Kategorie-Archiv: Partnerschaft

Narzissmus und Partnerschaft

selbstliebe und narzissmusDass Beziehungen mal mehr und mal weniger harmonisch verlaufen, ist nicht ungewöhnlich. Es gibt aber auch Verbindungen, die aufgrund der Charakterzüge zu dauerhaften Problemen führen können. Noch schwieriger wird es, wenn Störungen der Persönlichkeit hinzukommen. Dazu gehört auch der Narzissmus. In der Partnerschaft kann eine narzisstische Persönlichkeit zu einer ernsten Belastung werden. Leben Sie vielleicht in einer solchen Beziehung? Nachfolgend erfahren Sie, was einen Narzissten ausmacht und welche Wege es aus der belastenden Situation gibt.

Was ist eine Narzisstische Persönlichkeit

Wer über eine narzisstische Persönlichkeit verfügt, tritt nach aussen stark auf, gewinnt seine Stärke aber nur aus der Bewunderung anderer. Der Narzisst ist daher bemüht, sich mit Personen zu umgeben, die ihn für seine Stärke und scheinbare Unabhängigkeit bewundern. Er will sein Umfeld kontrollieren, vor allem, um seine Anerkennung zu sichern. Gleichzeitig duldet er aber keine Einmischung in seine eigenen Befindlichkeiten. Bewusst hält er Partner und Familie aus seinen eigenen Ängsten und Nöten heraus und verhindert so Schwäche zu zeigen, die ihn möglicherweise angreifbar macht und vor allem alle anderen Personen stärker dastehen lässt. Solche Personen sind sich bewusst, dass sie abhängig von der Bewunderung und Anerkennung sind, und leiden mitunter auch darunter. Auf der anderen Seite erleben sie grosse Glücksgefühle, wenn sie die Bewunderung anderer fühlen.

📒 ► Lesen Sie hier die Erfahrungsberichte von Betroffenen in den Kommentaren

Was ist mit dem Partner des Narzissten

Die meisten Menschen mit narzisstischer Persönlichkeit sind Männer. Sie interessieren sich besonders für Frauen, die ihnen die gewünschte Bewunderung entgegen bringen. Oftmals handelt es sich dabei um Frauen, die ihrerseits besonders begehrenswert sind und auch von anderen Männern umgarnt werden. Das muss aber nicht am Aussehen liegen, auch Frauen, die besonders erfolgreich sind, üben auf diese Männer eine grosse Attraktivität aus. Die Frage ist also, was reizt durchaus erfolgreiche Frauen an diesen Männern? Dafür gibt es Erklärungen. Zunächst durchschauen die Frauen zu Beginn nicht, dass sich hinter dem vermeintlich starken Mann eine narzisstische Persönlichkeit verbirgt. Stattdessen sehen sie einen Mann, der souverän im Leben steht und andere Menschen durch sein Verhalten und sein Handeln überzeugen kann.

Er ist damit scheinbar ein starker Lebenspartner, der gerne Verantwortung übernimmt und auch Konflikte nicht scheut. Das macht ihn attraktiv. Aber das ist noch nicht alles. Frauen, die sich von dominant auftretenden Männern beeindrucken lassen, identifizieren sich mit dieser Stärke. Sie wären gerne ebenfalls souverän. Oftmals würden sie selbst gerne etwas mehr im Mittelpunkt stehen, aber es fehlt ihnen die erforderliche Stärke, das auch umzusetzen. Das ist menschlich und kein Charakterfehler. Es ist ein natürlicher Prozess, dass wir uns von Persönlichkeiten angezogen fühlen, denn sie vermitteln Sicherheit. Bewusst oder unbewusst erhoffen sich viele Frauen an der Seite eines starken Mannes aber auch mehr Aufmerksamkeit und mehr Anerkennung. Ist dieser Mann ausserdem wohlhabend, kann auch der Reiz des Reichtums ein entscheidender Grund sein, warum eine Frau sich für einen solchen Mann entscheidet und auch bei ihm bleibt, wenn sie sein Wesen erkannt hat. Der Experte spricht in diesem Fall von Kollusion. Beide Partner weisen emotionale Schwächen auf, die so exakt zueinander passen, dass sie die Bedürfnisse des anderen befriedigen. Was hier aber fehlt, ist die natürliche Anpassung an den anderen. Während in einer normalen Beziehung jeder einmal „zurücksteckt“, besteht in der Beziehung mit einem Narzissten ein Ungleichgewicht, das zudem auch noch sehr störanfällig ist und zu einem emotionalen Desaster führen kann.

Warum ist eine solche Zweierbeziehung so anfällig?

Vain businessmanIn einer Zweierbeziehung muss ein Gleichgewicht zwischen den Partnern bestehen. Andernfalls gibt einer von beiden den Ton an und der andere unterliegt. Bei Narzisten kann das zu erheblichen psychischen Leiden bei beiden führen.

Dem Narzissten ist durchaus bewusst, dass er Grenzen überschreitet. Sein typisches Verhalten ist das Umgarnen und geäußerte Liebesbeteuerungen, gefolgt von kalter Zurückweisung, wenn ihm etwas nicht passt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich ein solcher Mann hin und wieder zurückzieht, möglicherweise sogar für einen gewissen Zeitraum unerreichbar ist und jede Kontaktaufnahme unterbindet. Es kann durchaus sein, dass er das auch in dieser Deutlichkeit formuliert.

Dazu gehört auch die kalte Zurückweisung einer normalen Sorge um einen geliebten Menschen. Der Narzisst fürchtet sich vor dieser Sorge, denn er will stark und unbesiegbar sein. Wer sich um jemanden sorgt, tut das, weil die Person möglicherweise schutzbedürftig ist und das ist der Narzisst nicht, bzw., er will es nicht sein. Er will, dass sein Zurückziehen als Stärke wahrgenommen wird, er möchte der einsame Wolf sein, der niemanden braucht. Innerlich ist er in diesen Phasen aber zerrissen und unsicher. Nun ist eine Frau, die sich für einen Narzissten entscheidet, in den meisten Fällen bemüht, die „Launen“ des Mannes zu kompensieren. Sie kann sein Auf und Ab nicht nachvollziehen und wird durch überschwängliche Zuneigung auch regelmässig beschwichtigt. Vorübergehend ist die Verschmelzung der beiden Persönlichkeiten dann wieder gegeben. In diesen Phasen kann die Beziehung fast perfekt wirken.

Der scheinbare Traummann wird sich bemühen, dieses Bild aufrechtzuerhalten. Stellt die Partnerin ihn zur Rede, ist kaum mit einem einsichtigen Verhalten zu rechnen. Da der Narzisst aufgrund seines Wesens besonders anfällig für Kränkungen ist, kann er in solchen Auseinandersetzungen auch heftig reagieren. Das bedeutet nicht, dass er zu Gewalt neigen muss. Impulsive Reaktionen sind aber leicht möglich. Frauen, die mit einem narzisstischen Mann zusammenleben, erleben z. B. die Situation, dass sie einem beleidigt davonstürmenden Mann hinterher laufen. Die Auslöser sind selten dramatisch und für emotional stabile Menschen sogar Kleinigkeiten.

Das ist auch der Grund, warum die Partnerin den schlichtenden Part übernimmt. Der Streitpunkt ist die heftige Reaktion in ihren Augen nicht wert. Auch ein Herausfordern von der Seite des narzisstischen Mannes ist nicht ungewöhnlich. Ein Beispiel dafür ist, dass sie etwas plant, was ihm nicht passt und er das Vorhaben nicht direkt verbieten will, dafür aber gleich mit überzogenen Konsequenzen droht. Meist handelt es sich dabei um Liebesentzug. So entsteht ein Zustand der emotionalen Erpressung, der sich auch schleichend einstellen kann. Was launisch wirkt, ist tatsächlich die Angst vor dem Kontrollverlust und keineswegs ein normales Verhalten.

Ist das Liebe?

narzisstDiese Frage werden Sie sich sicherstellen, wenn Sie in einer Beziehung mit jemandem leben, der narzisstische Charakterzüge aufweist. Wenn das so ist, werden Sie sicher das Gefühl haben, dass die Beziehung Sie sehr viel Kraft kostet. Solange es glückliche Momente gibt, fällt es Ihnen vermutlich schwer, sich daraus zu befreien. Vielleicht hoffen Sie darauf, dass Ihr Partner sein Verhalten irgendwann ändert. Gute Freunde oder auch Angehörige haben Sie aber sicher schon darauf hingewiesen, dass diese Beziehung destruktiv ist und diese Personen haben recht. Das antisoziale Verhalten des Partners führt zur Ihrer Entwertung. Ist das Liebe? Von Ihrer Seite vermutlich schon. Und auch ein Narzisst kann einen Menschen ehrlich lieben.

Aber das ändert nichts daran, dass er sich selbst noch wichtiger ist. Narzisstisch veranlagte Menschen haben zudem eine Neigung, keine feste Beziehung eingehen zu wollen. So fällt es ihnen leichter, sich aus einer Situation zu befreien. Auch die Neigung zu Affären wird ihnen häufig nachgesagt, denn dabei ist es deutlich leichter, sich heroisch zu geben. Zwar wird er der Affaire seine Liebe versprechen, aber gleichzeitig erklärt er sich als verantwortungsvoller Ehemann und Familienvater, der trotz seiner Gefühle die Familie nicht verlässt. Er schafft es also auch in dieser Situation noch, sich als Held zu präsentieren. Allerdings sind nicht alle Fremdgänger Narzissten!

Destruktive Beziehungen verändern die Menschen

Leben Sie in einer Beziehung mit einem narzisstisch veranlagten Menschen? Je nachdem, wie lange diese Verbindung schon andauert, haben Sie vermutlich schon die ersten Veränderungen an sich beobachtet. Es ist gut möglich, dass Sie sich heute Dinge gefallen lassen, die für Sie früher undenkbar gewesen wären. Sie wissen sicher auch, warum Sie das tun, denn Sie wollen in einer möglichst friedlichen Beziehung leben, mit dem Mann oder der Frau, die Sie bewundern.

Je mehr Sie sich aber zurücknehmen und je mehr Sie sich das Verhalten gefallen lassen, desto schwächer werden Sie, während Ihr Partner oder die Partnerin mit narzisstischer Neigung weiter an Kraft gewinnt. Sie geraten in einen Teufelskreis, aus dem Sie sich befreien müssen. Bedenken Sie, dass die Entwicklung Ihrer Liebe und Ihrem Selbstvertrauen schadet und auch die Person an Ihrer Seite kann auf Dauer so nicht glücklich werden.

Gibt es einen Weg aus der Krise?

Narzisstische Persönlichkeiten sind nicht alle gleich. Sprechen Sie mit der Person, mit der Sie eine solche Beziehung führen. Warten Sie dafür aber einen Zeitpunkt ab, der sich dafür wirklich gut geeignet. Sie beide sollten ohne Zeitdruck und entspannt sein. Tasten Sie sich vorsichtig an das Thema heran, bleiben Sie aber kompromisslos in Ihrer Haltung. Nicht Sie müssen Ihr Verhalten ändern, sondern der oder die andere. Bringen Sie zum Ausdruck, wie schmerzhaft die Unterdrückung Ihrer Persönlichkeit ist und dass Sie sich eingeengt fühlen. Seien Sie darauf gefasst, dass Sie kein Verständnis bekommen und dass der Partner Ihnen vermitteln will, dass er oder sie eben so ist. Das ist eine typische Reaktion, die in solchen Situationen sehr trotzig wirkt und es auch ist. Aber so funktioniert eine faire Beziehung nicht. Bringen Sie das ruhig zum Ausdruck. Falls Sie Kinder haben, werden Sie bei einem solchen Gespräch möglicherweise das Gefühl haben, mit einem Kind in der Trotzphase zu sprechen, das berichten viele Menschen, die mit Narzissten gelebt haben.

Alternativ können Sie sich auch Schritt für Schritt Ihre Freiräume zurück erobern. Das kann dazu führen, dass die Beziehung zerbricht. Betroffene berichten aber rückblickend oft, wie befreit sie sich gefühlt haben, nachdem sie sich abgelöst haben. Dennoch gibt es Narzissten, mit denen ein Zusammenleben möglich ist. Entscheidend ist, wie stark die Störung ausgeprägt ist. Und das sollten Sie stets im Hinterkopf behalten. Es handelt sich um eine Störung.

Wenn Sie selbst Narzisstisch veranlagt sind

alles dreht sich um michVielleicht sind Sie es selbst, der an sich narzisstische Züge entdeckt hat und daran etwas ändern will. Das ist durchaus möglich. Sie müssen dazu Ihr Verhalten und auch die Auslöser analysieren. Psychotherapeuten können dabei wertvolle Hilfe leisten.

Wenn es Ihnen an Motivation fehlt, führen Sie sich vor Augen, dass Sie mit einem Wechsel Ihres Verhaltens nicht schwächer werden, sondern sehr viel stärker. Sie werden sich weiterhin über Anerkennung freuen, verlieren aber das Bedürfnis, sich ständig rückzuversichern, dass man Sie schätzt und bewundert. Sie werden sich ausserdem befreit fühlen, wenn es Ihnen gelingt, Ihren Partner oder Ihre Partnerin loszulassen, ohne den Verlust zu befürchten.

Das bedeutet, dass Sie insgesamt ein deutlich stressfreieres Leben führen und sich ganz auf ihre tatsächlichen Stärken konzentrieren können. Die Veränderungen werden Sie vor allem an Ihrem Umfeld bemerken. Narzisstische Persönlichkeiten, denen es gelingt, ihr Verhalten zu analysieren und zu verändern, bekommen die positiven Rückmeldungen für gewöhnlich schnell, vor allem von den sensibleren Personen in Ihrem Umfeld, bei denen Ihr Verhalten Ängste ausgelöst hat, vermutlich ohne dass Sie das eigentlich wollten. Sie werden in der Achtung der Menschen gewinnen, auch ohne dass Sie ihnen erklärt haben, dass Sie an Ihrem Verhalten arbeiten. Sie müssen sich nicht outen. Berücksichtigen Sie, dass Sie Ihre Führungsqualitäten behalten und auch alle anderen Fähigkeiten, die alle an Ihnen bewundern. Lediglich die quälende Sorge um Anerkennung können Sie hinter sich lassen.

