Beziehungskrise: So finden Sie Auswege aus der Krise!

Krise in der BeziehungDas Problem kennt wohl jeder, der eine oder mehrere Partnerschaften hinter sich hat: Ganz am Anfang, wenn noch die Schmetterlinge im Bauch heftig flattern und der Himmel voller rosaroter Wolken hängt, sind beide Partner der felsenfesten Überzeugung: Diesmal ist es für immer und nichts kann uns trennen! Doch irgendwann – manchmal sind es nur Monate, manchmal vergehen Jahre – schlittern zahlreiche Beziehungen in eine Krise.

Vielfältige Ursachen können Beziehungskrisen auslösen. Wenn die Partner die ersten Anzeichen erkennen und auch bereit sind, gemeinsam an ihrer Partnerschaft zu arbeiten und dieser neuen Schwung zu geben, müssen Krisen aber nicht zwangsläufig auch zu einer Trennung führen. Sofern sich kein absoluter Beziehungskiller in die Zweisamkeit eingeschlichen hat, kann die Beziehung im Gegenteil sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Wichtig: Die Krise rechtzeitig erkennen

Partner ist eifersüchtigIn aller Regel schlittert ein Paar nicht von jetzt auf gleich in eine Beziehungskrise. Das kommt in den seltensten Fällen vor, beispielsweise wenn der Seitensprung eines Partners ans Licht kommt und sich der andere betrogen fühlt. Sehr viel öfter beginnt eine Beziehungskrise schleichend und kündigt sich schon lange im Vorfeld an. Wichtig ist es deshalb für beide Partner, die Gründe und Anzeichen frühzeitig zu erkennen.

Dann können sie die Beziehungsprobleme gemeinsam – und gegebenenfalls mit professioneller Hilfe – lösen, bevor die Beziehung auseinanderbricht oder die Ehe geschieden wird. Ein gefährlicher Zeitpunkt für eine Krise sind übrigens die ersten Wochen und Monate, nachdem ein Paar zusammengezogen ist. Denn nun erleben die Partner den Alltag gemeinsam und ungeschönt, wobei in der gemeinsamen Wohnung oft ein Rückzugsort für beide Partner fehlt. In vielen Situationen sind nun Konflikte vorprogrammiert, die gemeinsam gelöst werden müssen oder eben zur Trennung führen können.

Diese Gründe können zu einer Beziehungskrise führen

Streitfaktor 1: Die Hausarbeit

In vielen Fällen ist die leidige Hausarbeit Grund für einen Streit. Das betrifft vor allem Paare, in denen beide Partner berufstätig sind. Der häufigste Streitpunkt ist die gerechte Aufteilung der Hausarbeit, wobei sich ein Partner durchaus benachteiligt fühlen kann, obwohl die anfallenden Arbeiten zeitmässig gerecht aufgeteilt sind. Dies ist dann der Fall, wenn ein Partner die unliebsamen Arbeiten übernehmen muss, etwa das tägliche Kochen – schlicht und ergreifend, weil der Partner nicht kochen kann.

Die Hausarbeit kann übrigens auch zu einem Problem werden, wenn beide Partner ihren eigenen Haushalt haben: Ist einer der beiden Partner häufiger beim anderen zu Besuch als umgekehrt, fühlt sich der Gastgeber unterschwellig oft ausgenutzt.

 

Streitfaktor 2: Das liebe Geld

Auch wenn die Partner schon länger zusammenleben, kann es des Öfteren Streit ums Geld geben. Die typische Konstellation: Einer der Partner ist eher sparsam, während der andere Partner sich selbst und seinem Partner gerne das eine oder andere Stück Luxus im Alltag gönnt. In dem Fall ist es übrigens oft unerheblich, ob das Paar nur ein begrenztes Budget hat oder ausreichend Geld vorhanden ist.

