On-Off Beziehung

On-Off BeziehungOn-Off Beziehungen sind keine Seltenheit. Dabei handelt es sich um Beziehungen, die immer wieder unterbrochen werden. Für die Betroffenen selbst und auch für ihr Umfeld sind sie eine grosse Belastung. Aber was steckt dahinter? Wie findet man heraus, ob man zusammengehört oder nicht? Und falls es nicht klappt, wie funktioniert eine endgültige Trennung? Diese Fragen sollen in diesem Beitrag beantwortet werden.

Was ist eigentlich eine On-Off Beziehung?

Menschen in einer On-Off Beziehung trennen sich wiederholt und kommen wieder zusammen. Sie erleben ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Ihr Beziehungsleben gleicht einer Berg- und Talfahrt, deren Verlauf für das persönliche Umfeld absolut vorhersehbar ist. Auf jede Versöhnung folgt ein Gefühlshoch, dann schleichen sich die Alltagsprobleme wieder ein, es kommt zur Trennung und nach einer gewissen Zeit erfolgt die erneute Annäherung und das Drama beginnt von vorn. Für Freunde und Verwandte sind diese Entscheidungen unerklärlich. Daher ist es nachvollziehbar, wenn sie sich einmischen und versuchen, den Verlauf mit vernünftigen Argumenten zu durchbrechen. Das gelingt aber nur selten.

Eine On-Off Beziehung kann zerstörerisch werden. Auch wenn es keine Garantie für eine lebenslang anhaltende Beziehung geben kann, so ist die emotionale Achterbahnfahrt enormer psychischer Stress und kann auch grundsätzlich stabile Menschen aus dem seelischen Gleichgewicht bringen. Das Vertrauen wird nachhaltig gestört, denn irgendwann wird den Beteiligten klar, dass es in ihrer Beziehung keine Stabilität gibt und vielleicht auch niemals geben wird. Selbst wenn es beiden gelingt, sich aus der Situation zu lösen, kann es lange dauern, bis sie sich davon erholt haben. Der nächste Partner bekommt die Folgen dann oftmals auch noch zu spüren.

Was sagt die Psychologie zu On-Off Beziehungen

Die Psychologie kennt mehrere Muster der On-Off Beziehungen, denn nicht selten suchen Paare in solchen Problemen therapeutische Hilfe. Sie erhoffen sich einfache Antworten auf ihre Beziehungsprobleme, denn natürlich erkennen sie, dass ihr Verhalten ungesund ist und weit entfernt von einer normalen Partnerschaft. In den Sitzungen gilt es dann zu analysieren, was genau nicht stimmt. Dazu müssen sich beide selbst erkennen, ihre Wünsche und Hoffnungen formulieren und die Kritikpunkte des Partners akzeptieren. Aber auch die Frage nach den wahren Gefühlen steht im Raum. Es kann durchaus sein, dass längst keine Liebe mehr vorhanden ist, sondern mit Gewohnheit verwechselt wird. Da sich On-Off Paare selten ruhig und friedlich trennen, sondern zumeist mit heftigen Auseinandersetzungen, können die damit verbundenen Emotionen ein falsches Bild über die tatsächlichen Gefühle vermitteln.

Die Betroffenen verwechseln das Auf und Ab mit echter Liebe. Das ist aber nur eine mögliche Antwort. Auch Eifersucht, Bindungsangst und die Unfähigkeit loszulassen, spielen eine wichtige Rolle. Bei narzisstischen Persönlichkeiten gibt es die Trennung als Machtmittel. Ist der Partner in einem Abhängigkeitsverhältnis, das auch rein emotionaler Natur sein kann, wird die wiederholte Trennung zum Druckmittel. Dass diese Vorgehensweise für den Zurückgebliebenen höchst belastend ist und zu ernsten psychischen Problemen führen kann, ist leicht vorstellbar. Eine solche Beziehungsform lässt sich nur durchbrechen, wenn es einem von beiden gelingt, sich endgültig zu verabschieden.

Sind On-Off Beziehungen ein Zeichen unserer Zeit?

on off SchalterOftmals ist zu lesen, dass On-Off Beziehung typisch sind für unsere Zeit. Die Scheidungsrate steigt und auch die frühere Aussage, dass Paare ein Leben lang zusammenbleiben, wenn sie erst einmal die Silberhochzeit überwunden haben, trifft nicht mehr zu.