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Erfahrungsberichte in den Kommentaren

Beziehungskrise: So finden Sie Auswege aus der Krise!

Krise in der BeziehungDas Problem kennt wohl jeder, der eine oder mehrere Partnerschaften hinter sich hat: Ganz am Anfang, wenn noch die Schmetterlinge im Bauch heftig flattern und der Himmel voller rosaroter Wolken hängt, sind beide Partner der felsenfesten Überzeugung: Diesmal ist es für immer und nichts kann uns trennen! Doch irgendwann – manchmal sind es nur Monate, manchmal vergehen Jahre – schlittern zahlreiche Beziehungen in eine Krise.

Vielfältige Ursachen können Beziehungskrisen auslösen. Wenn die Partner die ersten Anzeichen erkennen und auch bereit sind, gemeinsam an ihrer Partnerschaft zu arbeiten und dieser neuen Schwung zu geben, müssen Krisen aber nicht zwangsläufig auch zu einer Trennung führen. Sofern sich kein absoluter Beziehungskiller in die Zweisamkeit eingeschlichen hat, kann die Beziehung im Gegenteil sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Wichtig: Die Krise rechtzeitig erkennen

Partner ist eifersüchtigIn aller Regel schlittert ein Paar nicht von jetzt auf gleich in eine Beziehungskrise. Das kommt in den seltensten Fällen vor, beispielsweise wenn der Seitensprung eines Partners ans Licht kommt und sich der andere betrogen fühlt. Sehr viel öfter beginnt eine Beziehungskrise schleichend und kündigt sich schon lange im Vorfeld an. Wichtig ist es deshalb für beide Partner, die Gründe und Anzeichen frühzeitig zu erkennen.

Dann können sie die Beziehungsprobleme gemeinsam – und gegebenenfalls mit professioneller Hilfe – lösen, bevor die Beziehung auseinanderbricht oder die Ehe geschieden wird. Ein gefährlicher Zeitpunkt für eine Krise sind übrigens die ersten Wochen und Monate, nachdem ein Paar zusammengezogen ist. Denn nun erleben die Partner den Alltag gemeinsam und ungeschönt, wobei in der gemeinsamen Wohnung oft ein Rückzugsort für beide Partner fehlt. In vielen Situationen sind nun Konflikte vorprogrammiert, die gemeinsam gelöst werden müssen oder eben zur Trennung führen können.

Diese Gründe können zu einer Beziehungskrise führen

Streitfaktor 1: Die Hausarbeit

In vielen Fällen ist die leidige Hausarbeit Grund für einen Streit. Das betrifft vor allem Paare, in denen beide Partner berufstätig sind. Der häufigste Streitpunkt ist die gerechte Aufteilung der Hausarbeit, wobei sich ein Partner durchaus benachteiligt fühlen kann, obwohl die anfallenden Arbeiten zeitmässig gerecht aufgeteilt sind. Dies ist dann der Fall, wenn ein Partner die unliebsamen Arbeiten übernehmen muss, etwa das tägliche Kochen – schlicht und ergreifend, weil der Partner nicht kochen kann.

Die Hausarbeit kann übrigens auch zu einem Problem werden, wenn beide Partner ihren eigenen Haushalt haben: Ist einer der beiden Partner häufiger beim anderen zu Besuch als umgekehrt, fühlt sich der Gastgeber unterschwellig oft ausgenutzt.

 

Streitfaktor 2: Das liebe Geld

Auch wenn die Partner schon länger zusammenleben, kann es des Öfteren Streit ums Geld geben. Die typische Konstellation: Einer der Partner ist eher sparsam, während der andere Partner sich selbst und seinem Partner gerne das eine oder andere Stück Luxus im Alltag gönnt. In dem Fall ist es übrigens oft unerheblich, ob das Paar nur ein begrenztes Budget hat oder ausreichend Geld vorhanden ist.

 

Streitfaktor 3: Rauchen

Ein häufiger Konfliktpunkt ergibt sich, wenn einer der Partner raucht, der andere aber nicht. Sich auf Biegen und Brechen und nur aus Liebe zum Partner das Rauchen abzugewöhnen, ist allerdings eine denkbar schlechte Idee, weil der Raucher auf Entzug oft schon bei Kleinigkeiten gereizt reagiert und sich daraus erst recht ein unnötiger Streit ergeben kann. Die bessere Alternative besteht darin, die Wohnung in einen Raucher- und einen Nichtraucherbereich aufzuteilen.

 

Streitfaktor 4: Eifersucht

Vor allem, wenn ein Partner offen und kontaktfreudig ist und auch gerne einmal flirtet, während der andere eher in sich gekehrt ist, kann Eifersucht reifen. Gibt es einen Grund für die Eifersucht, etwa weil Fremdgehen schon einmal ein Problem war, sollte die Partnerschaft besser gleich beendet werden. Entsteht Eifersucht durch ein mangelhaftes Vertrauen in den Partner, sollte das Paar gemeinsam an diesem Punkt arbeiten.

 

Streitfaktor 5: Kinderwunsch

Spätestens mit Mitte 30 kann ein nicht erfüllter Kinderwunsch zu einem existenziellen Problem für eine Partnerschaft werden. Während sich der eine Partner vielleicht in der Zweisamkeit rundum wohl fühlt, möchte der andere gerne eine Familie gründen. Und während ein Partner möglicherweise bereits mit einem Kind vollkommen erfüllt ist, möchte der andere vielleicht eine kleine Kinderschar um sich herum haben.

 

Streitfaktor 6: Die Zeit der Schwangerschaft

Oft kriselt es in einer Partnerschaft ausgerechnet in der glücklichsten Zeit. Nämlich dann, wenn die Frau schwanger ist und das perfekte Familienglück in greifbarer Nähe liegt. Der Grund: Die hormonelle Umstellung im Körper der Frau führt oft dazu, dass sie sich völlig anders verhält als normal und beispielsweise oft grundlos gereizt ist. Auch daraus kann sich ein Streit entwickeln.

 

Streitfaktor 7: Die Kindererziehung

In Fragen der Erziehung sollten sich die Partner im Idealfall schon vor oder spätestens während der Schwangerschaft einig sein und später dem Kind gegenüber Einigkeit demonstrieren. Verfolgen beide Partner nämlich unterschiedliche Erziehungsziele, lernt das Kind schnell, wie es die Eltern gegeneinander ausspielen kann, was natürlich für Streit sorgt.

 

Streitfaktor 8: Gegensätze, die sich nicht ergänzen

Was am Anfang bei vielen Paaren für zusätzliches Prickeln sorgt, kann sich später im Alltag als wahrer Beziehungskiller herausstellen: Zwar heisst es gemeinhin, dass sich Gegensätze anziehen. Im Beziehungs-Alltag kann es allerdings sehr schnell passieren, dass sich die vermeintlich spannenden Gegensätze so gar nicht ergänzen wollen.

 

Streitfaktor 9: Die persönliche Vergangenheit

Noch nicht verheilte Wunden aus der Vergangenheit können eine massive Belastung für eine Partnerschaft darstellen. Die Verletzungen können durch Betrug, Verlust, Verunsicherung oder Angst verursacht worden sein – nicht einmal unbedingt vom aktuellen Partner. In der neuen Partnerschaft kann dann schon das kleinste Anzeichen ausreichen, um die alten Wunden wieder aufzureissen.

 

Wie lässt sich ein Streit lösen?

Wie in der Auflistung beschrieben, zählt ein Streit, also eine offen ausgetragene Meinungsverschiedenheit, zu den häufigsten Gründen für Beziehungsprobleme. Der Streit kann sowohl einen positiven als auch einen negativen Verlauf nehmen. Hierzu ein Beispiel:

 

Phase 1: Der Grund für den Streit

Der Streit entsteht, weil ein Partner verschmutzte Wäsche irgendwo in der Wohnung hat liegen lassen. Bei einem negativen Streitverlauf steigern sich die Partner in die eigene Position hinein, werden unter Umständen laut und beschimpfen sich vielleicht sogar. Ein positiver Verlauf würde so aussehen, dass der verärgerte Partner erst einmal seinem Ärger Luft macht und sich der „Schuldige“ rechtfertigt oder entschuldigt. Schliesslich könnte während des Aufräumens ja auch etwas dazwischen gekommen sein, und der Partner hat es schlicht vergessen.

 

Phase 2: Unversöhnlichkeit

Jeder Partner beharrt auf seinem Standpunkt. Eine Einigung ist nicht möglich. Der Partner legt das unerwünschte Verhalten erst recht an den Tag.

 

Phase 3: Resignation

Einer oder beide Partner resignieren. Weitere Fehler des anderen werden gesucht. Die Gespräche enden meist in einem Streit.

 

Phase 4: Trennung

Rettungsversuche scheitern. Die Partner sprechen nur noch das Nötigste miteinander. Einer oder beide Partner ziehen die Konsequenzen und sie trennen sich.

 

Diese Anzeichen deuten eine Beziehungskrise im Vorfeld an

Werden die Anzeichen für eine Beziehungskrise rechtzeitig erkannt, können beide Partner daran arbeiten und so rechtzeitig möglicherweise eine Trennung verhindern, bevor sie sich überhaupt anbahnt. Im Grunde geht es nämlich nur um Verhaltensmuster, die sich bei einem Partner oder bei beiden einschleichen:

 

Anzeichen 1: Mangelnde oder fehlende Unterstützung

In der Anfangsphase einer Beziehung helfen und unterstützen sich die Partner bei jeder noch so kleinen Erledigung. Irgendwann schiebt ein Partner jedoch immer häufiger Gründe vor, warum er genau dafür keine Zeit hat. Der Partner, der sich alleingelassen fühlt, sollte seinem Gegenüber klar machen, dass dessen Hilfe extrem wichtig für ihn ist.

 

Anzeichen 2: Kein Interesse mehr am Partner

Zwar teilen die Partner nach wie vor Tisch und Bett miteinander, doch im Grunde leben sie aneinander vorbei, reden immer seltener miteinander und gehen zunehmend ausschliesslich ihren eigenen Interessen nach. Zeigt der Partner jedoch kein Interesse mehr, fühlt sich der andere schnell ungeliebt und abgelehnt. In diesem Fall sollten sich beide Partner nicht scheuen, über ihre Gefühle zu sprechen.

 

Anzeichen 3: Respektlosigkeit

Gegenüber Freunden oder der Familie schlecht über den Partner zu reden, gilt als absolute Todsünde in jeder Beziehung. Dem Partner sollte in diesem Fall klar gemacht werden, dass sein Verhalten extrem verletzend ist. Auch ein Hinweis darauf, dass das Umfeld davon unangenehm berührt sein und sich zurückziehen könnte, kann nicht schaden.

 

Anzeichen 4: Erniedrigungen und Machtspiele

Hackt ein Partner ständig auf den Schwächen des anderen herum, ist dies auf Dauer extrem schmerzhaft. Das permanente Nörgeln, Belächeln, Berichtigen oder Kritisieren, ist geradezu ein Synonym dafür, dass es in der Beziehung krankt. Dem Partner sollte erklärt werden, wie sich das „Opfer“ dabei fühlt. Auch eine Ursachenforschung empfiehlt sich, denn vielleicht steckt hinter dem Verhalten ja eigene Unsicherheit.

 

Anzeichen 5: Vorwürfe

Ein absoluter Beziehungskiller sind ständige Vorwürfe und Schuldzuweisungen. Pauschale Vorwürfe sollten deshalb tunlichst vermieden werden, während der Angegriffene die Vorwürfe durchaus selbstkritisch überprüfen sollte, ob es vielleicht tatsächlich Punkte gibt, an denen er arbeiten sollte. Der falsche Weg ist, sich beleidigt abzuwenden oder verletzt zurückzuschiessen.

 

Anzeichen 6: Dauerstreit

Wenn jedes Gespräch nur noch im Streit endet, ist dies ein Anzeichen für eine tiefe Krise, wenn es im Anschluss keine liebevolle Versöhnung gibt. Hier sollten sich beide Partner etwas zurücknehmen und keinesfalls unfair, verletzend oder laut werden. Erfolgt ein Angriff aus dem Nichts, sollte dem Partner seine Irrationalität klar gemacht werden.

 

Anzeichen 7: Emotionale Erpressung

Der Partner gibt nur Zuneigung und Unterstützung, wenn ihm alles recht gemacht wird? Der Partner sollte sich keinesfalls verbiegen, sondern deutlich machen, inwieweit er kompromissbereit ist und erklären, wann eine – vielleicht – berechtigte Kritik in einen Erziehungsversuch umschlägt.

 

Anzeichen 8: Schweigen

Wird in der Partnerschaft nur noch über alltägliche Banalitäten gesprochen, hat die Entfremdung bereits begonnen. Hilfreich ist es, den Partner darauf hinzuweisen, dass er über alles reden kann.

 

Anzeichen 9: Die Sexualität leidet

Zwar wird Sex mit zunehmender Dauer einer Beziehung unwichtiger und damit auch seltener, trotzdem sollte keiner der beiden durch die Situation gefrustet sein. Hier helfen eine gemeinsame Analyse der Situation und die gemeinsame Suche nach einer Lösung.

 

Anzeichen 10: Untreue

Fremdgehen ist zunächst einmal eine schmerzhafte Wahrheit für den Betrogenen. Jedoch sollte dieser die Situation auch als Chance wahrnehmen. Diese Situation ist nämlich die beste Gelegenheit für einen Neuanfang – ob mit oder ohne den Partner.

 

Wie lassen sich Beziehungskrisen lösen?

Grund für Beziehungskrise: Finanzielle StreitigkeitenUm eine Beziehungskrise zu lösen und die Partnerschaft zu retten, sollten die Partner zunächst einmal miteinander reden, um herauszufinden, wer oder was die Krise verursacht hat. Denn oftmals stellt sich dann heraus, dass einer der Partner sich oder sein Verhalten massiv geändert hat.

