Narzissmus und Partnerschaft

selbstliebe und narzissmusDass Beziehungen mal mehr und mal weniger harmonisch verlaufen, ist nicht ungewöhnlich. Es gibt aber auch Verbindungen, die aufgrund der Charakterzüge zu dauerhaften Problemen führen können. Noch schwieriger wird es, wenn Störungen der Persönlichkeit hinzukommen. Dazu gehört auch der Narzissmus. In der Partnerschaft kann eine narzisstische Persönlichkeit zu einer ernsten Belastung werden. Leben Sie vielleicht in einer solchen Beziehung? Nachfolgend erfahren Sie, was einen Narzissten ausmacht und welche Wege es aus der belastenden Situation gibt.

Was ist eine Narzisstische Persönlichkeit

Wer über eine narzisstische Persönlichkeit verfügt, tritt nach aussen stark auf, gewinnt seine Stärke aber nur aus der Bewunderung anderer. Der Narzisst ist daher bemüht, sich mit Personen zu umgeben, die ihn für seine Stärke und scheinbare Unabhängigkeit bewundern. Er will sein Umfeld kontrollieren, vor allem, um seine Anerkennung zu sichern. Gleichzeitig duldet er aber keine Einmischung in seine eigenen Befindlichkeiten. Bewusst hält er Partner und Familie aus seinen eigenen Ängsten und Nöten heraus und verhindert so Schwäche zu zeigen, die ihn möglicherweise angreifbar macht und vor allem alle anderen Personen stärker dastehen lässt. Solche Personen sind sich bewusst, dass sie abhängig von der Bewunderung und Anerkennung sind, und leiden mitunter auch darunter. Auf der anderen Seite erleben sie grosse Glücksgefühle, wenn sie die Bewunderung anderer fühlen.

📒 ► Lesen Sie hier die Erfahrungsberichte von Betroffenen in den Kommentaren

Was ist mit dem Partner des Narzissten

Die meisten Menschen mit narzisstischer Persönlichkeit sind Männer. Sie interessieren sich besonders für Frauen, die ihnen die gewünschte Bewunderung entgegen bringen. Oftmals handelt es sich dabei um Frauen, die ihrerseits besonders begehrenswert sind und auch von anderen Männern umgarnt werden. Das muss aber nicht am Aussehen liegen, auch Frauen, die besonders erfolgreich sind, üben auf diese Männer eine grosse Attraktivität aus. Die Frage ist also, was reizt durchaus erfolgreiche Frauen an diesen Männern? Dafür gibt es Erklärungen. Zunächst durchschauen die Frauen zu Beginn nicht, dass sich hinter dem vermeintlich starken Mann eine narzisstische Persönlichkeit verbirgt. Stattdessen sehen sie einen Mann, der souverän im Leben steht und andere Menschen durch sein Verhalten und sein Handeln überzeugen kann.

Er ist damit scheinbar ein starker Lebenspartner, der gerne Verantwortung übernimmt und auch Konflikte nicht scheut. Das macht ihn attraktiv. Aber das ist noch nicht alles. Frauen, die sich von dominant auftretenden Männern beeindrucken lassen, identifizieren sich mit dieser Stärke. Sie wären gerne ebenfalls souverän. Oftmals würden sie selbst gerne etwas mehr im Mittelpunkt stehen, aber es fehlt ihnen die erforderliche Stärke, das auch umzusetzen. Das ist menschlich und kein Charakterfehler. Es ist ein natürlicher Prozess, dass wir uns von Persönlichkeiten angezogen fühlen, denn sie vermitteln Sicherheit. Bewusst oder unbewusst erhoffen sich viele Frauen an der Seite eines starken Mannes aber auch mehr Aufmerksamkeit und mehr Anerkennung. Ist dieser Mann ausserdem wohlhabend, kann auch der Reiz des Reichtums ein entscheidender Grund sein, warum eine Frau sich für einen solchen Mann entscheidet und auch bei ihm bleibt, wenn sie sein Wesen erkannt hat. Der Experte spricht in diesem Fall von Kollusion. Beide Partner weisen emotionale Schwächen auf, die so exakt zueinander passen, dass sie die Bedürfnisse des anderen befriedigen. Was hier aber fehlt, ist die natürliche Anpassung an den anderen. Während in einer normalen Beziehung jeder einmal „zurücksteckt“, besteht in der Beziehung mit einem Narzissten ein Ungleichgewicht, das zudem auch noch sehr störanfällig ist und zu einem emotionalen Desaster führen kann.