Allerdings waren On-Off Beziehungen früher nicht so einfach möglich. Sie spielten sich vermutlich mehr in den eigenen Räumlichkeiten ab, denn es war gesellschaftlich nicht akzeptiert, sich zu trennen. Sicher war auch das nicht die Ideallösung. Von einem Trend kann dennoch nicht die Rede sein. Das öffentliche Interesse an On-Off Beziehungen von Prominenten kann aber den Eindruck vermitteln.

Von aussen helfen – ist das möglich?

Wenn ein Paar nach einer Trennung wieder zusammenfindet und glücklich ist, sollte das eigentlich ein Grund zur Freude sein. Wiederholt sich das aber, wird die Zustimmung mit jeder Wiederholung weniger. Ab einem gewissen Punkt werden Freunde und Familienmitglieder auch anfangen, sich einzumischen. Allerdings sind die Erfolgsaussichten ausgesprochen gering. Es besteht sogar die Gefahr, dass die Betroffenen nun erst recht zueinanderhalten. Der nächste Absturz wird dann umso schmerzhafter. Wenn es gelingen soll, wenigstens einen von beiden wach zu rütteln, sind sehr viel Vertrauen und auch Verständnis nötig. Das Bedürfnis, über die Ereignisse zu sprechen, muss ausserdem vorhanden sein. Es ist darüber hinaus hilfreich, die Person möglichst nicht zu viel allein zu lassen. Je mehr Halt derjenige nach der Trennung nun erfährt, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass er es wirklich schafft, sich abzulösen. Vorwürfe sind nicht angebracht. Dennoch können klare und unmissverständliche Worte helfen.

Ab wann wird eine On-Off Beziehung schädlich?

Wer immer wieder in eine Beziehung zurückkehrt, hat Probleme mit dem Loslassen. Direkt nach der Trennung beginnt die erste schmerzhafte Trennungsphase. In dieser anstrengenden Gefühlslage verliert sich die Erinnerung an die Probleme in der Beziehung. Stattdessen machen sich Einsamkeit, Verzweiflung und tiefe Trauer breit. Anstatt den Liebeskummer zu überwinden, kommt es zu einem Verharren in der Lage, die sich dann aussichtslos anfühlt. Die Beteiligten müssen erkennen, dass „Schluss“ und „Pause“ zwei verschiedene Dinge sind.

Gibt es auch die Rettung für eine On-Off Beziehung?

Ja, es gibt diese Möglichkeit. Beide müssen bereit sein, sich kritisch mit dem eigenen Verhalten zu befassen. Ohne therapeutische Unterstützung wird das nur schwer möglich sein. Bis die Betroffenen Hilfe suchen, sind die Konflikte oft schon so festgefahren, dass es langwierig und kompliziert ist, etwas zu verändern. Wie Menschen mit Beziehungen umgehen, ist zudem eine Verhaltensweise, die schon früh im Kindesalter erlernt wird. Sich zu ändern, kommt quasi einem Umerziehen gleich. Das zeigt, dass das nur funktionieren kann, wenn die Bereitschaft dafür da ist.

Neuer Partner nach einer On-Off Beziehung – gleichen Fehler vermeiden

Auch wenn das Bedürfnis nach einer neuen Partnerschaft verständlich ist, es ist wichtig, mit dem was gewesen ist abzuschliessen. Passiert das nicht, ist die Gefahr, dass neue Fehler gemacht werden, sehr gross. Erst muss der Liebeskummer überwunden und die endgültige Trennung realisiert werden. Nur so gelingt der Weg aus der Abhängigkeit, die beide immer wieder zueinander treibt. Alles andere wäre Trug an der eigenen Seele. Um eine Wiederholung der gemachten Fehler zu vermeiden, ist es ausserdem wichtig, zu erkennen, wo genau die Probleme lagen.

Oftmals will ein Partner zu viel Nähe, die der andere in dieser Form aber nicht erträgt. Es ist daher hilfreich, einen Paartherapeuten hinzuzuziehen. Das empfiehlt sich auch für Einzelpersonen nach einer Trennung. Der Therapeut hilft bei der Aufarbeitung, ist ein geduldiger Zuhörer, wird aber mit seinen gezielten Fragen auch bei der Reflexion helfen. Auch das ist ein Prozess, der schmerzhaft sein kann. Er hilft aber, die Trennungsphase dieses Mal auch endgültig zu überwinden. Im Anschluss steht der neuen Partnersuche nichts mehr im Wege. Die Abhängigkeit ist überwunden.

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