Das muss nicht unbedingt an ihm selbst liegen, sondern kann durchaus auch von aussen verursacht worden sein. Beispielsweise kann einer der Partner in seinem Job massiv unter Druck stehen oder er wird von seinen Kollegen gemobbt und möchte mit dem Partner nicht darüber reden, um ihn nicht unnötig zu belasten. Dieser an sich gute und fürsorglich gemeinte Ansatz kann jedoch schon bald in einer regelrechten Beziehungskatastrophe enden.

Natürlich kann die Situation bereits so verfahren sein, dass die Partner nicht mehr in der Lage dazu sind, ruhig und sachlich miteinander zu reden. Die Partner haben nun mehrere Möglichkeiten, wenn beiden etwas an der Beziehung liegt.

  • Eine Beziehungspause kann beiden Partnern dabei helfen, etwas Abstand zur Situation und zum Partner zu gewinnen und die Situation bald sachlicher und frei von Emotionen zu betrachten. Dann können beide nach einem gewissen zeitlichen Abstand wieder konstruktiv miteinander reden.

 

  • Gegebenenfalls kann es auch nicht schaden, eine Paarberatung aufzusuchen oder eine Paartherapie zu beginnen. Hier steht eine neutrale dritte Person zwischen den Partnern, welche die Situation neutral betrachtet und deshalb besser analysieren kann. Das Gespräch mit einem Dritten bietet zudem den Vorteil, dass die Emotionen nicht hochkochen können und so sinnvoll nach einem Lösungsweg aus der scheinbar verfahrenen Situation gesucht werden kann. Freunde sind übrigens in einer Beziehungskrise denkbar schlechte Mediatoren. Der Grund: Sie stehen für gewöhnlich einem der Partner näher und schlagen sich – wenn auch nur unbewusst – auf dessen Seite.
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Polyamorie: Kann Mehrfachliebe langfristig funktionieren?

polyamorAllein die Frage ist für viele schon ein Tabu: Kann man mehr als eine Person lieben? Liebe zu dritt, die Polyamorie, ist für die meisten ein nicht nachvollziehbarer Zustand, ein Selbstbetrug, gar eine Perversion. Aber warum eigentlich? Gibt es doch in unserer Gesellschaft einen Konsens: Liebesbeziehungen müssen heute nicht in erster Linie gesellschaftlichen Konventionen entsprechen, sondern müssen nur denen gefallen, die daran beteiligt sind.

Das hat unsere Gesellschaft soweit akzeptiert: Verschiedene Partner im Laufe des Lebens? Homosexualität? Zusammenziehen oder nicht? Heiraten oder nicht? Kinder oder nicht? Alles eine Frage der Vorlieben. Entscheidungen, die vom Rest der Welt toleriert werden müssen. Warum gilt dann aber die Idee, dass man mehr als einem Menschen zur gleichen Zeit amouröse Gefühle entgegenbringen kann, immer noch als derart abwegig?

Was ist Polyamorie?

Polyamor ist eine Liebesbeziehung mit sexueller Komponente zwischen drei oder mehr Personen, die voneinander wissen.

Die Polyamorie ist nicht das gleiche wie eine offene Beziehung. Hier geht es nicht um eine Zweierbeziehung, in der sich beide Partner einig sind, dass sexuelle Bedürfnisse auch mit anderen Menschen ausgelebt werden dürfen, ohne dass dies als Untreue oder Fremdgehen ausgelegt wird. Viele offene Beziehungen definieren sich so: Sex mit Dritten ist legitim, amouröse Gefühle hingegen sind die Grenze. Bei der Polyamorie ist es das Gegenteil. Hier geht es eben darum: dass man mehr als einer Person gegenüber romantische Gefühle empfinden und ausleben kann. Wichtig ist dabei auch, dass die anderen Partner von der Existenz der anderen wissen und möglicherweise ebenfalls eine Beziehung zueinander haben – möglicherweise ebenfalls eine sexuelle.

Eine polyamore Partnerschaft hat in der Psychologie keine streng wissenschaftliche Definition.

  • Es kann bedeuten, dass alle drei Partner eine sexuelle Beziehung zueinander haben. Das wäre eine klassische Dreiecksbeziehung, in der jeder Punkt des Dreiecks mit jedem anderen verbunden ist (A+B, B+C, C+A). Eine Dreiecksbeziehung kann logischerweise nur bei bi- oder homosexuellen Konstellationen entstehen.
  • Bei heterosexuellen polyamoren Konstellationen spricht man von einer V-Beziehung, in der eine Person je mit zwei Partnern des anderen Geschlechts romantisch verbunden ist, diese beiden untereinander aber nicht (A+B, B+C, nicht aber C+A). Allerdings können die nicht liierten Elemente des Dreiergespanns ebenfalls eine Beziehung zueinander haben – eine freundschaftliche.

Können polyamore Beziehungen langfristig funktionieren?

„Das kann doch nicht gutgehen!“ Diesen Spruch hört man häufig, wenn es um eine Ménage-à-trois geht. Gegenfrage: In welcher Beziehung hat man eine Garantie dafür, dass sie gutgeht? Die Scheidungsrate in der Schweiz liegt bei ca. 50 Prozent: Ein klares Indiz dafür, wie oft ernstgemeinte, verbindliche Beziehungen in die Brüche gehen. Mit anderen Worten: Beziehungen können scheitern – aus tausenden von Gründen. Warum also sollte man ausgerechnet polyamore Beziehungen ablehnen, weil man ihre Haltbarkeit anzweifelt?

Angriff auf alte Muster

polyamorie: mehrere Männer lieben eine FrauPolyamore Beziehungen fordern die Grundstruktur unseres Bildes von Liebesbeziehungen heraus, die da lautet: Ist das Ziel immer die eine grosse, wahre Liebe?

Der Glaube an die grosse Liebe steckt tief in unserer Kultur. Einen Partner zu finden und für immer mit ihn/ihr zusammen zu bleiben, ist ein Ideal, das uns von klein auf durch Myriaden Bücher, Filme und von unserem Umfeld eingebläut wird. Nicht zuletzt fördern staatliche Begünstigungen das verbürgte Zusammenleben zu zweit – die Ehe – in Form von Steuervergünstigungen und anderen Privilegien, die man in unverbindlicheren Beziehungsformen (Freund/Freundin, Konkubinat) nicht hat.

Doch diese Ideale sind in den letzten Jahrzehnten in Auflösung. Ehen können geschieden werden – was ausgiebig in Anspruch genommen wird (siehe oben). Von jungen Menschen wird quasi erwartet, dass sie mehrere Liebschaften haben und verschiedene Partner ausprobieren, bevor sie sich für einen entscheiden. Doch entscheiden sollen sie sich… denn auch wenn sexuelle Freiheit gestattet ist und ausgelebt werden soll, lastet doch der Druck auf uns allen, früher oder später „anzukommen“ und uns auf einen Partner zu beschränken.

Abschied vom Ideal „Traumprinz/Traumfrau“

Polyamore Beziehungen sind der Fehdehandschuh, der diesem Ideal vor die Füsse geworfen wird. Der Grund: In jeder monogamen Beziehung, so unverbindlich sie auch sein mag, steckt im Prinzip die Chance – und oftmals die latente Erwartung – dass es die wahre Liebe, das grosse Glück, die eine, die letzte, die Beziehung für immer ist. Dahinter steckt immer noch das sich mit erstaunlicher Hartnäckigkeit haltende Ideal, dass man den einen Partner findet, mit dem man alles teilen kann und der alle Bedürfnisse erfüllt.

Das Bild einer polyamoren Beziehung zu dritt führt einem die Tatsache, wie sehr man von diesem Ideal geprägt ist, brutal vor Augen. Eine Dreierbeziehung zeigt ganz deutlich: Die Liebe exklusiv zwischen zwei Menschen ist nicht das einzig mögliche Happy End. Wenn der Partner nicht alle Bedürfnisse erfüllen kann, muss man nicht zwangsläufig zwischen diesem Partner oder dem Bedürfnis entscheiden – sondern holt sich Befriedigung von einem Dritten.

 

INFO-BOX: Ist Liebe zu dritt erlaubt?

Untreue in der Ehe ist in der Schweiz nicht mehr strafbar (seit 1989), sondern höchstens ein Grund dafür, die Wartezeit bei einer einseitigen Scheidung zu verkürzen. Verboten ist Polyamorie also nicht, auch wenn einer oder zwei der Beteiligten verheiratet sind.

Schwieriger ist es für gläubige Christen, einen polyamoren Lebensstil und ihren Glauben zu vereinbaren, schliesslich sagt das sechste Gebot klar und deutlich: Du sollst nicht ehebrechen. Da sexuelle Beziehungen im Christentum grundsätzlich nur in den Grenzen einer monogamen Ehe gestattet sind, ist die Liebesbeziehung zu mehreren Personen nicht erlaubt.

Die Ehe ist allerdings auch säkular betrachtet die Grenze. Polygamie, also Vielehe, ist nicht nur im Christentum, sondern auch nach dem Schweizerischem Strafgesetzbuch verboten.

 

Probleme & Chancen polyamorer Beziehungen

polyamore partnerschaftEine Beziehung zwischen Polyamoristen bedeutet natürlich mehr Arbeit. Schon zu zweit ist es schwer, jeweilige Bedürfnisse, Vorstellungen und Ansprüche unter einen Hut zu bringen. Zu dritt verdoppelt sich diese Arbeit nicht nur – sie verdreifacht sich.

Grosse Veränderungen im Leben eines Partners haben nicht mehr nur Einfluss auf nur einen, sondern gleich zwei andere Menschen. Möchte z.B. einer der Partner mit den beiden anderen zusammenziehen, müssen drei Menschen sich jeweils miteinander arrangieren – oder die Spannungen aushalten, die entstehen, wenn einer aus der Konstellation nicht zu diesem Schritt bereit ist.

Auch kann es schmerzhafter als eine „normale“ Trennung sein, wenn eine der Partnerschaften in einer V-Konstellation beendet wird und der Verlassene zusehen muss, wie die beiden anderen weiterhin glücklich miteinander sind – hier wird man häufig schliesslich nicht nur von einem Menschen, sondern quasi von einer kleinen Ersatzfamilie verlassen.

Nicht zuletzt ist es der Mangel an Vorbildern, der Mehrfachbeziehungen verkompliziert. Hier fehlen das Erleben und das Betrachten funktionierender Muster, wie wir es von Zweierbeziehungen oder Ehen kennen und tagtäglich um uns sehen. Eine polyamore Beziehung muss sich immer wieder neu erfinden – das ist schwere emotionale Arbeit, zu der nicht jeder bereit ist oder für die man in jeder Lebenslage die Kraft hat.

Die meisten Menschen, die sich auf das Experiment „Polyamorie“ einlassen, sind kinderlos und ungebunden – sei es, weil sie sehr jung oder schon älter sind. Zwar gibt es keine Hinweise darauf, dass es für Kinder schädlich sei, mit polyamoren Eltern(teilen) aufzuwachsen, doch die Tatsache, dass polyamore Beziehungen durch fehlende Muster und Vorbilder schneller Veränderungen unterworfen sind und jeder das Thema für sich anders definiert, sorgt für eine Unsicherheit, dass viele Menschen für zu Instabil für Kinder halten – auch viele, die der Polyamorie gegenüber grundsätzlich nicht abgeneigt sind.

Gleichzeitig gibt es in polyamor bereicherten Beziehungen auch die Chance, sich von einem Partner zu holen, was der andere nicht geben kann oder mag: Ein Grad an Nähe, die Menge miteinander verbrachter Zeit, Redebedürfnis, gemeinsame Interessen, sexuelle Praktiken oder Sexualität an sich…  Eine Beziehung zu dritt kann also auch positive, beziehungsstärkende Eigenschaften haben und eine Mitfreude bringen, die Monogamie nicht bietet.

Polyamorie: Das neue Ideal? Nein…

…denn die Ehrlichkeit, alte Beziehungsformen zu hinterfragen, erfordert auch, sich selbst ein- und anderen zuzugestehen, dass diese Beziehungsform nicht für jedermann geeignet ist. Wer lieber monogam leben möchte, soll nicht plötzlich gezwungen sein, in einer polyamoren Beziehung leben zu müssen. Zwar lohnt es sich, darüber nachzudenken, ob das Ideal der grossen Liebe nicht veraltet ist. Doch es ist nach wie vor jedermanns Recht, Eifersucht zu empfinden und sich aus einer Beziehung zu lösen, wenn der Partner sich in einen anderen verliebt. Das gilt auch, wenn der Partner konstatiert, sowohl den alten als auch den neuen Partner zu lieben.

 

Links:

Schweizer Plattform zum Thema:

https://www.polyamory.ch

Polyamorie in der Praxis (Ein Leserartikel in der „Zeit“):

http://www.zeit.de/community/2015-06/polyamorie-beziehungsnetzwerk-erfahrung

 

Wie Kompromisse in der Partnerschaft funktionieren

Kompromisse findenDie Notwendigkeit für einen Kompromiss ist für viele Paare die erste Prüfung der Verliebtheit. Die Uneinigkeit über eine Entscheidung ist häufig der Grund für die Entstehung einer Beziehungskrise. Und was nun?

Es gibt ein Zitat von Henry Kissinger: „Ein Kompromiss ist nur dann gerecht, brauchbar und dauerhaft, wenn beide Parteien damit gleich unzufrieden sind.“ Der Mann wird wissen, wovon er spricht, schliesslich hat er den Friedensnobelpreis gewonnen – und Frieden ist das Ziel, wenn es um Kompromisse in einer Beziehung geht.

 

Sind wir alle Egoisten?

Der Kompromiss hat heutzutage ein mieses Image. Er passt nicht gut zum Individualismus des 21. Jahrhunderts. Sein Gegenteil, die Kompromisslosigkeit, wird oft genannt, wenn es um Selbstverwirklichung geht. „Ich mache keine Kompromisse“, hört man selbstbewusste Einzelgänger sagen. Doch bei allen positiven Seiten, die diese Freiheit mit sich bringt – sie verträgt sich nicht gut mit einigen Aspekten von partnerschaftlichen Beziehungen.