Warum ist eine solche Zweierbeziehung so anfällig?

Vain businessmanIn einer Zweierbeziehung muss ein Gleichgewicht zwischen den Partnern bestehen. Andernfalls gibt einer von beiden den Ton an und der andere unterliegt. Bei Narzisten kann das zu erheblichen psychischen Leiden bei beiden führen.

Dem Narzissten ist durchaus bewusst, dass er Grenzen überschreitet. Sein typisches Verhalten ist das Umgarnen und geäußerte Liebesbeteuerungen, gefolgt von kalter Zurückweisung, wenn ihm etwas nicht passt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich ein solcher Mann hin und wieder zurückzieht, möglicherweise sogar für einen gewissen Zeitraum unerreichbar ist und jede Kontaktaufnahme unterbindet. Es kann durchaus sein, dass er das auch in dieser Deutlichkeit formuliert.

Dazu gehört auch die kalte Zurückweisung einer normalen Sorge um einen geliebten Menschen. Der Narzisst fürchtet sich vor dieser Sorge, denn er will stark und unbesiegbar sein. Wer sich um jemanden sorgt, tut das, weil die Person möglicherweise schutzbedürftig ist und das ist der Narzisst nicht, bzw., er will es nicht sein. Er will, dass sein Zurückziehen als Stärke wahrgenommen wird, er möchte der einsame Wolf sein, der niemanden braucht. Innerlich ist er in diesen Phasen aber zerrissen und unsicher. Nun ist eine Frau, die sich für einen Narzissten entscheidet, in den meisten Fällen bemüht, die „Launen“ des Mannes zu kompensieren. Sie kann sein Auf und Ab nicht nachvollziehen und wird durch überschwängliche Zuneigung auch regelmässig beschwichtigt. Vorübergehend ist die Verschmelzung der beiden Persönlichkeiten dann wieder gegeben. In diesen Phasen kann die Beziehung fast perfekt wirken.

Der scheinbare Traummann wird sich bemühen, dieses Bild aufrechtzuerhalten. Stellt die Partnerin ihn zur Rede, ist kaum mit einem einsichtigen Verhalten zu rechnen. Da der Narzisst aufgrund seines Wesens besonders anfällig für Kränkungen ist, kann er in solchen Auseinandersetzungen auch heftig reagieren. Das bedeutet nicht, dass er zu Gewalt neigen muss. Impulsive Reaktionen sind aber leicht möglich. Frauen, die mit einem narzisstischen Mann zusammenleben, erleben z. B. die Situation, dass sie einem beleidigt davonstürmenden Mann hinterher laufen. Die Auslöser sind selten dramatisch und für emotional stabile Menschen sogar Kleinigkeiten.

Das ist auch der Grund, warum die Partnerin den schlichtenden Part übernimmt. Der Streitpunkt ist die heftige Reaktion in ihren Augen nicht wert. Auch ein Herausfordern von der Seite des narzisstischen Mannes ist nicht ungewöhnlich. Ein Beispiel dafür ist, dass sie etwas plant, was ihm nicht passt und er das Vorhaben nicht direkt verbieten will, dafür aber gleich mit überzogenen Konsequenzen droht. Meist handelt es sich dabei um Liebesentzug. So entsteht ein Zustand der emotionalen Erpressung, der sich auch schleichend einstellen kann. Was launisch wirkt, ist tatsächlich die Angst vor dem Kontrollverlust und keineswegs ein normales Verhalten.

Ist das Liebe?

narzisstDiese Frage werden Sie sich sicherstellen, wenn Sie in einer Beziehung mit jemandem leben, der narzisstische Charakterzüge aufweist. Wenn das so ist, werden Sie sicher das Gefühl haben, dass die Beziehung Sie sehr viel Kraft kostet. Solange es glückliche Momente gibt, fällt es Ihnen vermutlich schwer, sich daraus zu befreien. Vielleicht hoffen Sie darauf, dass Ihr Partner sein Verhalten irgendwann ändert. Gute Freunde oder auch Angehörige haben Sie aber sicher schon darauf hingewiesen, dass diese Beziehung destruktiv ist und diese Personen haben recht. Das antisoziale Verhalten des Partners führt zur Ihrer Entwertung. Ist das Liebe? Von Ihrer Seite vermutlich schon. Und auch ein Narzisst kann einen Menschen ehrlich lieben.