 

Streitfaktor 3: Rauchen

Ein häufiger Konfliktpunkt ergibt sich, wenn einer der Partner raucht, der andere aber nicht. Sich auf Biegen und Brechen und nur aus Liebe zum Partner das Rauchen abzugewöhnen, ist allerdings eine denkbar schlechte Idee, weil der Raucher auf Entzug oft schon bei Kleinigkeiten gereizt reagiert und sich daraus erst recht ein unnötiger Streit ergeben kann. Die bessere Alternative besteht darin, die Wohnung in einen Raucher- und einen Nichtraucherbereich aufzuteilen.

 

Streitfaktor 4: Eifersucht

Vor allem, wenn ein Partner offen und kontaktfreudig ist und auch gerne einmal flirtet, während der andere eher in sich gekehrt ist, kann Eifersucht reifen. Gibt es einen Grund für die Eifersucht, etwa weil Fremdgehen schon einmal ein Problem war, sollte die Partnerschaft besser gleich beendet werden. Entsteht Eifersucht durch ein mangelhaftes Vertrauen in den Partner, sollte das Paar gemeinsam an diesem Punkt arbeiten.

 

Streitfaktor 5: Kinderwunsch

Spätestens mit Mitte 30 kann ein nicht erfüllter Kinderwunsch zu einem existenziellen Problem für eine Partnerschaft werden. Während sich der eine Partner vielleicht in der Zweisamkeit rundum wohl fühlt, möchte der andere gerne eine Familie gründen. Und während ein Partner möglicherweise bereits mit einem Kind vollkommen erfüllt ist, möchte der andere vielleicht eine kleine Kinderschar um sich herum haben.

 

Streitfaktor 6: Die Zeit der Schwangerschaft

Oft kriselt es in einer Partnerschaft ausgerechnet in der glücklichsten Zeit. Nämlich dann, wenn die Frau schwanger ist und das perfekte Familienglück in greifbarer Nähe liegt. Der Grund: Die hormonelle Umstellung im Körper der Frau führt oft dazu, dass sie sich völlig anders verhält als normal und beispielsweise oft grundlos gereizt ist. Auch daraus kann sich ein Streit entwickeln.

 

Streitfaktor 7: Die Kindererziehung

In Fragen der Erziehung sollten sich die Partner im Idealfall schon vor oder spätestens während der Schwangerschaft einig sein und später dem Kind gegenüber Einigkeit demonstrieren. Verfolgen beide Partner nämlich unterschiedliche Erziehungsziele, lernt das Kind schnell, wie es die Eltern gegeneinander ausspielen kann, was natürlich für Streit sorgt.

 

Streitfaktor 8: Gegensätze, die sich nicht ergänzen

Was am Anfang bei vielen Paaren für zusätzliches Prickeln sorgt, kann sich später im Alltag als wahrer Beziehungskiller herausstellen: Zwar heisst es gemeinhin, dass sich Gegensätze anziehen. Im Beziehungs-Alltag kann es allerdings sehr schnell passieren, dass sich die vermeintlich spannenden Gegensätze so gar nicht ergänzen wollen.

 

Streitfaktor 9: Die persönliche Vergangenheit

Noch nicht verheilte Wunden aus der Vergangenheit können eine massive Belastung für eine Partnerschaft darstellen. Die Verletzungen können durch Betrug, Verlust, Verunsicherung oder Angst verursacht worden sein – nicht einmal unbedingt vom aktuellen Partner. In der neuen Partnerschaft kann dann schon das kleinste Anzeichen ausreichen, um die alten Wunden wieder aufzureissen.

 

Wie lässt sich ein Streit lösen?

Wie in der Auflistung beschrieben, zählt ein Streit, also eine offen ausgetragene Meinungsverschiedenheit, zu den häufigsten Gründen für Beziehungsprobleme. Der Streit kann sowohl einen positiven als auch einen negativen Verlauf nehmen. Hierzu ein Beispiel:

 

Phase 1: Der Grund für den Streit

Der Streit entsteht, weil ein Partner verschmutzte Wäsche irgendwo in der Wohnung hat liegen lassen. Bei einem negativen Streitverlauf steigern sich die Partner in die eigene Position hinein, werden unter Umständen laut und beschimpfen sich vielleicht sogar. Ein positiver Verlauf würde so aussehen, dass der verärgerte Partner erst einmal seinem Ärger Luft macht und sich der „Schuldige“ rechtfertigt oder entschuldigt. Schliesslich könnte während des Aufräumens ja auch etwas dazwischen gekommen sein, und der Partner hat es schlicht vergessen.