Eine funktionierende Beziehung verlangt früher oder später Kompromisse. Das fällt vielen schwer, die zum Individualismus erzogen wurden und ihn als Erwachsene perfektioniert haben. Einige suchen nach Beziehungstipps, um ihren Individualismus und ihre Sehnsucht nach Zweisamkeit unter einen Hut zu bekommen. Andere haben deswegen schon in Anlehnung an das Buch von Michael Nast die „Generation Beziehungsunfähig“ ausgerufen.

Linktipp: http://www.parship-info.ch/partnersuche/beziehungsunfaehigkeit/

Doch die Lage als hoffnungslos zu bezeichnen, ist mehr als übertrieben. Nicht zuletzt, weil der Individualismus bei der Suche nach Kompromissen auch ein Vorteil sein kann. Denn ist es nicht so: Um einen guten Kompromiss zu finden, muss man erst einmal wissen, was man selbst will und was einem wichtig ist. Und das kann man erst, wenn man gelernt hat, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen und die eigenen Bedürfnisse zu formulieren. Das ist etwas, das wir alle zusammen mit dem Individualismus gelernt haben. Eigentlich also gute Bedingungen, um zusammen mit einem liebenden Partner an seiner Kompromissfähigkeit zu arbeiten.

 

Was ist ein Kompromiss?

Einen Kompromiss einzugehen, bedeutet nicht, dass man einen Wettstreit verloren hat. Die lateinische Herkunft des Wortes bedeutet in etwa „sich gegenseitig etwas versprechen“. Das bringt mit sich, dass beide Parteien sich in der Mitte treffen – nicht, dass sich einer durchsetzt. Bei einem guten Kompromiss rücken beide Partner ein Stück weit von ihren Vorstellungen ab. Man arbeitet zusammen an einem Ziel, das zwar von beiden nicht als ideal angesehen wird, zu dem aber beide stehen können.

Man sollte zwischen kleinen und grossen Kompromissen unterscheiden. Jeder, der in einer längeren Beziehung war oder ist, weiss, dass sich banale Themen zu grossen Diskussionen hochschaukeln können. Die richtige Faltung von Handtüchern oder Uneinigkeit darüber, ob man wirklich jeden Abend den kompletten Abwasch machen muss, sind Fragen, die sich im Eifer des Gefechts extrem wichtig anfühlen – auch wenn jedem klar sein sollte, dass es Themen von höherer Relevanz gibt.

Die wichtigen Themen sind auf einer anderen Ebene zu finden. Sie treten erst zutage, wenn die Beziehung gefestigter ist. Wer zieht zu wem? Wie und wo möchte man leben? Muss ein Traum dafür geopfert werden? Wie viel Geld möchte man zusammen verdienen? Möchte man ein Haus kaufen? Kinder haben? Natürlich sprechen auch Paare, die frisch zusammengekommen sind, über solche Themen. Doch wenn man sich bei diesen Punkten nicht einig ist, fühlt sich die Umsetzung dieser Aufgaben fern und fremd an, nicht wie etwas, worüber man sich sofort einigen muss. Und das ist gut so, denn viele Prioritäten verschieben sich im Laufe der Zeit – doch dazu unten mehr.

 

Ich bin nicht allein auf dieser Welt

Miteinander sprechenEin Kompromiss mit einem Partner ist die Anerkennung der Tatsache, dass man sein Leben nicht mehr nur für sich selbst lebt. Genauso, wie eine gut funktionierende Partnerschaft (oder genauer: der Partner) einen stützen kann, muss man bereit sein, den anderen zu stützen. Und so, wie man gelegentlich Raum oder Zeit für die eigenen Bedürfnisse einfordert, muss man bereit sein, dem anderen Raum oder Zeit zu gewähren.

In einer Partnerschaft gilt die Aussage „Ich bin nicht allein“ – im Guten, wie im Schlechten. Alle Entscheidungen, die man trifft, haben Auswirkungen auf das Leben eines anderen Menschen. Diese Auswirkungen anzunehmen, ist freiwillig. Das gilt für beide Partner.

Man gibt in einer Beziehung in einem gewissen Grad ein Recht auf; das Recht, ganz alleine und mit allen Konsequenzen für sich allein zu entscheiden. Doch in einer gesunden Beziehung erhält man dafür ein neues Recht; das Recht, dass der Partner einen bei seinen Entscheidungen ebenso mit einbezieht.

Ein Kompromiss bedeutet, etwas zu geben und von seinen eigenen Bedürfnissen zurücktreten. Gleichzeitig darf man erwarten, dass der Partner einem das gleiche gewährt. Die wichtigste Zutat für einen guten Kompromiss ist darum: Vertrauen.

 

Kompromisse in der Partnerschaft: Loslassen und Vertrauen

Meistens wird das Gespräch über Kompromisse erst dann geführt, wenn ein Konflikt ausgebrochen ist. Zum Beispiel, wenn man aufgrund einer anstehenden Veränderung das erste Mal über Themen der Lebensgestaltung spricht und merkt, dass es da grosse Unterschiede gibt. Oder wenn man in der Verliebtheit der frühen Beziehungsphasen Eingeständnisse gemacht hat, von denen man später merkt, dass sie im Alltag nicht für einen funktionieren. Ein Streit droht, die Stimmung ist mies. Keine optimalen Bedingungen, um mit ruhigem Kopf das Für und Wider aller Argumente durchzugehen.

Es ist wichtig, dass man in dieser Situation versucht, sich einen Augenblick in die Position des anderen hineinzuversetzen. Es ist nicht leicht, in einem Konflikt den eigenen Standpunkt auch nur für einen Moment und rein theoretisch aufzugeben. Doch was man im Streit schnell vergisst: Den anderen verstehen zu wollen, ist keine Selbstaufgabe, sondern Empathie. Darüber hinaus bedeutet die Tatsache, dass Verständnis für den Partner noch lange nicht bedeutet, dass seine Forderungen widerstandslos umgesetzt werden.

Vertrauen ist der Schlüssel. Für eine Kompromisslösung ist es wichtig, sich auch in einem Konflikt darauf verlassen zu können, dass der Partner einem grundsätzlich wohlgesonnen ist. Man muss bereit sein, zu glauben, dass der Partner in einem Kompromiss bereit ist, bei der Lösung den halben Weg zu gehen. Leider gibt es keinen Massstab, mit dem man die Bereitschaft zu Entgegenkommen bei einem anderen Menschen messen kann. Loslassen, seinen Beitrag leisten und darauf vertrauen, dass der Partner das gleiche tut – das ist das Wesen eines guten Kompromisses.

 

Kompromisse und Opfer

DiskutierenManchmal ist ein klassischer Kompromiss nicht möglich. Angenommen, zwei Menschen führen eine Fernbeziehung und können sich nicht darauf einigen, wer umzieht. Eine „gerechte“ Lösung mag sein, dass beide kündigen und sich genau in der geografischen Mitte zwischen den beiden Ursprungsorten niederlassen. Aber es bedarf wohl keiner weiteren Erklärungen, dass dieser Lösungsansatz nicht praktikabel ist. Auch beim Thema Kinderkriegen ist ein klares Ja oder Nein erforderlich, schliesslich kann man kein halbes Kind bekommen.

Dann steht die Frage im Raum, wie man sich entscheidet. Konflikte dieser Art werden meistens nicht sofort entschieden, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg thematisiert. Das ist keine Schwäche, sondern zeugt von Geduld und Mut. Geduld, weil man nicht auf eine sofortige Lösung besteht. Mut, weil man sich des Ausgangs nicht sicher sein kann, aber beschliesst, diese Unsicherheit auszuhalten. Manchmal löst die Zeit das Problem, weil ein Partner seine Meinung überdenkt – Menschen ändern sich schliesslich im Laufe der Zeit. Unsicherheiten dieser Art über einen längeren Zeitraum auszuhalten, kann eine Beziehung stärken, weil man einander beweist, dass man sich vertraut und auch schwierige Zeiten überstehen kann. Doch es kann auch sein, dass eine Beziehung daran scheitert.

Angenommen, es findet sich keine Einigung, sondern einer der Partner nimmt sich zurück und beugt sich dem Wunsch seines Gegenübers, dann ist es wichtig, dass man diese Kompromissbereitschaft nicht in Kategorien wie „Sieg“ oder „Niederlage“ einordnet. Wenn jemand freiwillig von seinem Ideal abweicht und Zugeständnisse macht, sollten beide Partner versuchen, das Blickfeld zu erweitern. Kann demjenigen, der das Opfer gebracht hat, vielleicht an anderer Stelle Entgegenkommen gewährt werden?

 

Beziehungsprobleme durch die Aufrechnungsspirale

Bei Kompromissen ist die Gefahr gegeben, dass eine Spirale des Aufrechnens beginnt. Das kann die grossen Themen betreffen („Du wolltest Kinder, also kann ich entscheiden, wo wir leben.“), geht aber auch im kleineren Massstab: In welcher Farbe die Wand gestrichen wird, wohin es im Urlaub geht, was es zu Essen gibt.

Das alles kann zu einer Art Beziehungsbuchhaltung führen, in der sich die beiden Partner hinter vergangenen Kompromissen verschanzen und sich gegenseitig die „Quittungen“ dafür unter die Nase halten („Letztes Wochenende sind wir dahin gefahren, wo Du hinwolltest, jetzt bin ich mal dran!“).

Meistens entspringt eine solche festgefahrene Situation der Tatsache, dass sich beide Partner als „zu kurz gekommen“ empfinden, also grundsätzlich annehmen, die höhere Kompromissbereitschaft zu zeigen und dafür nicht genug zurückzubekommen.

Die Lösung besteht darin, zu hinterfragen, woher dieses Gefühl kommt. Hat sie sich aufgrund von Kleinigkeiten hochgeschaukelt? Empfindet ein Partner einen vergangenen Kompromiss als sehr schwerwiegend und möchte nicht noch weiter „an Boden verlieren“. Oder sind vielleicht die Ansprüche in einigen Bereichen so unterschiedlich, dass das Gefühl, einen zu grossen Kompromiss eingegangen zu sein, bei beiden Partnern berechtigt ist?

 

Pragmatismus ist erlaubt

Der Idealzustand in einer Beziehung ist, dass Kompromisse quasi von allein entstehen und beide Partner durch Vertrauen und Entgegenkommen in gleichen Anteilen dazu beitragen. Wir wissen aber alle, dass Idealzustände sehr selten sind und meistens nicht lange anhalten. Das Leben ist zu komplex für Bilderbuchlösungen!

Pragmatische Absprachen sind in solchen Situationen ein Weg aus dem Konflikt. Das wirkt zwar nicht sehr romantisch, kann aber gut funktionieren. Kompromissvorschlag: Bei Uneinigkeit z.B. darüber, wie man die Wochenenden miteinander verbringt, wechselt man sich bei der Planung eben ab. Oder man macht ab und zu etwas ohne den Partner.

 INFO-BOX:

Wenn das Opfer zu gross ist…

Auch, wenn Kompromisse etwas grundsätzlich Positives sind, kann man aus falsch verstandener Kompromissbereitschaft zu weit gehen:

·         Wenn nur noch einer in der Beziehung Opfer bringt, und das über eine lange Zeit, muss man sich die Frage stellen, ob der „Kompromiss“ nur noch ein Deckmäntelchen ist, unter dem sich Ausnutzung versteckt.

·         Wenn beide Partner immer mehr das Gefühl haben, Kompromisse nur noch zu sehr hohen Preisen einzugehen, stehen dahinter vielleicht unvereinbare Vorstellungen von der Lebensgestaltung. Ist die Kompromisslösung keine Lösung, sondern für beide Partner eine Qual, ist es vielleicht an der Zeit, getrennte Wege zu gehen.

 

Am Ende sollte man nicht mit Gewalt daran festhalten, dass eine Beziehung funktioniert. Es ist weder Egoismus noch Beziehungsunfähigkeit, wenn man sich eingesteht, dass man zu einigen Opfern nicht bereit ist. Gleichzeitig sollte man keine Angst haben, seinen Standpunkt von Zeit zu Zeit zu hinterfragen und bereit sein, seinem Partner zuliebe Kompromisse einzugehen. In einer gesunden Beziehung bekommt man nämlich genau das zurück: Einen Partner, der bereit ist, für einen Kompromisse einzugehen. Nur so lässt sich ein gemeinsames Leben aufbauen.

 

Zum Schluss

Kompromissbereitschaft ist im Idealfall ein Geschenk. Man gibt es freiwillig, und man hofft und vertraut darauf, etwas „Gleichwertiges“ zurück zu erhalten. Aber der Idealfall ist in der Praxis selten vorzufinden. Also: Verhandeln ist erlaubt. Werden aus diesen Verhandlungen allerdings offene Kriegshandlungen, kann das nur mit Verletzungen enden – und keiner gewinnt. Am Ende hat wohl Kissinger recht: Der beste Kompromiss ist der, mit dem beide ein wenig unzufrieden sind, mit dem aber beide leben können. Zufriedenheit kann man aber vielleicht darin finden, einen Kompromiss gefunden zu haben und eine gute Beziehung zu führen.

Beziehungssucht: Gründe & Auswege aus der Liebessucht

Ein junges, verlliebtes Paar in einem ParkWir alle kennen die Angst vor der Einsamkeit. Bei einigen ist sie allerdings stärker. So stark, dass die Furcht vor der Einsamkeit wichtiger wird als die gelebte Beziehung.

Wenn man sich nach jeder Trennung sofort wieder verliebt, sich Hals über Kopf von einer kurzen Beziehung in die nächste stürzt und jedes Mal von der grossen Liebe spricht, sollte man sich die Frage stellen: Bin ich beziehungssüchtig? Doch auch ein genau gegenteiliges Verhalten kann diesen Vorwurf hervorrufen. Nämlich dann, wenn sich jemand zu lange an einer dysfunktionalen Beziehung festklammert – aus Angst, allein zu sein.

Menschen mit Liebessucht handeln nicht aus Liebe zu einer anderen Person, und auch nicht aus Liebe zur Liebe an sich. Sie handeln aus Angst. Der erste Schritt, um der Beziehungssucht auf die Schliche zu kommen, ist zu verstehen, warum es für uns so wichtig ist, in einer Beziehung zu sein.