Aber das ändert nichts daran, dass er sich selbst noch wichtiger ist. Narzisstisch veranlagte Menschen haben zudem eine Neigung, keine feste Beziehung eingehen zu wollen. So fällt es ihnen leichter, sich aus einer Situation zu befreien. Auch die Neigung zu Affären wird ihnen häufig nachgesagt, denn dabei ist es deutlich leichter, sich heroisch zu geben. Zwar wird er der Affaire seine Liebe versprechen, aber gleichzeitig erklärt er sich als verantwortungsvoller Ehemann und Familienvater, der trotz seiner Gefühle die Familie nicht verlässt. Er schafft es also auch in dieser Situation noch, sich als Held zu präsentieren. Allerdings sind nicht alle Fremdgänger Narzissten!

Destruktive Beziehungen verändern die Menschen

Leben Sie in einer Beziehung mit einem narzisstisch veranlagten Menschen? Je nachdem, wie lange diese Verbindung schon andauert, haben Sie vermutlich schon die ersten Veränderungen an sich beobachtet. Es ist gut möglich, dass Sie sich heute Dinge gefallen lassen, die für Sie früher undenkbar gewesen wären. Sie wissen sicher auch, warum Sie das tun, denn Sie wollen in einer möglichst friedlichen Beziehung leben, mit dem Mann oder der Frau, die Sie bewundern.

Je mehr Sie sich aber zurücknehmen und je mehr Sie sich das Verhalten gefallen lassen, desto schwächer werden Sie, während Ihr Partner oder die Partnerin mit narzisstischer Neigung weiter an Kraft gewinnt. Sie geraten in einen Teufelskreis, aus dem Sie sich befreien müssen. Bedenken Sie, dass die Entwicklung Ihrer Liebe und Ihrem Selbstvertrauen schadet und auch die Person an Ihrer Seite kann auf Dauer so nicht glücklich werden.

Gibt es einen Weg aus der Krise?

Narzisstische Persönlichkeiten sind nicht alle gleich. Sprechen Sie mit der Person, mit der Sie eine solche Beziehung führen. Warten Sie dafür aber einen Zeitpunkt ab, der sich dafür wirklich gut geeignet. Sie beide sollten ohne Zeitdruck und entspannt sein. Tasten Sie sich vorsichtig an das Thema heran, bleiben Sie aber kompromisslos in Ihrer Haltung. Nicht Sie müssen Ihr Verhalten ändern, sondern der oder die andere. Bringen Sie zum Ausdruck, wie schmerzhaft die Unterdrückung Ihrer Persönlichkeit ist und dass Sie sich eingeengt fühlen. Seien Sie darauf gefasst, dass Sie kein Verständnis bekommen und dass der Partner Ihnen vermitteln will, dass er oder sie eben so ist. Das ist eine typische Reaktion, die in solchen Situationen sehr trotzig wirkt und es auch ist. Aber so funktioniert eine faire Beziehung nicht. Bringen Sie das ruhig zum Ausdruck. Falls Sie Kinder haben, werden Sie bei einem solchen Gespräch möglicherweise das Gefühl haben, mit einem Kind in der Trotzphase zu sprechen, das berichten viele Menschen, die mit Narzissten gelebt haben.

Alternativ können Sie sich auch Schritt für Schritt Ihre Freiräume zurück erobern. Das kann dazu führen, dass die Beziehung zerbricht. Betroffene berichten aber rückblickend oft, wie befreit sie sich gefühlt haben, nachdem sie sich abgelöst haben. Dennoch gibt es Narzissten, mit denen ein Zusammenleben möglich ist. Entscheidend ist, wie stark die Störung ausgeprägt ist. Und das sollten Sie stets im Hinterkopf behalten. Es handelt sich um eine Störung.

Wenn Sie selbst Narzisstisch veranlagt sind

alles dreht sich um michVielleicht sind Sie es selbst, der an sich narzisstische Züge entdeckt hat und daran etwas ändern will. Das ist durchaus möglich. Sie müssen dazu Ihr Verhalten und auch die Auslöser analysieren. Psychotherapeuten können dabei wertvolle Hilfe leisten.

