeder noch so kleinen Erledigung. Irgendwann schiebt ein Partner jedoch immer häufiger Gründe vor, warum er genau dafür keine Zeit hat. Der Partner, der sich alleingelassen fühlt, sollte seinem Gegenüber klar machen, dass dessen Hilfe extrem wichtig für ihn ist.

 

Anzeichen 2: Kein Interesse mehr am Partner

Zwar teilen die Partner nach wie vor Tisch und Bett miteinander, doch im Grunde leben sie aneinander vorbei, reden immer seltener miteinander und gehen zunehmend ausschliesslich ihren eigenen Interessen nach. Zeigt der Partner jedoch kein Interesse mehr, fühlt sich der andere schnell ungeliebt und abgelehnt. In diesem Fall sollten sich beide Partner nicht scheuen, über ihre Gefühle zu sprechen.

 

Anzeichen 3: Respektlosigkeit

Gegenüber Freunden oder der Familie schlecht über den Partner zu reden, gilt als absolute Todsünde in jeder Beziehung. Dem Partner sollte in diesem Fall klar gemacht werden, dass sein Verhalten extrem verletzend ist. Auch ein Hinweis darauf, dass das Umfeld davon unangenehm berührt sein und sich zurückziehen könnte, kann nicht schaden.

 

Anzeichen 4: Erniedrigungen und Machtspiele

Hackt ein Partner ständig auf den Schwächen des anderen herum, ist dies auf Dauer extrem schmerzhaft. Das permanente Nörgeln, Belächeln, Berichtigen oder Kritisieren, ist geradezu ein Synonym dafür, dass es in der Beziehung krankt. Dem Partner sollte erklärt werden, wie sich das „Opfer“ dabei fühlt. Auch eine Ursachenforschung empfiehlt sich, denn vielleicht steckt hinter dem Verhalten ja eigene Unsicherheit.

 

Anzeichen 5: Vorwürfe

Ein absoluter Beziehungskiller sind ständige Vorwürfe und Schuldzuweisungen. Pauschale Vorwürfe sollten deshalb tunlichst vermieden werden, während der Angegriffene die Vorwürfe durchaus selbstkritisch überprüfen sollte, ob es vielleicht tatsächlich Punkte gibt, an denen er arbeiten sollte. Der falsche Weg ist, sich beleidigt abzuwenden oder verletzt zurückzuschiessen.

 

Anzeichen 6: Dauerstreit

Wenn jedes Gespräch nur noch im Streit endet, ist dies ein Anzeichen für eine tiefe Krise, wenn es im Anschluss keine liebevolle Versöhnung gibt. Hier sollten sich beide Partner etwas zurücknehmen und keinesfalls unfair, verletzend oder laut werden. Erfolgt ein Angriff aus dem Nichts, sollte dem Partner seine Irrationalität klar gemacht werden.

 

Anzeichen 7: Emotionale Erpressung

Der Partner gibt nur Zuneigung und Unterstützung, wenn ihm alles recht gemacht wird? Der Partner sollte sich keinesfalls verbiegen, sondern deutlich machen, inwieweit er kompromissbereit ist und erklären, wann eine – vielleicht – berechtigte Kritik in einen Erziehungsversuch umschlägt.

 

Anzeichen 8: Schweigen

Wird in der Partnerschaft nur noch über alltägliche Banalitäten gesprochen, hat die Entfremdung bereits begonnen. Hilfreich ist es, den Partner darauf hinzuweisen, dass er über alles reden kann.

 

Anzeichen 9: Die Sexualität leidet

Zwar wird Sex mit zunehmender Dauer einer Beziehung unwichtiger und damit auch seltener, trotzdem sollte keiner der beiden durch die Situation gefrustet sein. Hier helfen eine gemeinsame Analyse der Situation und die gemeinsame Suche nach einer Lösung.

 

Anzeichen 10: Untreue

Fremdgehen ist zunächst einmal eine schmerzhafte Wahrheit für den Betrogenen. Jedoch sollte dieser die Situation auch als Chance wahrnehmen. Diese Situation ist nämlich die beste Gelegenheit für einen Neuanfang – ob mit oder ohne den Partner.

 

Wie lassen sich Beziehungskrisen lösen?

Grund für Beziehungskrise: Finanzielle StreitigkeitenUm eine Beziehungskrise zu lösen und die Partnerschaft zu retten, sollten die Partner zunächst einmal miteinander reden, um herauszufinden, wer oder was die Krise verursacht hat. Denn oftmals stellt sich dann heraus, dass einer der Partner sich oder sein Verhalten massiv geändert hat.

Das muss nicht unbedingt an ihm selbst liegen, sondern kann durchaus auch von aussen verursacht worden sein. Beispielsweise kann einer der Partner in seinem Job massiv unter Druck stehen oder er wird von seinen Kollegen gemobbt und möchte mit dem Partner nicht darüber reden, um ihn nicht unnötig zu belasten. Dieser an sich gute und fürsorglich gemeinte Ansatz kann jedoch schon bald in einer regelrechten Beziehungskatastrophe enden.

Natürlich kann die Situation bereits so verfahren sein, dass die Partner nicht mehr in der Lage dazu sind, ruhig und sachlich miteinander zu reden. Die Partner haben nun mehrere Möglichkeiten, wenn beiden etwas an der Beziehung liegt.

  • Eine Beziehungspause kann beiden Partnern dabei helfen, etwas Abstand zur Situation und zum Partner zu gewinnen und die Situation bald sachlicher und frei von Emotionen zu betrachten. Dann können beide nach einem gewissen zeitlichen Abstand wieder konstruktiv miteinander reden.

 

  • Gegebenenfalls kann es auch nicht schaden, eine Paarberatung aufzusuchen oder eine Paartherapie zu beginnen. Hier steht eine neutrale dritte Person zwischen den Partnern, welche die Situation neutral betrachtet und deshalb besser analysieren kann. Das Gespräch mit einem Dritten bietet zudem den Vorteil, dass die Emotionen nicht hochkochen können und so sinnvoll nach einem Lösungsweg aus der scheinbar verfahrenen Situation gesucht werden kann. Freunde sind übrigens in einer Beziehungskrise denkbar schlechte Mediatoren. Der Grund: Sie stehen für gewöhnlich einem der Partner näher und schlagen sich – wenn auch nur unbewusst – auf dessen Seite.
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