Statussymbol Beziehung

Tausende Geschichten enden mit dem berühmten Schlusssatz „…und sie heirateten und lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“. Wir bekommen von klein auf eingeimpft, dass eine Beziehung eine der wichtigsten Errungenschaften im Leben ist. Daraus kann man eine klare Botschaft ableiten: In einer Beziehung zu sein, ist ein Zustand, den es zu erreichen gilt. Wie ein Endpunkt, die Ziellinie eines Wettrennens. Und was ist die Siegermedaille?

  • Gesellschaftsbilder: Da ist einmal die gesellschaftliche Anerkennung: Auf einem Klassentreffen ist eine der interessantesten Fragen, wer verheiratet ist und wer nicht. Entdeckt man das Social-Media-Profil eines alten Bekannten, wird dieses als erstes auf Hinweise auf eine Beziehung durchsucht. Taucht man auf Familienfeiern ohne Begleitung auf, wird man schnell als das unvermittelbare schwarze Schaf gehandelt und mitleidig bis schadenfroh beäugt. Kurz: In unserer Gesellschaft gilt eine Beziehung als Nachweis über seelische Stabilität und die erfolgreiche Erfüllung gesellschaftlicher Normen. Sie ist in unserer Gesellschaft neben einer regelmässigen Arbeit eines der wichtigsten Kriterien, dass man es „geschafft“ hat. Es vermittelt das Bild eines stabilen, geregelten Lebens – unabhängig davon, wie es im Alltag dieser Beziehung wirklich aussieht. Der schöne Schein ist für die Aussenwahrnehmung häufig wichtiger als die Qualität.
  • Lebenserleichterung: Der Druck von aussen wird ergänzt durch einen inneren Druck. Erstens, weil man die Bilder eines äusserlich erfolgreichen Lebens auch auf sich selbst anwendet und daraus sein Selbstwertgefühl bezieht (Ein Reflex, vor dem kaum ein Mensch gefeit ist, wenn auch in unterschiedlichem Masse). Zweitens, weil eine Beziehung – zumindest eine gut funktionierende – tatsächlich Vorteile mit sich bringt. Man steht den Unwägbarkeiten des Lebens nicht mehr allein gegenüber, man bekommt Bestätigung durch einen liebenden Partner, man ist nicht mehr allein, man baut sich zu zweit eine Zukunft auf.

In einer Beziehung zu sein, ist ein Statussymbol. Oberflächlich betrachtet erfüllt man damit gesellschaftliche Ansprüche und für sich selbst erhofft man sich ein einfacheres Leben. Damit ist das Ziel, Teil eines Paares zu sein, für viele das wichtigste Häkchen auf der To-Do-Liste des Lebens und Partnersuche die Top-Priorität. Doch eine Beziehung ist das Gegenteil von Stillstand. Wenn der Beginn einer Beziehung die Ziellinie eines Wettrennens ist, ist die Beziehung danach der Marathon. Mit dem Status „In einer Beziehung“ beginnt erst der interessante Teil: Eine gesunde Beziehung bedeutet stetige Veränderungen und jede Menge Arbeit und Wachstum.

 

Typische Konstellationen in Suchtbeziehungen

Ein Liebespaar hat Spaß bei einem StadtspaziergangAuch wenn Männer ebenso der Beziehungssucht verfallen können, sind es in der Mehrzahl Frauen, die diese Verhaltensweise zeigen. Die Ausprägungen der Beziehungssucht können allerdings höchst unterschiedliche Formen annehmen:

  • Da ist die Frau, die von einer kurzen Beziehung in die nächste rutscht, und jedes Mal ist es natürlich der Mann ihrer Träume, der zukünftige Bräutigam und Vater ihrer Kinder – ohne, dass der Auserkorene gefragt wurde, ob er das genauso sieht.
  • Da ist die Frau, die immer wieder an verheiratete oder anderweitig unerreichbare Männer gerät, weil sie deren grossen, leeren Versprechungen glauben möchte.
  • Da ist die Frau, die bereit ist, mit einem alkohol- oder drogenabhängigen, vielleicht sogar gewalttätigen Mann zusammenzubleiben, um den Status quo zu erhalten.
  • Da ist die Frau, die aufgrund emotionaler Abhängigkeit bei jedem kleinen, irrationalen Auslöser in Eifersucht ausbricht, weil sie ihre Beziehung in Gefahr sieht.
  • Da ist die Frau, die sich in einem irrationalen Schritt auf einen Umzug in eine fremde Stadt einlässt und dabei ihre finanzielle Sicherheit, ihre Interessen und ihren Freundeskreis zurücklässt, weil sie Angst vor einer Fernbeziehung hat – für eine Partnerschaft, deren Verbindlichkeit seitens des Partners nie ausgesprochen wurde.

All diesen Ausprägungen von Beziehungssucht liegt eine Ursache zugrunde: Der Status „In einer Beziehung“ wird als wichtiger wahrgenommen als die Qualität der Beziehung selbst.

Partnerschaften ohne Zukunft

Häufig sind die Partner der Liebessüchtigen an diesen Ängsten weder Schuld noch nutzen sie sie aus. Doch laufen Beziehungssüchtige schnell Gefahr, Opfer von Menschen zu werden, die einen schwächeren, von ihnen abhängigen Partner brauchen, um ihr eigenes Leben ohne Störungen weiterleben zu können.

Beispiele gibt es viele: Verheiratete Männer in einer Affäre, die, um den Status quo zu bewahren, eine Partnerin brauchen, die es nicht wagt, ein Ultimatum zu stellen („Entscheide Dich für mich“). Süchtige (Alkohol, Spielsucht oder illegale Substanzen) die sich ihrer Sucht nicht stellen wollen und einen Partner vorziehen, der sie aus Angst vor Konflikten nicht auf ihre Fehler hinweist.

Menschen mit Bindungsängsten, die sich vor einer verbindlichen, intimen Beziehung drücken, indem sie dem schwächeren Part auf Abstand halten, der es wiederum nicht wagt, Ansprüche zu formulieren, sondern sich nach dem Motto „Spatz in der Hand“ zufrieden geben. Im schlimmsten Fall verharren beziehungssüchtige Partner in einer Beziehung, in der sie körperlich misshandelt werden, weil die Angst vor dem Alleinsein größer ist als die Angst vor Gewalt.

 

INFO-BOX: Beziehungssucht – Eine echte Krankheit?

In diesem Artikel wird der Begriff Beziehungssucht oder Liebessucht verwendet, um ein Phänomen zu beschreiben, das zwar als stark störend empfunden wird und sich negativ auf das Leben auswirken kann, in den meisten Fällen aber noch lange nicht pathologisch ist. Doch kann Beziehungssucht im schlimmsten Fall tatsächlich krankhaft sein. Im pathologischen Sinn ist Beziehungssucht im Kontext abhängiger Persönlichkeitsstörungen verortet. Wenn Sie das Gefühl haben, Sie oder Ihr Partner haben aufgrund starker Abhängigkeitsgefühle psychologische Probleme, scheuen Sie sich bitte nicht, einen Arzt um Rat zu fragen, der Ihnen eine Selbsthilfegruppe oder einen erfahrenen Therapeuten vermitteln kann.

Viele Laien sehen Beziehungssucht in der Nähe zur Hypersexualität (umgangssprachlich Sexsucht genannt). Aber so, wie Liebe und Sex zwei unterschiedliche Dinge sind, sind auch die Beziehungssucht und die Sexsucht unterschiedlich motiviert. Während – stark vereinfacht ausgedrückt – krankhafte Beziehungssucht eine substanzungebundene Abhängigkeit darstellt, handelt es sich bei Sexsucht um mangelnde Impulskontrolle. Die Forschung hierzu steht allerdings noch am Anfang und die Definitionen in der psychologischen Literatur sind nicht einheitlich.

 

Beziehung um jeden Preis

Frau lehnt sich an starker Schulter an

Ein junges, verlliebtes Paar in einem Park

Eine Beziehung – auch eine gesunde, ausgewogene – erfordert Kompromisse und Opfer. Doch während die Entscheidungen in einer gesunden Beziehung von zwei autonomen Persönlichkeiten gefällt werden, gerät der beziehungssüchtige Partner schnell in die Situation, dass nur noch er/sie die Opfer bringen muss.

Der Grund: Wenn man sich zu sehr wünscht, dass eine Beziehung funktioniert, ist man vorschnell bereit, die eigenen Ansprüche aufzugeben. Dazu kommt eine hohe Bereitschaft, die Fehler des Partners zu übersehen, eine panische Angst vor unharmonischen Zeiten und dem Verlassenwerden.

Gleichzeitig kann eine Beziehungssucht dazu führen, dass man auf dem sprichwörtlichen toten Pferd sitzen bleibt. Die Angst vor dem Alleinsein ist dann grösser als das Leid, in einer lieblosen Beziehung ausgenutzt zu werden.

 

Beziehungsprobleme in einer potentiell guten Partnerschaft durch Beziehungssucht

Nicht immer geraten Beziehungssüchtige zwangsläufig in Beziehungen mit einem Partner, der diese Schwäche ausnutzt. Doch selbst wenn der neue Partner perfekte Grundvoraussetzungen und den Willen zum Aufbau eines gemeinsamen Lebens mitbringt, können die negativen Muster, die ein Liebessüchtiger in die Partnerschaft einbringt, eine handfeste Beziehungskrise nach sich führen.

  • Spricht jemand aus Angst vor Disharmonie nicht über seine/ihre Bedürfnisse, kann auch ein Partner mit gesundem Kompromisswillen nicht auf dessen Bedürfnisse eingehen. Niemand kann Gedanken lesen!
  • Die Ängstlichkeit eines Beziehungssüchtigen kann zu einem klammernden Verhalten oder übersteigerter Eifersucht führen. Das kann bei einem Partner, der sich sicher ist, keinen Anlass für dieses Verhalten gegeben zu haben, zu Verunsicherung und Ablehnung führen.
  • Die Selbstaufgabe des Beziehungssüchtigen hat zur Folge, dass auf dem anderen Partner ein zunehmend hoher Druck lastet. Es ist sehr anstrengend, alleinig für das seelische Wohlbefinden eines anderen verantwortlich zu sein, selbst wenn das nur unbewusst geschieht.
  • Gleichzeitig ist das mangelnde Selbstwertgefühl des Beziehungssüchtigen mit einem schwarzen Loch zu vergleichen. Es ist nicht durch einen äusseren Faktor zu füllen. Dieses unstillbare Bedürfnis nach positivem Feedback zwingt dem Partner eine sehr einseitige Rolle in der Beziehung auf.

 

Wege aus der Beziehungssucht

„Was bin ich wert, wenn ich nicht in einer Partnerschaft bin?“ Diese Frage ist Dreh- und Angelpunkt der Lösung aus der Beziehungssucht. Das eigene Selbstwertgefühl sollte nie am Beziehungsstatus festgemacht werden, sondern an persönlichkeitsinternen Werten. Das gilt übrigens für alle, nicht nur für Menschen in dysfunktionalen Beziehungen.

Nur mit einem gesunden Verhältnis zu sich selbst kann man in einer Beziehung die eigenen Ansprüche angemessen vertreten und gegen die des Partners abwägen, ohne in absolute Selbstaufgabe oder überzogene Eifersucht zu verfallen.

Und wenn man bei diesem Selbstfindungsprozess merkt, dass der Partner die eigene Schwäche ausgenutzt hat und nicht bereit ist, eine neue Gesprächskultur zu entwickeln? Dann muss man den Mut zum nächsten Schritt finden. Eine Trennung, vielleicht sogar eine Scheidung machen natürlich Angst. Doch ein sauberer Schnitt erlaubt ein Ende der Selbstaufgabe. Und so widersprüchlich es klingt: Nur, wenn man für die eigenen Bedürfnisse einstehen kann, kann man sich auf Partnersuche begeben und in einer neuen Beziehung ein neues Glück suchen.

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Klammern in der Beziehung

erdrückende LiebeEin von beiden Partnern unterschiedlich empfundenes Bedürfnis nach Nähe ist ein typisches Paarproblem.

Es beginnt damit, dass ein Partner den Wunsch des anderen nach einem Abend allein nicht akzeptieren kann. In seiner schlimmsten Form wird Klammern zum Beziehungskiller.

Dieses Problem kann sich beim Klammerer sogar über mehrere Partnerschaften hinziehen. Oft entsteht ein Kreislauf von Beziehungen und Verlassenwerden, in dem er keine Mitschuld bei sich selbst erkennt.

Was ist Klammern?

Eine Klarstellung vorweg: Es ist noch lange kein Klammern, wenn einer vor dem Fernseher kuscheln möchte, während der andere lieber mit Freunden ins Kino will. Zu einer Beziehung gehört dazu, dass man sich als Paar gelegentlich uneinig ist, wie (und vor allem wie viel) Zeit man miteinander verbringt. Die Gründe dafür sind unterschiedliche Interessen, der Altersunterschied oder einfach das Temperament.

Am Beziehungsanfang kommuniziert das Paar normalerweise, welcher Grad an Nähe und miteinander verbrachter Zeit für sie jeweils richtig ist. Das ist Teil des Umwandlungsprozesses, wenn aus der frisch verliebten Verrücktheit eine gefestigte Partnerschaft entsteht. Es ist normal, dass der eine Partner ein höheres Bedürfnis nach Beisammensein mitbringt als der andere. Die meisten Paare einigen sich, eher unterbewusst als verstandesgelenkt, auf einen Kompromiss.

Doch was, wenn sich dieses Gleichgewicht nicht einstellt? Oder nach einer langen Beziehung zu bröckeln beginnt?

Erdrückt durch Nähe

„Klammer doch nicht so!“ Einen grausameren Satz gibt es für einen Liebenden kaum. Seine Liebe ist unerwünscht. Für den, der diese Worte spricht, ist es hingegen ein Versuch, sich vor einem Einengen durch den Partner zu schützen.

Klammern ist nicht so einfach zu definieren. Was ist „zu viel“ Zeit, die man miteinander verbringt? Es gibt keine ISO-Norm, die uns die optimale Zeitverteilung zweier Menschen in einer Liebesbeziehung vorgibt. Menschen sind unterschiedlich, Beziehungen erst recht.