Wenn es Ihnen an Motivation fehlt, führen Sie sich vor Augen, dass Sie mit einem Wechsel Ihres Verhaltens nicht schwächer werden, sondern sehr viel stärker. Sie werden sich weiterhin über Anerkennung freuen, verlieren aber das Bedürfnis, sich ständig rückzuversichern, dass man Sie schätzt und bewundert. Sie werden sich ausserdem befreit fühlen, wenn es Ihnen gelingt, Ihren Partner oder Ihre Partnerin loszulassen, ohne den Verlust zu befürchten.

Das bedeutet, dass Sie insgesamt ein deutlich stressfreieres Leben führen und sich ganz auf ihre tatsächlichen Stärken konzentrieren können. Die Veränderungen werden Sie vor allem an Ihrem Umfeld bemerken. Narzisstische Persönlichkeiten, denen es gelingt, ihr Verhalten zu analysieren und zu verändern, bekommen die positiven Rückmeldungen für gewöhnlich schnell, vor allem von den sensibleren Personen in Ihrem Umfeld, bei denen Ihr Verhalten Ängste ausgelöst hat, vermutlich ohne dass Sie das eigentlich wollten. Sie werden in der Achtung der Menschen gewinnen, auch ohne dass Sie ihnen erklärt haben, dass Sie an Ihrem Verhalten arbeiten. Sie müssen sich nicht outen. Berücksichtigen Sie, dass Sie Ihre Führungsqualitäten behalten und auch alle anderen Fähigkeiten, die alle an Ihnen bewundern. Lediglich die quälende Sorge um Anerkennung können Sie hinter sich lassen.

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Erfahrungsberichte in den Kommentaren

15 Gedanken zu „Narzissmus und Partnerschaft

  1. Birgit

    das Problem mit solchen narzisstischen Persönlichkeiten ist, dass man als Partner emotional am langen Arm verhungert. Nie geht Zärtlichkeit oder Unterstützung oder sich Sorgen um den Partner machen von dem Narzissten aus. Immer muss der Partner einen oder mehrere Schritte auf den Narzissten zugehen und die Versöhnung einleiten bzw. über seinen Schatten springen und der Narzisst ziert sich und mauert und reagiert mit Liebesentzug. Und immer ist der Narzisst der Überlegene, der emotional Gefestigtere, der Klügere und Intelligentere und der Mächtigere in der Beziehung. Der Andere muss immer unten gehalten werden, damit man oben und überlegen ist. Das ist keine gute Basis für eine glückliche Partnerschaft auf Augenhöhe. Solche Männer kann man nur weiterziehen lassen und alles Gute für den weiteren Lebensweg wünschen aber ja keine Energie mehr da reinstecken – es lohnt sich nicht! Im Gegenteil: man geht irgendwann dabei drauf und erkennt sich selbst nicht mehr wieder. Und es ist wirklich verrückt: der Narzisst glaubt WIRKLICH an seine Überlegenheit über alle Anderen und seine Eltern tun es ebenso und haben wirklich Megabalken vor den Augen und sehen die Realität nicht. Da kann man nur schreiend weglaufen so schnell es geht. In so einer narzisstischen Familie wird man IMMER der Dumme sein, immer und der Sohn ist der strahlende Held egal was für ein arrogantes Arschloch er im wahren Leben ist.

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  2. Richard Chumberlain

    Meine Frau Valimja leidet seit vielen Jahren an einer Persoenlichkeitsstoerung „Narzissmus“ Es ist fuer mich schwer aber nicht hoffnungslos. Wo Mittel sind,da sind auch Wege. Ihre Antriebsfeder „Angst“ blockiert meine Hilfestellungen. Sie misstraut mir und mein Entgegenkommen. Kommt Zeit kommt Rat.Ron

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  3. Elisabeth scheuchengger

    Hallo Birgit,
    ich kann mich diesem Text nur anstimmen. Ich War ebenfalls jahrelang mit solch einem Spezialisten verheiratet. Jedes Wort in deinem Text kann ich teilen sogar das mit den Eltern.