 

Phase 2: Unversöhnlichkeit

Jeder Partner beharrt auf seinem Standpunkt. Eine Einigung ist nicht möglich. Der Partner legt das unerwünschte Verhalten erst recht an den Tag.

 

Phase 3: Resignation

Einer oder beide Partner resignieren. Weitere Fehler des anderen werden gesucht. Die Gespräche enden meist in einem Streit.

 

Phase 4: Trennung

Rettungsversuche scheitern. Die Partner sprechen nur noch das Nötigste miteinander. Einer oder beide Partner ziehen die Konsequenzen und sie trennen sich.

 

Diese Anzeichen deuten eine Beziehungskrise im Vorfeld an

Werden die Anzeichen für eine Beziehungskrise rechtzeitig erkannt, können beide Partner daran arbeiten und so rechtzeitig möglicherweise eine Trennung verhindern, bevor sie sich überhaupt anbahnt. Im Grunde geht es nämlich nur um Verhaltensmuster, die sich bei einem Partner oder bei beiden einschleichen:

 

Anzeichen 1: Mangelnde oder fehlende Unterstützung

In der Anfangsphase einer Beziehung helfen und unterstützen sich die Partner bei jeder noch so kleinen Erledigung. Irgendwann schiebt ein Partner jedoch immer häufiger Gründe vor, warum er genau dafür keine Zeit hat. Der Partner, der sich alleingelassen fühlt, sollte seinem Gegenüber klar machen, dass dessen Hilfe extrem wichtig für ihn ist.

 

Anzeichen 2: Kein Interesse mehr am Partner

Zwar teilen die Partner nach wie vor Tisch und Bett miteinander, doch im Grunde leben sie aneinander vorbei, reden immer seltener miteinander und gehen zunehmend ausschliesslich ihren eigenen Interessen nach. Zeigt der Partner jedoch kein Interesse mehr, fühlt sich der andere schnell ungeliebt und abgelehnt. In diesem Fall sollten sich beide Partner nicht scheuen, über ihre Gefühle zu sprechen.

 

Anzeichen 3: Respektlosigkeit

Gegenüber Freunden oder der Familie schlecht über den Partner zu reden, gilt als absolute Todsünde in jeder Beziehung. Dem Partner sollte in diesem Fall klar gemacht werden, dass sein Verhalten extrem verletzend ist. Auch ein Hinweis darauf, dass das Umfeld davon unangenehm berührt sein und sich zurückziehen könnte, kann nicht schaden.

 

Anzeichen 4: Erniedrigungen und Machtspiele

Hackt ein Partner ständig auf den Schwächen des anderen herum, ist dies auf Dauer extrem schmerzhaft. Das permanente Nörgeln, Belächeln, Berichtigen oder Kritisieren, ist geradezu ein Synonym dafür, dass es in der Beziehung krankt. Dem Partner sollte erklärt werden, wie sich das „Opfer“ dabei fühlt. Auch eine Ursachenforschung empfiehlt sich, denn vielleicht steckt hinter dem Verhalten ja eigene Unsicherheit.

 

Anzeichen 5: Vorwürfe

Ein absoluter Beziehungskiller sind ständige Vorwürfe und Schuldzuweisungen. Pauschale Vorwürfe sollten deshalb tunlichst vermieden werden, während der Angegriffene die Vorwürfe durchaus selbstkritisch überprüfen sollte, ob es vielleicht tatsächlich Punkte gibt, an denen er arbeiten sollte. Der falsche Weg ist, sich beleidigt abzuwenden oder verletzt zurückzuschiessen.