Problematisch wird es, wenn von einem Part Nähe, Intimität und miteinander verbrachte Zeit als Liebesbeweis empfunden wird. Einerseits kann der Klammerer so seine Liebe zeigen („Ich möchte doch nur bei Dir sein!“). Andererseits möchte sich der klammernde Part so die Liebe des anderen beweisen lassen („Du möchtest eigentlich woanders sein? Liebst Du mich denn nicht? Wenn Du jetzt hierbleibst, zeigst Du, dass Du mich liebst!“).

Liebesbeweise: die Währung der Klammerer

So werden abgesagte Verabredungen und gekippte Pläne zu einer Währung auf einem vom Klammerer akribisch geführten „Liebesbeweis-Konto“. Die Forderung nach Nähe und gemeinsam verbrachter Zeit ist gleichzeitig ein Werkzeug, um beim Partner ein schlechtes Gewissen zu erzeugen („Sieh mal: ich liebe mehr als Du!“). Viele Partner geben anfangs nach, denn das Element der emotionalen Erpressung ist beiden Partnern (noch) nicht bewusst. Doch der einseitige Druck bringt Spannungen in die Beziehung.

Klammern kann sich auch in anderen Phänomenen manifestieren als der Einforderung gemeinsamer Zeit. Eine Art des Klammerns ist das Überbehüten. Hier wird Nähe erzwungen, indem sich ein Partner aller Aufgaben des anderen annimmt. Die Grenzen sind fliessend, wie immer beim Thema Klammern: Natürlich gehört es dazu, sich Aufgaben zu teilen und einander zu helfen. Anders sieht es aus, wenn ein Partner dem anderen die Verantwortung für Alltägliches abnimmt und ihn infantilisiert, also zum Kind macht. Dahinter kann der (meist unbewusste) Versuch stehen, Kontrolle und Abhängigkeit zu erzeugen.

In schweren Fällen kommt beim Klammern ein ungehemmtes Kontrollbedürfnis dazu. Dann wird aus dem abstrakten „Liebesbeweis-Konto“ schnell reale Aufrechnung. Spätestens, wenn sich ein Partner dafür rechtfertigen muss, wofür er Geld ausgibt, ist ein Punkt erreicht, der nicht nur durch eine kleine Schräglage in der Beziehungsharmonie zu erklären ist. Der andere Partner hat in einer solchen Situation das Recht, die Notbremse zu ziehen.

Ursachen für klammernde Partner

Klammern in der BeziehungHinter Klammern steht Unsicherheit und die Suche nach Bestätigung. Der Grund dafür ist meistens in vorhergehenden Verletzungen zu finden. Wurde jemand in einer alten Beziehung – vielleicht sogar von einem Elternteil – besonders schmerzhaft verlassen oder betrogen? Es braucht kein Psychologiestudium, um nachvollziehen, dass Verlustängste die Manifestationen dieser Altlasten sein können.

Doch bei allem Verständnis für alte Ängste: Oft merken Klammerer nicht, wie viel Schaden sie in Beziehungen anrichten. Verletzungen einer alten Beziehung führen zu einem Verhalten in der nächsten, die diese schwer belastet. Zerbricht diese, bringt der Klammerer häufig eine noch schwerere Altlast in die nächste Beziehung mit… und so geht der Kreislauf weiter. Häufig erhoffen sich verletzte Menschen, dass in der neuen Beziehung alles besser würde – und wiederholen die alten Fehler. Es trägt eine gewisse Ironie in sich: Die Heilung, die man sich vom neuen Partner verspricht, macht das Problem häufig nur noch schlimmer.

Die Opferrolle

So ein Verhalten hat eine besondere Tücke: Der Klammerer sieht sich meistens nicht in der Schuld, wenn eine Beziehung in die Krise gerät oder endet. Hat er nicht alles richtig gemacht? Sich so viel Mühe gegeben? Sich der Beziehung mehr gewidmet?

Wer äusserlich betrachtet mehr in die Beziehung investiert hat, hat es leicht, die Opferrolle zu kultivieren. Schliesslich ist man der Verlassene. Derjenige, der bleiben wollte. Der nichts falsch gemacht hat. Eine so bequeme Ausrede vor sich selbst hat man nicht, wenn man die Beziehung aktiv beendet hat oder sogar fremdgegangen ist.

Das Gewissen des Klammerers schweigt. Der Verlassene muss sich keine Gedanken über seine Rolle bei Beziehungsproblemen oder der Trennung machen. Auch, wenn die Verantwortung für Trennungsgründe stets bei beiden Partnern liegt.

Die Mitschuld akzeptieren, Freiräume geben

Findet man sich in einem Kreislauf aus Beziehungen wieder, die wiederholt am selben Problem scheitern – Zurückziehen oder Fremdgehen des Partners – sollte man sich fragen, ob man am Ausgang dieser Beziehungen nicht Anteil hat.

Das kann hart sein: Man ist fraglos der Leidtragende, nicht Täter, wenn eine Beziehung durch das Fremdgehen des Partners beendet wurde. Keinesfalls geht es bei der Anerkennung von Mitverantwortung um die Umlagerung der Gesamtschuld, sondern um das Erkennen eigener Verhaltensweisen.

Doch wenn Beziehungsprobleme oder gescheiterte Beziehungen zu etwas gut sind, dann, um etwas über sich zu lernen und alte Probleme zu bewältigen. Werden Sie von Ihrem (Ex-)Partner beschuldigt, zu klammern? Vielleicht beantworten Sie dann die folgenden Fragen still für sich. Diese Fragen sollen nur ein Denkanstoss sein, kein Diagnosewerkzeug.

Klammere ich?

  • Kann ich einen Abend allein geniessen? Wenn nicht, wieso?
  • Ist mein Freundeskreis oder der meines Partners geschrumpft? Wenn ja, warum?
  • Leide ich schnell unter Eifersucht? Hat mir mein Partner Anlass zu Misstrauen gegeben?
  • Werde ich nervös, wenn ich nicht weiss, wo mein Partner ist?
  • Plane ich Freizeitaktivitäten ohne meinen Partner?
  • Gibt es in meiner Beziehung ein stark unausgewogenes Kommunikationsverhältnis? Melde ich mich häufiger als mein Partner?
  • Habe ich je heimlich in den E-Mails, Briefen, Chats oder im Smartphone meines Partners gestöbert?
  • Bin ich der einzige, der gemeinsame Aktivitäten vorschlägt?
  • Wurde ich in vergangenen Beziehungen verletzt? Habe ich das aufgearbeitet?
  • Fühle ich mich abgesichert, wenn der andere mir gegenüber in der Schuld steht?

 

Wege aus dem Klammerverhalten

Klammern lösenWie löst man sich aus dem Kreislauf des Klammerns? Das liegt in der Verantwortung desjenigen, der klammert. Und es läuft auf einen einzigen Satz hinaus: Lassen Sie los!

Eine gesunde Beziehung braucht nicht nur Nähe, sondern auch Freiheit. Man ist nicht nur die Hälfte eines Paares, sondern auch ein Individuum. Mit oder ohne Partner ist man ein ganzer Mensch.

Wenn man einzig Zeit mit dem Partner verbringt, kann man nur noch über das sprechen, was man ohnehin gemeinsam erlebt hat. Dann kann die gemeinsame Zeit nur noch langweiliger Alltag sein. Natürlich: Alltag gehört zum Beziehungsleben. Doch schafft man nur Qualitätszeit miteinander, indem man sich auch um sich selbst kümmert, Zeit ohne einander verbringt und andere Menschen trifft. Partnerschaften leben vom Gleichgewicht, dass man etwas miteinander aufbaut, sich aber gleichzeitig jeder so gut um eigene Belange kümmert, dass man vom Partner nicht ständig getragen werden muss.

Klammert man, stellt man an sich selbst und den Partner die Forderung nach Selbstaufgabe. Damit wird ein Druck aufgebaut, der die Beziehung belastet. Das beginnt damit, dass man vom Partner fordert, Hobbys einzuschränken oder die Freunde zu vernachlässigen. Darum: Ein Abend alleine zu verbringen, ist vollkommen in Ordnung.

INFO-BOX: Mein Partner klammert!

Für alle, die in einer Beziehung mit jemandem sind, der klammert, haben wir schlechte Nachrichten: Die Lösung muss vom Klammerer selbst ausgehen. Aber auch für die Opfer von Klammerern haben wir ein paar Ansätze:

Klammert Ihr Partner wirklich?
Stellen Sie sich diese Frage: Sind Sie sicher, dass der Vorwurf an Ihrem Partner gerechtfertigt ist? Haben Sie vielleicht ein besonders hohes Freiheits- und Distanzbedürfnis, vielleicht das Ergebnis eigener Verletzungen alter Beziehungen? Finden Sie gemeinsame Zeit mit dem Partner grundsätzlich nicht mehr schön und tragen Sie sich mit dem Gedanken, sich zu trennen? Fordert Ihr Partner mehr Zeit von Ihnen, weil Sie wenig Engagement bei gemeinsamen Pflichten (z.B. Kindern) zeigen und er nicht die Hauptlast tragen möchte? Dann liegt das Problem – und dessen Lösung – vielleicht nicht bei Ihrem Partner, sondern bei Ihnen.

 

Haben Sie nicht das Gefühl, sich zu entziehen? Stecken Sie in einer Beziehung zu jemandem, der klammert? Es gibt Wege, das Thema auf konstruktive Art anzusprechen:

 

„Ich brauche mal wieder Zeit für mich. Das bedeutet nicht, dass ich Dich nicht liebe oder die Zeit mit Dir nicht geniesse. Aber um Dir der Partner zu sein, der ich sein möchte, muss ich mich auch um mich selbst kümmern.“

„Ich denke, wir können einander bessere Partner sein, wenn wir gelegentlich etwas ohne den anderen machen. Sonst haben wir uns doch auch nie etwas Neues zu erzählen.“

„Was mache ich, dass ich Dich so verunsichere? Kann ich irgendetwas tun, damit Du Dich sicher fühlst, auch wenn ich Zeit ohne Dich verbringe?“
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Einsamkeit überwinden: Gründe & Auswege

einsamDie Überwindung von Einsamkeit… Bedeutet das, einen Partner zu finden? Oder zu lernen, dass Alleinsein nicht gleichbedeutend ist mit Einsamkeit? Es klingt wie ein Widerspruch, aber wer Einsamkeit überwinden will, braucht im ersten Schritt keine anderen Menschen, sondern sollte an sich selbst arbeiten.

Manchmal führt ein besserer Umgang mit dem Alleinsein – was eigentlich nichts anderes ist als ein besserer Umgang mit sich selbst – dazu, dass sich der Umgang mit anderen Menschen verändert. Schliesslich kennen wir doch alle den Spruch: Sobald man aufhört zu suchen, findet man den Partner fürs Leben.

„Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt.“

Schon in der Bibel steht diese einfache Tatsache: Menschen sind soziale Wesen. Unser Gehirn ist auf Zwischenmenschlichkeit programmiert. In Isolationshaft verändert sich nachweislich der Hormonhaushalt und schränkt die kognitiven Fähigkeiten ein. Zwar stecken die wenigsten von uns in Einzelhaft, doch hat die Psychologie auch für den Alltag festgestellt, dass sozialer Umgang ein wichtiger Baustein für eine gesunde Psyche ist.

Jeder Mensch bringt ein unterschiedlich starkes Bedürfnis nach sozialem Austausch mit. Ein richtiges, allgemeingültiges Mass gibt es nicht. Zwar sind wir, wenn wir nicht gerade auf einem einsamen Berg hausen, jeden Tag von anderen Menschen umgeben, doch für alle Menschen gilt: Man braucht mehr Kontakte als die unverbindliche Freundlichkeit von Kollegen oder der Bäckerin, die einem das Frühstücksbrötchen verkauft. Und fast alle Menschen sehnen sich nach einem Partner.

Wenn Einsamkeitsgefühle wachsen…

Mann sehnt sich nach einer BeziehungEinsamkeit ist ein abstraktes Gefühl. Sie wird individuell sehr unterschiedlich empfunden. Sie schleicht sich ins Leben wie ein Dieb. Alles ist bestens, wie immer. Doch eines Abends merkt man, dass etwas nicht stimmt. Ein diffuses Unwohlsein mit seinem Singlesein oder der Gesamtsituation, durch das man merkt, dass einem ein echter Kontakt zu einem anderen Menschen fehlt.

Die Ursachen, durch die Sie sich in einer solchen Situation wiederfinden können, sind vielfältig: Eine Trennung. Sich wandelnde Interessen, durch die man sich vom alten Freundeskreis entfernt hat. Der Umzug in eine neue Stadt. Eingeschliffene Gewohnheiten. Oder schlicht ein introvertierter Charakter, den es Überwindung kostet, sich neuen platonischen oder romantischen Beziehungen zu öffnen.

Nach der Erkenntnis, dass einem ein anderer Mensch fehlt, folgt automatisch die Frage: „Was stimmt mit mir nicht, dass ich niemanden habe?“ Diese Frage kann meistens nicht beantwortet werden – schlicht und ergreifend, weil mit Ihnen wahrscheinlich alles in Ordnung ist.

Weil Zweifel am Selbst meist so an einem nagen, dass man sich immer wieder intensiv damit beschäftigt, wandelt sich aus Gewöhnung an dieses Lebensgefühl die Frage „Was stimmt mit mir nicht?“ irgendwann zum Fakt: „Irgendwas stimmt mit mir nicht.“

Daraus entwickelt sich die Angst, auf neue Erfahrungen und Menschen zuzugehen. Aus dieser Schüchternheit verstärkt sich das Gefühl der Unzulänglichkeit. Die Folge: Man zieht sich tiefer und tiefer in sein Schneckenhaus zurück. Zu viel unfreiwillig mit sich selbst verbrachte Zeit ist der perfekte Nährboden für ein negatives Gedankenkarussell. Man redet sich ein, man sei nicht liebenswert, selbst Schuld daran, einsam zu sein und das Alleinsein sei eine Art Urteil, das die Gesellschaft über Charakter und Liebenswürdigkeit der eigenen Person gefällt hätte. Viele fühlen sich zunehmend ungeliebt, sozial inkompetent und überflüssig. Diese Faktoren können im schlimmsten Fall zu einer Depression führen. Einsamkeitsgefühle können krank machen.