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  4. Maria

    Ich bin mir nicht ganz sicher aber ich vermute das ich einen Narzissten als Partner hatte. Waren 2 Jahre zusammen, gemeinsame Wohnung, Verlobung,…. Seit einem Montag ist Schluss. Aber er will die Beziehung immer noch, schreibt mir sehr lange Emails in denen er Einsicht zeigt, sich entschuldigt. Aber auch verletztend ist (ich hab in einem Forum über diese Beziehung geschrieben das hat er raus gefunden und gelesen).
    Er wird jetzt wohl auch eine Therapie machen und seine Kindheit bearbeiten. Er schreibt so als ob er die Beziehung und mich wirklich noch und wieder will. Was ist eure Meinung dazu?

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    1. Kerstin

      Lass diese Beziehung, ich war 23 Jahre mit einem Narzisten verheiratet, haben 3 Kinder. Jetzt habe ich erst kapiert, dass man sich kaputt macht.

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  5. Anne

    Ich lebe mit solch einen menschen schon 4 Jahre zusammen am Anfang War alles schön und von heute auf morgen hat er an alles was ich mache zu nörgeln darf nicht weggehen und soll keinen Kontakt zu meinen kindern haben soll aufhören zu arbeiten und vieles mehr .unterhalte mich mit anderen dann heisst es gleich ich habe eine Affäre mit denen und sei nicht anders wie seine anderen Frauen die er vorher hatte und an allem bin ich schuld er nicht und wenn ich da gegen spreche und ihm sage ich bin ein eigenständiger Mensch dann wird er laut und wütend und das in letzter zeit immer öfter ausserdem darf ich nicht alleine weggehen und wenn ich es mache dann will er wissen wo ich gewesen bin und kontrolliert mich laufend da habe ich ihm gesagt das das nicht so weiter geht und ich mich von ihm trennen werde da bekam ich zur Antwort er wird allen erzählen wie schlecht ich bin ich halte das nicht mehr aus

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  6. M.S.

    Ich lebe in so einer Beziehung und weiss nicht wie ich da raus komme.Es wird immer schlimmer, nach außen ist er höfliche und zu Hause der Tyrann. Ich habe ihn mehrfach gesagt das er gehen soll, leider ohne Erfolg.Ich kann nicht , da es mein Elternhaus ist, was ich auch finanziell abzahle (umbau). Er unterstützt mich in keiner weise. Nein er beschimpft mich tgl. Wie dumm.dick und krank ich doch sei. Ich bin froh das meine Kinder und Freunde zu mir halten.Aber ich kann nicht mehr und benötige Hilfe und Ratschläge.

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    1. patrick

      die Lösung ist einfach wie bestechend. wenn du der Hauseigentümer bist und ihn des Hauses verweist, er aber nicht geht, erfüllt das der Tatbestand des Hausfriedensbruch, was wiederum heisst das du die Polizei rufen kannst, und er, wenn nötig gewaltsam aus dem haus entfernt wird.

      finde dein lebensglück wieder und tus einfach.

      Gruss pät

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  7. Fortune

    Ich war vor einigen Jahren für ein paar Monate mit einer Narzisstin zusammen. Man spricht ja mitunter etwas leichtfertig davon, einem Narzissten/einer Narzisstin begegnet zu sein; bei „meiner“ Narzisstin war dies durchaus ärztlich diagnostiziert worden.

    Die wesentlichen Merkmale:

    1. Erst im siebten Himmel schweben lassen: Sie war sehr charmant, gut aussehend, eloquent, hat mir – gut austariert – Komplimente zukommen lassen und von einer besonderen Liebe gesprochen (und geschrieben).

    2. Verdrehen von Ursache und Wirkung und systematisches Erzeugen von Schuldgefühlen: Narzissten finden einen Schwachpunkt an Dir – egal welchen. Diesen nutzen sie schamlos aus, bis Du schließlich (vermeintlich) falsch oder unangemessen reagierst. Deine „falsche“ oder „unangemessene“ Reaktion wird Dir dann wochenlang vorgeworfen, obwohl diese bewusst oder unbewusst vom Narzissten ausgelöst wurde. Dieser „Mechanismus“ ist Dir zu dem Zeitpunkt leider (noch) nicht bewusst.