 

Anzeichen 6: Dauerstreit

Wenn jedes Gespräch nur noch im Streit endet, ist dies ein Anzeichen für eine tiefe Krise, wenn es im Anschluss keine liebevolle Versöhnung gibt. Hier sollten sich beide Partner etwas zurücknehmen und keinesfalls unfair, verletzend oder laut werden. Erfolgt ein Angriff aus dem Nichts, sollte dem Partner seine Irrationalität klar gemacht werden.

 

Anzeichen 7: Emotionale Erpressung

Der Partner gibt nur Zuneigung und Unterstützung, wenn ihm alles recht gemacht wird? Der Partner sollte sich keinesfalls verbiegen, sondern deutlich machen, inwieweit er kompromissbereit ist und erklären, wann eine – vielleicht – berechtigte Kritik in einen Erziehungsversuch umschlägt.

 

Anzeichen 8: Schweigen

Wird in der Partnerschaft nur noch über alltägliche Banalitäten gesprochen, hat die Entfremdung bereits begonnen. Hilfreich ist es, den Partner darauf hinzuweisen, dass er über alles reden kann.

 

Anzeichen 9: Die Sexualität leidet

Zwar wird Sex mit zunehmender Dauer einer Beziehung unwichtiger und damit auch seltener, trotzdem sollte keiner der beiden durch die Situation gefrustet sein. Hier helfen eine gemeinsame Analyse der Situation und die gemeinsame Suche nach einer Lösung.

 

Anzeichen 10: Untreue

Fremdgehen ist zunächst einmal eine schmerzhafte Wahrheit für den Betrogenen. Jedoch sollte dieser die Situation auch als Chance wahrnehmen. Diese Situation ist nämlich die beste Gelegenheit für einen Neuanfang – ob mit oder ohne den Partner.

 

Wie lassen sich Beziehungskrisen lösen?

Grund für Beziehungskrise: Finanzielle StreitigkeitenUm eine Beziehungskrise zu lösen und die Partnerschaft zu retten, sollten die Partner zunächst einmal miteinander reden, um herauszufinden, wer oder was die Krise verursacht hat. Denn oftmals stellt sich dann heraus, dass einer der Partner sich oder sein Verhalten massiv geändert hat.

Das muss nicht unbedingt an ihm selbst liegen, sondern kann durchaus auch von aussen verursacht worden sein. Beispielsweise kann einer der Partner in seinem Job massiv unter Druck stehen oder er wird von seinen Kollegen gemobbt und möchte mit dem Partner nicht darüber reden, um ihn nicht unnötig zu belasten. Dieser an sich gute und fürsorglich gemeinte Ansatz kann jedoch schon bald in einer regelrechten Beziehungskatastrophe enden.

Natürlich kann die Situation bereits so verfahren sein, dass die Partner nicht mehr in der Lage dazu sind, ruhig und sachlich miteinander zu reden. Die Partner haben nun mehrere Möglichkeiten, wenn beiden etwas an der Beziehung liegt.

  • Eine Beziehungspause kann beiden Partnern dabei helfen, etwas Abstand zur Situation und zum Partner zu gewinnen und die Situation bald sachlicher und frei von Emotionen zu betrachten. Dann können beide nach einem gewissen zeitlichen Abstand wieder konstruktiv miteinander reden.

 

  • Gegebenenfalls kann es auch nicht schaden, eine Paarberatung aufzusuchen oder eine Paartherapie zu beginnen. Hier steht eine neutrale dritte Person zwischen den Partnern, welche die Situation neutral betrachtet und deshalb besser analysieren kann. Das Gespräch mit einem Dritten bietet zudem den Vorteil, dass die Emotionen nicht hochkochen können und so sinnvoll nach einem Lösungsweg aus der scheinbar verfahrenen Situation gesucht werden kann. Freunde sind übrigens in einer Beziehungskrise denkbar schlechte Mediatoren. Der Grund: Sie stehen für gewöhnlich einem der Partner näher und schlagen sich – wenn auch nur unbewusst – auf dessen Seite.
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