INFO-BOX: Einsamkeit – Symptom modernen Lebens?

Wenn man sich mit älteren Menschen unterhält, scheint es manchmal so, als ob Einsamkeit ein relativ neues Problem sei. Und tatsächlich: Die Einsamkeit vieler Menschen der westlichen Welt ist eine der Schattenseiten des modernen Lebens.

Herrlich: Keiner zwingt uns, mit zwanzig verheiratet zu sein und Hausfrau zu werden bzw. den gleichen Beruf wie der Vater auszuüben. Stattdessen wählen wir unseren eigenen Lebensweg und individuelle Freizeitbeschäftigungen, machen Karriere und ziehen in andere Städte oder Länder.

Als junge Menschen sind wir frei und ungebunden. Allerdings fallen in der Konsequenz viele Sozialkontakte weg, die sich aus den Zwängen früher herrschender gesellschaftlicher Restriktionen automatisch ergeben haben. Bemerkbar macht sich das Fehlen solcher Kontakte meistens erst, wenn man sich irgendwo niederlässt. Meistens sinkt mit steigendem Alter das Bedürfnis danach, jedes Wochenende feiern zu gehen und es wächst das Bedürfnis nach einem Partner, mit dem man teilen kann, was man sich aufgebaut hat.

Doch das passiert häufig nicht „einfach so“, sondern muss aktiv angegangen werden. Die Schaffung von erfüllenden Sozialkontakten – freundschaftlichen wie partnerschaftlichen – liegt in unserer eigenen Verantwortung wie der Rest unserer Lebensgestaltung.

 

Ausbrechen aus der Einsamkeit

Ausbrechen aus der Einsamkeit

Wer glaubt, ein neuer Partner sei auf Dauer die Lösung seines Selbstwertgefühl-Problems, irrt. Eine neue Liebe kann zwar als Pflaster auf den Wunden der Psyche hilfreich sein, doch macht man sich dann von der Wertschätzung des Partners abhängig. Das ist nicht nur deshalb „gefährlich“, weil eine Partnerschaft zerbrechen kann. Es legt auch eine grosse Last auf die Schultern des Partners und kann die Beziehung genau deshalb belasten. Ein heimtückischer Kreislauf: Was Heilung bringen soll, wird durch die Angst, diese Heilung zu verlieren, zum Gift.

Die simple Wahrheit ist: Die Probleme mit Ihrem Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl werden Sie auch mit einem Partner haben. Vielleicht seltener, da Sie mehr Ablenkung haben und im besten Fall Bestätigung bekommen. Doch reicht eine kleine Erschütterung wie ein alltäglicher Beziehungskonflikt, in dem der Partner Ihnen keine Bestätigung geben kann oder will, und die Selbstzweifel sind wieder da.

Alleinsein lernen

Es geht also darum, die durch Einsamkeit entstandenen Selbstzweifel zu überwinden, ohne seinen Selbstwert an einer anderen Person festzumachen. Von der Ausbildung einer autonomen Persönlichkeit profitieren also nicht nur Sie, sondern auch ihre Partnerschaft. Und das von Anfang an: Ist man nicht von der Wertschätzung anderer abhängig, kann man während der Partnerwahl wählerischer und souveräner agieren. In der Beziehung kann man mit einem in sich selbst ruhenden Selbstbewusstsein positiv auf Konflikte einwirken, anstatt vor ihnen zurückzuweichen.

Man kann dem Partner, wenn dieser selbst durch eine Krise geht, besser beistehen. Kritik an der eigenen Person – sei sie nun berechtigt oder im Streit geäussert – reisst einem nicht den Boden unter den Füssen weg. Kurz: Die Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins und die Fähigkeit, das Alleinsein nicht als Einsamkeit zu empfinden, nimmt nicht nur Druck von Ihnen, sondern auch aus der Beziehung.

Tipps zur Überwindung von Einsamkeit

  • Raus aus dem Schneckenhaus! Gehen Sie eine Tätigkeit an, die auf den ersten Blick nichts mit Partnersuche zu tun hat. Besuchen Sie einen Zeichenkurs. Gehen Sie auf Buchlesungen. Treten Sie einem Chor bei. Machen Sie etwas, was Sie interessiert und an denen andere Menschen beteiligt sind.
  • Bauen Sie sich Ihr Nest! Die Wohnung ist der Spiegel der Seele. Mit sich selbst im Einklang zu sein, klingt danach, als ob man sich nur selbst mögen müsste. Tatsächlich muss man aber auch den Ort mögen, an dem man am meisten Zeit mit sich selbst verbringt. Und das sind die eigenen vier Wände. Wenn Sie sich freuen, nach Hause zu kommen, können Sie sich auch auf sich freuen.
  • Seien Sie Herr(in) über Ihre Aufmerksamkeit! Die Gedanken zu beherrschen, ist wie den Wind zu fangen. Trotzdem kann man lernen, das Denken in bestimmte Richtungen zu lenken. Wenn Sie allein sind und sich immer wieder in Gedankenschleifen und Grübeleien über Ihre Einsamkeit wiederfinden, üben Sie sich in Selbstdisziplin und schicken Sie ihre Gedanken in eine andere Richtung. Ist das einfach? Nein! Aber Übung macht den Meister. Ein paar Coaching-Stunden bei einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin können hier übrigens Wunder wirken.
  • Kontaktieren Sie alte Bekannte! Jeder hat ein paar Freunde, alte Arbeitskollegen oder Kommilitonen, die man im Laufe der Jahre aus den Augen verloren hat. Gehen Sie diese Liste im Kopf einmal durch: Bestimmt findet sich darunter jemand, von dem Sie sich fragen, was er heute so treibt. Dank Social Media und Email ist das Kontaktaufnehmen heute kein Problem mehr. Erweitern Sie so Ihren Bekanntenkreis und lernen Sie darüber neue Menschen kennen.
  • Keine Scheu vor Partnerbörsen! Durch das Internet stehen uns zur Kontaktaufnahme nicht nur direkte Kontakte zur Verfügung. Wer ganz konkret auf der Suche nach einem Partner ist, dem stehen online viele Partnerbörsen, wie z.B. Parship zur Verfügung.

Freundschaft zwischen Mann und Frau – gibt es das wirklich?

Freundschaft zwischen Mann und FrauEine Frage, die sich die meisten Menschen irgendwann im Leben stellen. Sei es, dass sie selbst einen besten Freund, eine beste Freundin haben oder dass der Partner oder Partnerin eine solche Freundschaft pflegt, was sich durchaus beunruhigend anfühlen kann.

Können ein Mann und eine Frau sich gut verstehen und sogar befreundet sein, ohne dass daraus eine Liebe entsteht? Schliesslich fühlen sich beide zueinander hingezogen. Hier hilft der Blick auf eine Studie, in der 737 Deutschschweizer Singles zu ihren Erfahrungen befragt wurden. Teilnehmer waren Männer und Frauen, die jüngsten waren 18, die ältesten 69 Jahre alt.

Wie stehen Deutschschweizer Singles zur Freundschaft mit dem anderen Geschlecht?

Drei Viertel der Befragten erklärten, dass sie schon einmal eine enge Freundschaft mit einer Person des anderen Geschlechts hatten oder haben. Bei den Männern waren es 70%, bei den Frauen 72%. Etwas mehr als die Hälfte erklärte, dass sie eine solche Freundschaft auch für machbar halten, also gute Erfahrungen vorweisen können. Etwa ein Viertel erklärte, dass eine solche Freundschaft Bestand haben kann, unter der Voraussetzung, dass beide in einer Beziehung sind. Ein weiteres Viertel hält das hingegen für ausgeschlossen und ist überzeugt, dass sich auf Dauer stärkere Gefühle entwickeln.

Welche Erfahrungen haben Deutschschweizer Singles gemacht?

Bei der Frage nach den gemachten Erfahrungen zur Freundschaft mit dem anderen Geschlecht erklärten 50% der Männer, dass sie sich durchaus von der besten Freundin auch angezogen gefühlt haben. Bei den Frauen war es nur ein Viertel. Aber nur 7% der Männer und 5% der Frauen haben es wirklich darauf ankommen lassen und gingen eine Beziehung mit der vertrauten Person ein. Ein Drittel schloss eine Beziehung schon deshalb aus, weil man sich gar nicht anziehend gefunden hätte. 12% der Frauen erklärten ausserdem, dass eine Beziehung gar nicht möglich gewesen wäre, weil der gute Freund homosexuell war. Bei den Männern gab es den umgekehrten Fall gar nicht. Gleichzeitig gab die Hälfte der Frauen an, dass sie ihren besten Freund sehr nett finden, aber eine Beziehung nicht infrage kommen würde. Nur 27% der Männer sahen das ebenso. Bei der Frage zu den Übereinstimmungen sagten 39% der Männer, dass sie sich vor allem mit Frauen anfreunden, die ähnlich denken wie sie. Bei Frauen traf das auf 28% der Befragten zu.

Welche Übereinstimmungen sind für eine Freundschaft wichtig?

Damit eine Freundschaft zwischen Mann und Frau bestehen kann, müssen sie nicht in allen Dingen einer Meinung sein, das ergab die Umfrage ebenfalls. Es zeigte sich auch, dass es Tabuthemen gibt, die dann doch lieber mit Vertrauten des gleichen Geschlechts besprochen werden. Frauen gaben an, mit männlichen Freunden vor allem über persönliche Probleme zu sprechen. Bei den Männern spielen auch Hobbys und Freizeitaktivitäten als Themen eine wichtige Rolle. Darüber hinaus fragen Männer die beste Freundin auch in Liebesdingen um Rat, was Frauen ihrerseits eher nicht tun. Tabuthemen hingegen sind das Aussehen, Geld und Sex.

Warum entstehen so selten Beziehungen aus Freundschaften?

Die Umfrage zeigt, dass viele Menschen Freundschaften zwischen Mann und Frau mit Argwohn betrachten. Das ist nur natürlich, denn Vertrauen, Verständnis und Sympathie machen zwar eine gute Freundschaft aus, sind aber auch die Voraussetzung für eine Beziehung. Allerdings zeigt die Umfrage auch verblüffend deutlich, dass die Mehrheit der Frauen gar nicht daran denkt, mit dem besten Freund eine Beziehung einzugehen. Auch die ungewöhnlich hohe Zahl der Freundschaft zu homosexuellen Männern lässt den Verdacht zu, dass Frauen möglicherweise genau darauf achten, sich mit Männern anzufreunden, die für eine Beziehung gar nicht zur Verfügung stehen. Männer sehen das offensichtlich deutlich entspannter. Viele berichteten von Phasen der Anziehung, die von der besten Freundin ausging.

Freundschaft oder Liebe?

Beides ist wichtig. Eine gute Freundschaft ist wertvoll und sollte erhalten werden. Ein Grund, warum sich aus einer Freundschaft zwischen Mann und Frau nur selten eine Beziehung entwickelt, wird vor allem in der Befürchtung des Scheiterns vermutet. Zwei Menschen, die als Freunde gut funktionieren, müssen als Paar längst nicht die selben Erfahrungen machen. Eine solche Veränderung kann schiefgehen. Das führt dazu, dass nicht nur der Partner oder die Partnerin verlorengeht, sondern auch die Freundschaft am Ende ist. Es ist davon auszugehen, dass diese Befürchtung in vielen Fällen das wichtigste Hindernis ist, warum aus einer Freundschaft so selten eine Beziehung wird.

Trennungsphasen: Die verschiedenen Phasen der Trennung

trennungsphasenIst das Beziehungsende da, bedeutet das noch lange nicht, dass beide nun ihrer Wege gehen und ein neues Leben beginnen. Die Phase zwischen der Erkenntnis, dass es vorbei ist und der Erkenntnis, dass der andere wirklich keine Rolle mehr spielt, ist die Trennungsphase.

Diese Phase ist sehr schmerzhaft und sie kann sehr lange dauern. Je mehr Sie aber darüber wissen, desto eher werden Sie verinnerlichen, dass es wirklich nur eine Phase ist. Wenn Sie sich dem Schmerz stellen, wird er vergehen. Sie gehen stabiler aus der Erfahrung hervor und sind frei für eine neue Beziehung, wenn Sie das möchten.

Männer und Frauen trennen sich verschieden

Wer einen Menschen gehen lassen muss, trauert. Im Gegensatz zu einem Sterbefall bleibt bei der Trennung oftmals die lange Zeit einer Resthoffnung. Solange diese Hoffnung besteht, verharren Sie und werden es nicht in die nächste Phase der Abnabelung schaffen. Es kommt zu einer Verleugnung der tatsächlichen Situation. Machen Sie sich bewusst, dass eine Trennung aus verschiedenen Phasen besteht.

Die erste Phase beginnt schon vor der Trennung. Erinnern Sie sich zurück. Hatten Sie ein ungutes Gefühl? Das ist die erste Phase, die der Vorahnung. Wenn Sie zurückdenken und der Meinung sind, dass doch eigentlich alles gut war, prüfen Sie sich kritisch. Haben Sie sich vielleicht etwas vorgemacht? Übrigens sind es eher Männer, die dazu neigen, schwierige Phasen in der Beziehung hinzunehmen. Das bedeutet nicht, dass sie dadurch verstärkt zu Lösungen bereit sind. Sie halten sie oftmals einfach aus, bis hin zum Ignorieren. Frauen sind tendenziell an diesem Punkt weniger tolerant.

TrennungWenn eine Frau also sagt, dass sie so nicht leben kann, dann ist das keine Laune, sie meint es ernst. Auch wenn sie das Thema wochenlang nicht mehr anspricht, ist die Krise nicht überwunden. Wenn sich nichts an der eigentlichen Situation geändert hat, ist es gut möglich, dass sie sich ablöst. Frauen brauchen statistisch gesehen länger, bis sie sich zu einer Trennung entschliessen.