    3. Manipulation und Lüge: Am besten mal unter „gaslighting“ googeln. Ein ziemlich perfides psychologisches „Spiel“, das zerstörerisch ist. Am Ende zweifelst Du an Deiner eigenen Wahrnehmung und an Deinem bisherigen Weltbild. Das Manipulieren kann sehr subtil sein (z.B. abfälliges Lächeln, wenn Du über Dich sprichst und bei einer späteren Ansprache dessen: „Ich hab‘ Dich doch nur angelächelt“) bis hin zu steter offener Ansprache des „richtigen“ Weltbildes des Narzissten in Kombination mit der Abwertung Deines Weltbildes. Lügen und andere Konventionsbrüche werden immer dann genutzt, wenn es vorteilhaft für den Narzissten ist. Ein normaler Mensch kann sich überhaupt nicht vorstellen, wie ein vermeintlich Liebender (siehe 1.) zu einer psychologischen Kriegsführung wechselt. Ziel ist es dabei, Dich einerseits abhängig zu machen und andererseits am Boden zu sehen.

    4. Eine Narzisstin umgibt sich gerne mit anderen Männern, die Interesse an einer Beziehung zu ihr oder sexuelles Interesse an ihr haben.

    5. Starkes Beleidigt- und Gekränkt-sein bei Kritik.

    Nach Austausch mit anderen Betroffenen konnte ich nur konstatieren: Die „Grundmechanismen“ (1. bis 5.) werden von allen Narzissten nahezu gleich angewandt. Man könnte fast vermuten, das seinen eineiige Zwillinge.

    Möglichkeiten zur Änderung eines Narzissten: Ich sehe keine.

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  8. Bleifuss

    Ich muss sagen, dass ich zutiefst erschrocken bin, erst jetzt festzustellen, dass ich tatsächlich 8 Jahre lang mit einem Mann zusammen war, der aus fachlicher Sicht, definitiv ein Narzisst war.

    Gott sei dank, habe ich diese Partnerschaft & Ehe schon vor 3 Jahren beendet, allerdings mit viel Kraft, Terror und Tränen.

    Mir war sehr lange nicht klar, dass ich so einem Menschen geglaubt habe:
    sein Verhalten , mir , unserer Tochter und unseren Freunden gegenüber, sei tatsächlich „normal“, da er laut seiner Aussage: „schon immer so gewesen ist.“
    Was ich allerdings mit hundertprozentiger Sicherheit verneinen kann, da es Zeiten gab, die ihn geprägt und verändert haben und sich schleichend terrorisierend steigerten und ein harmonisches Familienleben unmöglich und unerträglich machten, da sich fast täglich , alles nur noch um ihn, sein Geld, die Arbeit und seine ersehnte Ruhe drehten.
    Voller Hoffnung auf Besserung und Veränderung, lenkte ich immer wieder ein und zeigte Verständnis für sein Denken und Handeln, indem ich auf ihn zuging, seine Beleidigungen, Kritiken und Vorwürfe verzieh und damit das Gespräch suchte, was aber ignoriert und als nervig geahndet wurde .

    Keinerlei Einsicht oder Entschuldigungen seinerseits, waren zu erwarten. Ganz im Gegenteil, Aufzählungen, was ich falsch gemacht oder gesagt hätte, da ich ihn nicht verstehen würde und so ein Blödsinn kam höchstens als Erklärung.

    Seine Eltern, hauptsächlich seine Mutter, redete auf mich ein, als wär ich begriffsstutzig und war der felsenfesten Überzeugung, dass ich übertreibe, so wie ich ihn vor ihr darstellte, und sie damit eigentlich um Hilfe bat oder Ratschläge zur Besserung erwartete.
    Stattdessen verglich sie unsere Beziehung mit ihrer eigenen und riet mir:
    „Ich soll nicht immer so sein und mich doch einfach daran gewöhnen, wie es ist, da er doch im Grunde wie sein Vater ist, der mit ihr ähnlich umginge und dies völlig normal ist…“
    Das hat mir kurioser Weise die Augen geöffnet und mich erkennen lassen, wie dumm und kaputt diese ganze Familie doch ist und ich mich eigentlich überhaupt nicht wundern brauche, weshalb mein Mann so ein emotionaler Eisklotz war, mit dem wir uns Tag täglich auseinander setzen mussten.

    Null Interesse an Frau und Kind, dadurch deren Bedürfnisse und Wünsche völlig ignoriert oder ständig vertröstet. Versprechungen gemacht und nicht gehalten.
    Er hat sich nie Zeit für uns genommen, weder als Familie, noch für Zweisamkeit als Ehepaar.
    Er war nur mit seinen Dingen beschäftigt.

    Wollte auch dabei lieber seine Ruhe und alles alleine machen, anstatt uns daran teilnehmen & teilhaben zu lassen, ausser wir fragten interessiert, was sofort klugscheisserisch und zynisch beantwortet wurde und mich zugleich als dumm darstellen sollte , was ich nicht war, da er den Hintergrund des Beisammenseins und meiner Aufmerksamkeit ihm und seiner Beschäftigung gegenüber, überhaupt nicht gesehen & verstanden hat.
    Er konzentrierte sich einzig und allein darauf, mir überlegen zu erscheinen.
    Aber sobald ich ihm deutlich klar machte, dass er falsch liegt und ich es verstehe und nicht aus Unwissenheit nachgefragte, fühlte er sich sofort angegriffen, blamiert, beleidigt und unterlegen, sodass es sofort in einen Streit ausartete, wo ich in seinen Augen Unrecht und keine Ahnung hätte und verschwinden soll, um ihn nicht weiter mit meinem Gerede/ Generve abzulenken oder zu stressen.

    Pfuideibel kann ich dazu nur noch sagen, da seine eigene Tochter mit ihren damals 5 – 6 Jahren , genauso abgefertigt wurde, sobald die Dinge nicht nach seinen Wünschen oder Plänen liefen.

    Es war tatsächlich nie Mitgefühl oder Verständnis von ihm zu erwarten, egal in welcher Hinsicht, aber gehofft haben wir immer wieder darauf.
    Jedoch mussten wir uns schmerzhaft und zuuuu oft unter Tränen, mit der bitteren Realität abfinden, dass wir letzten Endes nur noch störender Ballast für ihn waren, da er es uns mit allen Mitteln und Wegen spüren liess. Bis heute haben wir keine ernsthaft, ehrlich gemeinte Entschuldigung bekommen.

    Nur diesen auswendig gelernten Schmutz von Sätzen, wie:
    „Ich werde mich jetzt ändern und ich will unserer Tochter ein richtiger Papa sein. Mich regelmässig melden und kümmern….usw…blablabla…“
    Was nach Beendigung des letzten Telefonats sofort wieder vergessen war, da seitdem keine Meldung mehr von ihm kam.

    Was ich zuerst mit „viel Arbeit und keine Zeit “ zu erklären und entschuldigen versuchte, aber sich dann tatsächlich glücklich und zufrieden mit seine neue Freundin und Auto per Selfis präsentieren.

    Ausserdem überall mit ereignisreichen Zukunftsplänen pralen, aber keine einzige Sekunde an sein „eigen Fleisch und Blut“ verschwenden!!!
    Zum Abschluss möchte ich nur noch dazu sagen:
    Dies ist in meinen Augen, dermassen widerlich, egoistisch, gefühlskalt und rücksichtslos, wie ein Vater sein Kind behandelt bzw vergisst und somit vernachlässigt, dass es mit Gefängnis bestraft werden müsste!!!

    Denn wenn dadurch ein junges Menschenleben mit seiner eigenen kleinen Vorstellung von Sicherheit, Vertrauen und Familie, negativ beeinflusst und geprägt wird, was sich irgendwann auf das spätere Glauben und Handeln auswirken kann, ist das ein Eingriff in die „Persönlichen Menschenrechte“ und sollte verboten werden!!!

    Ich hoffe, dass diese Kranken Narzissten irgendwann jemanden treffen, der genauso ist wie sie selbst und mit denen sie sich auseinandersetzen müssen, damit sie hoffentlich an ihre Grenzen stossen und dadurch merken was das für ein Gefühl ist und was dies mit einem macht, wenn man so minderwertig schlecht behandelt wird .

    Antworten
  9. Bachmann

    Ich habe 7 Jahre meines Lebens mit so einem Menschen geteilt. Aufgewachsen mit einem ebenfalls narzisstischen Vater kannte ich nur diese Art der Beziehung bzw. wusste nicht, dass dies krankhaft war. Was erklärt, weshalb mir viele Jahre nicht bewusst war was ich hier für eine kranke Partnerschaft gelebt habe. Für mich war es einfach normal mich demütigen, erniedrigen, u. beschimpfen zu lassen. Mich meines Menschenrechts der freien Meinungs- u. Bedürfnisäusserung berauben zu lassen.