Als Frau sollten Sie berücksichtigen, dass Männer sich anders trennen. Sie treffen eine Entscheidung und neigen weniger dazu, über die Trennung zu grübeln. Wenn ein Mann sagt, dass er sich trennen will, dann ist das keine Warnung, sondern der Entschluss. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Statistisch gesehen leiden Männer auch weniger unter der Trennung. Sie überwinden den Liebeskummer leichter. Dafür gibt es eine wissenschaftliche Erklärung und tatsächlich sind es hier die Rollenbilder, die ihnen helfen.

Auch heute noch werden Mädchen und Frauen mehr Emotionen zugestanden als Burschen und Männern. Dass ein Mann sich nach einer Trennung weinend bei einem Kumpel verkriecht, ist so gut wie undenkbar. Stattdessen geht’s auf ein Bier mit dem besten Kumpel in die Bar oder zum DVD-Abend. Er bekommt so gar nicht die Gelegenheit, sich in seiner Trauer zu verlieren und durchläuft die Trennungsphasen schneller. Mädchen und Frauen wird das „heulende Elend“ nicht nur zugestanden, es wird sogar erwartet. Auch die Begleitung von Freundinnen ist hochemotional. Traurige Filme, Eis und Schokolade sind Standardprogramm. Das entspricht zwar der emotionalen Lage, verzögert aber die Überwindung. Natürlich ist es in Ordnung, in Tränen auszubrechen und sich trösten zu lassen. Aber dann muss die Überwindung einsetzen. Schlimmstenfalls droht eine handfeste Depression.

  • Die Phase der Erstarrung: Ist die Partnerschaft beendet, beginnt die Phase der Erstarrung. Sie kann unterschiedlich lang anhalten. Trennungsschmerz kann auch entstehen, wenn die Beziehung noch gar nicht existiert hat. Das ist dann der Fall, wenn sich erste Gefühle entwickelt haben und dann die Erkenntnis kommt, dass diese Gefühle einseitig sind. Hilflosigkeit, Trauer und Ratlosigkeit kennzeichnen diese Phase. Es fällt schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Sie erkennen diese Phase daran, dass Sie nicht begreifen können, was gerade passiert. Über den Tag verteilt kommen Sie immer wieder in Situationen, in denen Sie Ihr Verhalten anpassen müssen, weil der Partner nicht mehr da ist.
  • Die aktive Phase: Nach der Erstarrungsphase folgt die aktive Phase. Sie sind noch sehr weit davon entfernt, die Entscheidung des Partners zu akzeptieren. Stattdessen grübeln Sie, wie Sie ihn vielleicht zurückgewinnen können. Sie suchen Kompromisse, geben Versprechungen ab, die bis zur Selbstaufgabe führen können. Ein fairer Ex-Partner wird deutliche Worte finden. Gefährlich wird es für Sie, wenn der andere Sie hinhält, weil er oder sie Zeit braucht. Solange diese Zeit anhält, wird es für Sie fast unmöglich, den Liebeskummer zu überwinden. Stattdessen drohen Wut und Depression, aber auch Hoffnungslosigkeit und die Verleugnung der Tatsache, dass die Trennung unausweichlich sein kann.
  • Die Wutphase: Die Wutphase ist eine gefährliche Phase. Alle Emotionen richten sich jetzt nach aussen. Sie haben begriffen, dass der Partner nicht mehr mit Ihnen zusammen sein will. Die Wutphase ist wichtig. Ihre Kraft kehrt zurück, sie muss nur noch in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Unternehmen Sie viel, fangen Sie ein neues Hobby an, treiben Sie Sport, gehen Sie aus und treffen Sie interessante Menschen. Behalten Sie im Hinterkopf, dass diese Phase die Gefahr beinhaltet, dass Sie Rachegedanken entwickeln. Das sollten Sie nicht zulassen, denn damit vergiften Sie im Ergebnis sich selbst und werden sich anschliessend noch schlechter fühlen. Achten Sie auf sich!
  • Akzeptanz: In der letzten Phase haben Sie begriffen, dass es vorbei ist. Der starke Schmerz hat nachgelassen, stattdessen fühlen Sie eine furchtbare Leere bis hin zur Aussichtslosigkeit. Wenn Sie jetzt glauben, dass Sie mit einem sexuellen Abenteuer die Phase schneller überwinden, irren Sie sich. Sie werden nur kurz abgelenkt sein. Danach kehrt die Leere zurück und Sie fühlen sich möglicherweise sogar schuldig. Schliessen Sie erst mit der alten Beziehung vollständig ab, denn jetzt beginnt der Lernprozess. Sie sind nicht mehr voller Wut. Deshalb ist Ihr Kopf freier. Schützen Sie sich aber vor Selbstvorwürfen. Versuchen Sie stattdessen Schritt für Schritt, die Ereignisse aufzuarbeiten. Kehren Sie zu sich zurück, stellen Sie sich in den Mittelpunkt und gehen Sie fürsorglich mit sich um. Vermeiden Sie Bitterkeit über den Gedanken an zerplatzte Träume. Es werden sich neue Türen öffnen und um diese wahrzunehmen, brauchen Sie einen kühlen Kopf.

Fazit – stellen Sie sich dem Problem

In welcher Phase auch immer Sie sich gerade befinden, jede einzelne ist mit negativen Gefühlen behaftet. Glück gibt es in dieser Zeit nicht. Das macht es so schwer, den Liebeskummer und die Trennung zu überwinden. Auch deshalb sollten Sie sich bemühen, die verschiedenen Phasen so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Erst dann ist die Neuorientierung möglich und es wird Ihnen von Tag zu Tag besser gehen. Machen Sie sich bewusst, was schiefgelaufen ist, damit Ihnen die möglicherweise gemachten Fehler nicht noch einmal widerfahren.

On-Off Beziehung

On-Off BeziehungOn-Off Beziehungen sind keine Seltenheit. Dabei handelt es sich um Beziehungen, die immer wieder unterbrochen werden. Für die Betroffenen selbst und auch für ihr Umfeld sind sie eine grosse Belastung. Aber was steckt dahinter? Wie findet man heraus, ob man zusammengehört oder nicht? Und falls es nicht klappt, wie funktioniert eine endgültige Trennung? Diese Fragen sollen in diesem Beitrag beantwortet werden.

Was ist eigentlich eine On-Off Beziehung?

Menschen in einer On-Off Beziehung trennen sich wiederholt und kommen wieder zusammen. Sie erleben ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Ihr Beziehungsleben gleicht einer Berg- und Talfahrt, deren Verlauf für das persönliche Umfeld absolut vorhersehbar ist. Auf jede Versöhnung folgt ein Gefühlshoch, dann schleichen sich die Alltagsprobleme wieder ein, es kommt zur Trennung und nach einer gewissen Zeit erfolgt die erneute Annäherung und das Drama beginnt von vorn. Für Freunde und Verwandte sind diese Entscheidungen unerklärlich. Daher ist es nachvollziehbar, wenn sie sich einmischen und versuchen, den Verlauf mit vernünftigen Argumenten zu durchbrechen. Das gelingt aber nur selten.

Eine On-Off Beziehung kann zerstörerisch werden. Auch wenn es keine Garantie für eine lebenslang anhaltende Beziehung geben kann, so ist die emotionale Achterbahnfahrt enormer psychischer Stress und kann auch grundsätzlich stabile Menschen aus dem seelischen Gleichgewicht bringen. Das Vertrauen wird nachhaltig gestört, denn irgendwann wird den Beteiligten klar, dass es in ihrer Beziehung keine Stabilität gibt und vielleicht auch niemals geben wird. Selbst wenn es beiden gelingt, sich aus der Situation zu lösen, kann es lange dauern, bis sie sich davon erholt haben. Der nächste Partner bekommt die Folgen dann oftmals auch noch zu spüren.

Was sagt die Psychologie zu On-Off Beziehungen

Die Psychologie kennt mehrere Muster der On-Off Beziehungen, denn nicht selten suchen Paare in solchen Problemen therapeutische Hilfe. Sie erhoffen sich einfache Antworten auf ihre Beziehungsprobleme, denn natürlich erkennen sie, dass ihr Verhalten ungesund ist und weit entfernt von einer normalen Partnerschaft. In den Sitzungen gilt es dann zu analysieren, was genau nicht stimmt. Dazu müssen sich beide selbst erkennen, ihre Wünsche und Hoffnungen formulieren und die Kritikpunkte des Partners akzeptieren. Aber auch die Frage nach den wahren Gefühlen steht im Raum. Es kann durchaus sein, dass längst keine Liebe mehr vorhanden ist, sondern mit Gewohnheit verwechselt wird. Da sich On-Off Paare selten ruhig und friedlich trennen, sondern zumeist mit heftigen Auseinandersetzungen, können die damit verbundenen Emotionen ein falsches Bild über die tatsächlichen Gefühle vermitteln.

Die Betroffenen verwechseln das Auf und Ab mit echter Liebe. Das ist aber nur eine mögliche Antwort. Auch Eifersucht, Bindungsangst und die Unfähigkeit loszulassen, spielen eine wichtige Rolle. Bei narzisstischen Persönlichkeiten gibt es die Trennung als Machtmittel. Ist der Partner in einem Abhängigkeitsverhältnis, das auch rein emotionaler Natur sein kann, wird die wiederholte Trennung zum Druckmittel. Dass diese Vorgehensweise für den Zurückgebliebenen höchst belastend ist und zu ernsten psychischen Problemen führen kann, ist leicht vorstellbar. Eine solche Beziehungsform lässt sich nur durchbrechen, wenn es einem von beiden gelingt, sich endgültig zu verabschieden.

Sind On-Off Beziehungen ein Zeichen unserer Zeit?

on off SchalterOftmals ist zu lesen, dass On-Off Beziehung typisch sind für unsere Zeit. Die Scheidungsrate steigt und auch die frühere Aussage, dass Paare ein Leben lang zusammenbleiben, wenn sie erst einmal die Silberhochzeit überwunden haben, trifft nicht mehr zu.

Allerdings waren On-Off Beziehungen früher nicht so einfach möglich. Sie spielten sich vermutlich mehr in den eigenen Räumlichkeiten ab, denn es war gesellschaftlich nicht akzeptiert, sich zu trennen. Sicher war auch das nicht die Ideallösung. Von einem Trend kann dennoch nicht die Rede sein. Das öffentliche Interesse an On-Off Beziehungen von Prominenten kann aber den Eindruck vermitteln.

Von aussen helfen – ist das möglich?

Wenn ein Paar nach einer Trennung wieder zusammenfindet und glücklich ist, sollte das eigentlich ein Grund zur Freude sein. Wiederholt sich das aber, wird die Zustimmung mit jeder Wiederholung weniger. Ab einem gewissen Punkt werden Freunde und Familienmitglieder auch anfangen, sich einzumischen. Allerdings sind die Erfolgsaussichten ausgesprochen gering. Es besteht sogar die Gefahr, dass die Betroffenen nun erst recht zueinanderhalten. Der nächste Absturz wird dann umso schmerzhafter. Wenn es gelingen soll, wenigstens einen von beiden wach zu rütteln, sind sehr viel Vertrauen und auch Verständnis nötig. Das Bedürfnis, über die Ereignisse zu sprechen, muss ausserdem vorhanden sein. Es ist darüber hinaus hilfreich, die Person möglichst nicht zu viel allein zu lassen. Je mehr Halt derjenige nach der Trennung nun erfährt, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass er es wirklich schafft, sich abzulösen. Vorwürfe sind nicht angebracht. Dennoch können klare und unmissverständliche Worte helfen.

Ab wann wird eine On-Off Beziehung schädlich?

Wer immer wieder in eine Beziehung zurückkehrt, hat Probleme mit dem Loslassen. Direkt nach der Trennung beginnt die erste schmerzhafte Trennungsphase. In dieser anstrengenden Gefühlslage verliert sich die Erinnerung an die Probleme in der Beziehung. Stattdessen machen sich Einsamkeit, Verzweiflung und tiefe Trauer breit. Anstatt den Liebeskummer zu überwinden, kommt es zu einem Verharren in der Lage, die sich dann aussichtslos anfühlt. Die Beteiligten müssen erkennen, dass „Schluss“ und „Pause“ zwei verschiedene Dinge sind.

Gibt es auch die Rettung für eine On-Off Beziehung?

Ja, es gibt diese Möglichkeit. Beide müssen bereit sein, sich kritisch mit dem eigenen Verhalten zu befassen. Ohne therapeutische Unterstützung wird das nur schwer möglich sein. Bis die Betroffenen Hilfe suchen, sind die Konflikte oft schon so festgefahren, dass es langwierig und kompliziert ist, etwas zu verändern. Wie Menschen mit Beziehungen umgehen, ist zudem eine Verhaltensweise, die schon früh im Kindesalter erlernt wird. Sich zu ändern, kommt quasi einem Umerziehen gleich. Das zeigt, dass das nur funktionieren kann, wenn die Bereitschaft dafür da ist.

Neuer Partner nach einer On-Off Beziehung – gleichen Fehler vermeiden

Auch wenn das Bedürfnis nach einer neuen Partnerschaft verständlich ist, es ist wichtig, mit dem was gewesen ist abzuschliessen. Passiert das nicht, ist die Gefahr, dass neue Fehler gemacht werden, sehr gross. Erst muss der Liebeskummer überwunden und die endgültige Trennung realisiert werden. Nur so gelingt der Weg aus der Abhängigkeit, die beide immer wieder zueinander treibt. Alles andere wäre Trug an der eigenen Seele. Um eine Wiederholung der gemachten Fehler zu vermeiden, ist es ausserdem wichtig, zu erkennen, wo genau die Probleme lagen.

Oftmals will ein Partner zu viel Nähe, die der andere in dieser Form aber nicht erträgt. Es ist daher hilfreich, einen Paartherapeuten hinzuzuziehen. Das empfiehlt sich auch für Einzelpersonen nach einer Trennung. Der Therapeut hilft bei der Aufarbeitung, ist ein geduldiger Zuhörer, wird aber mit seinen gezielten Fragen auch bei der Reflexion helfen. Auch das ist ein Prozess, der schmerzhaft sein kann. Er hilft aber, die Trennungsphase dieses Mal auch endgültig zu überwinden. Im Anschluss steht der neuen Partnersuche nichts mehr im Wege. Die Abhängigkeit ist überwunden.