    Als ich vor drei Jahren Hilfe u Rat bei einem Therapeuten suchte, weil ich physisch u. psychisch ein Wrack war, stellte mich dieser nach einigen Sitzungen auf die Strasse mit der Begründung, dass er der falsche Therapeut für m Problem sei.

    Welche Grausamkeiten ich die folgenden Jahre durchmachte kann ich nicht erwähnen, weil ich mich schäme, nicht die Kraft aufgebracht zu haben diesen Menschen vor die Tür zu stellen wie er es oft mit mir getan hat, und weil ich selbst so krank sein muss nach allem was er mir angetan hat, trotzdem immer am Glauben festgehalten habe, ihn mit Güte, Verständnis, Emphatie u Liebe „heilen“ zu können.

    Vor einem Jahr hat er mich nun wie ein Stück Dreck entsorgt weil ich ihm keinen Nutzen mehr bringen konnte, da ich völlig am Ende. war. Täglich danke ich Gott dafür, denn er sah, dass ich die Kraft nicht hatte mich von dieser Bestie selbst zu trennen. Langsam komme ich wieder zu Kräften u kann mich meinem schönen Beruf wieder widmen . Auch hier hatte ich es zugelassen, dass ich mir einreden liess was für eine unfähige Idiotin u erfolgslose Geschäftsfrau ich sei. Damals war ich es, darin hat er sich gesonnt, selbst Nahrung geholt bis ich am Boden war u nur noch gezittert habe vor jeder Entscheidung welche ich treffen musste, falsch u unkorrekt war es alleweil was ich tat u dies liess er mich täglich spüren. Er war der Supergeschäftsmann.
    Viel Lehrgeld, viele seelische Schmerzen u 7 Jahre vergebene, nicht erwiderte Liebe sind das Fazit.

    Aber ich gehe heute erhobenen Hauptes, seelisch gestärkt u mit Gottes Glauben dass ich gut bin, so wie ich bin u als erfolgreiche Geschäftsfrau meinen Weg.

    Er selbst mutiert nun selbst zum Wrack da er einerseits in seinem Alter keine Frau (Opfer) mehr findet und ihn andererseits all seine körperlichen Krankheiten seiner letzten Kräfte berauben. Er vergiftet sich selbst, so, wie er die zwei Menschen in seinem Leben , die ihn aufrichtig geliebt haben, fast in den Ruin getrieben hat.

    Antworten
  10. Lilly

    Es ist schrecklich mit einem Narzissten verheiratet zu sein. Vor allem dann, wenn man aufgrund einer Krankheit mehr und mehr auf Hilfe und Unterstützung angewiesen ist. Ich sehe keinen Ausweg. Meine Familie glaubt mir nicht, da mein Mann nach außen stets den perfekten Vorzeigeschwiegersohn gibt. Liebesentzug, Wutausbrüche bei der kleinsten Kleinigkeit, wochenlanges Schweigen, sich über mich lustig machen, etc. Was früher für mich undenkbar war ist heute Alltag.

    Ich kenne mich selbst nicht mehr. Manchmal sehe ich in den Spiegel und frage mich „Wer bist du und warum nur lässt du dir das gefallen?“. Meine Psychologin riet mir ganz klar zur Trennung, aber ich schaffe es bis heute nicht. Narzissmus sucks.

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    1. Alexandra

      Hallo Lilly,

      genau das erlebe ich auch gerade. Bin seit 5 Jahren mit diesem Menschen zusammen, seit kurzem verheiratet. In den ersten Jahren war alles traumhaft, so, wie man sich idealerweise eine Partnerschaft wünscht. (Bis auf ein paar cholerische Anfälle, aber mein Gott, das war nicht so arg). Heute flippt er wegen Kleinigkeiten total aus und macht mich dann nieder, wie unfähig ich sei und eine Verliererin und ohne ihn wäre ich ja sowieso ein Nichts. Wenn ich ihn irgendwann aus purer Hilflosigkeit auch beleidige,, herrscht tagelanges Schweigen und Liebesentzug.
      Er kann auch superlieb und sensibel sein……aber naja, ob das alles wieder aufwiegt?

      Liebe Grüße und alle, alles Gute

      Alex

      Antworten
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