Trennung verarbeiten: So klappt es mit dem Neuanfang

TrennungsschmerzEine Trennung ist ein schmerzhafter Prozess, der vor allem zu Beginn von dem Gefühl der Aussichtslosigkeit begleitet wird. Wenn Sie selbst betroffen sind, dann kennen Sie das Auf und Ab, der Gefühle, das die erste Phase der Trennung kennzeichnet.

Wenn Sie selbst der oder die Verlassene sind, können die Gefühle besonders stark sein, denn jemand anders hat Sie vor vollendete Tatsachen gestellt. Doch auch wenn Sie selbst die Entscheidung gefällt haben, erleben Sie ein Gefühlschaos, das erst einmal bewältigt werden muss.

Nachfolgend erhalten Sie eine Reihe von Tipps, die Ihnen helfen werden, Ihren Weg durch die Krise zu gehen. Sie werden viel von dem wiederfinden, was Sie vielleicht schon früher durchlebt haben und einiges, was noch auf Sie zukommt. Aber Sie werden auch sehen, dass Sie sich tatsächlich selbst aus Ihrer Trauer befreien können, wenn Sie verinnerlicht haben, was Trauer eigentlich ist. Schließlich stellen Sie fest, warum Ihnen die erlebte Trauer sogar in der Zukunft und bei einer neuen Beziehung ein wertvoller Ratgeber sein kann.

Wie auch Sie die Trennung verarbeiten können

Trennungsschmerz verläuft in Phasen. Die Psychologie unterscheidet u.a.:

  • Phase 1: Das nicht wahrhaben wollen
  • Phase 2: Die Gefühle brechen auf
  • Phase 3: Die Neuorientierung beginnt

Die ersten zwei Phasen sind hart. Stellen Sie sich ihnen. Versuchen Sie nicht, die Trauer abzukürzen, sonst holt sie Sie später wieder ein. Stellen Sie sich vor, Sie wollen in einer bergigen Gegend ein neues Haus bauen. Fangen Sie also nicht mit dem Dach an, sondern gehen Sie in die Tiefe, denn Sie brauchen ein Fundament. Dazu müssen Sie graben, auch in der eigenen Seele. Heben Sie aus, was beiseite muss. Wie das geht?

Zuerst sollten Sie sich darüber klar werden, ob die Beziehung wirklich zu Ende ist. Möchten Sie die Person zurück oder wollen Sie einfach nur, dass der Schmerz aufhört? Lassen Sie sich für diese Überlegung genug Zeit. Gehen Sie ihrem Ex-Partner dazu aus dem Weg und vermeiden Sie die sich wiederholenden schmerzhaften „letzten Gespräche“ und das Flehen um eine „letzte Chance“. Denken Sie an die schwierigen Zeiten zurück und stellen Sie Ihren ehemaligen Partner nicht auf einen Sockel. Solange Sie die Hoffnung nicht aufgeben, werden Sie die erste Phase nicht überwinden. Machen Sie sich das bewusst.

Loslassen, wenn das so einfach wäre

NeuanfangBewundern Sie Personen aus Ihrem Umfeld, die scheinbar nicht ernsthaft unter einer Trennung leiden? Wenn das wirklich so ist, dann haben diese Männer oder Frauen losgelassen. Aber wie geht das? Stellen Sie sich einen Hund vor, der einen Ball hat. Er springt um Sie herum, aber will ihn nicht hergeben. Irgendwann verliert er aber das Interesse und geht weg. Er hat losgelassen. Nun stellen Sie sich vor, der Hund bemerkt vorher, dass ihm jemand den heiss geliebten Ball wegnehmen will und wie er ihn immer verbissener verteidigt. Das sind Sie.

Erinnern Sie sich zurück an die letzten Monate. Hatten Sie vielleicht selbst mal den Gedanken: „ Ich gehe, ich will nicht mehr“?

Damals waren Sie eigentlich in der Stimmung, loszulassen. Jetzt ist Ihnen Ihr Partner zuvorgekommen und hat Ihnen etwas weggenommen, was sie verbissen zurückhaben wollen. Wenn Ihnen das Beispiel mit dem Hund hilft, stellen Sie sich vor, dass der Ball jetzt oben auf dem Schrank liegt. Sie können sich noch so sehr aufregen, Sie werden ihn nicht erreichen. Wie lange möchten Sie nach oben sehen und das Unerreichbare ansehen? Vielleicht kennen Sie auch das Sprichwort:

„Wer Leben ins Leben bringen will, muss das Festhalten-Wollen aufgeben.“
(Ernst Ferstl)

Treffen Sie Ihre Entscheidung für Ihr Seelenheil. Nehmen Sie Ihr Leben in die Hand, dann schaffen Sie den Sprung in die nächste Phase und gewinnen Ihre Kraft und Lebensfreude zurück. Haben Sie Geduld mit sich. Denken Sie an Ihr Fundament. Vielleicht rutscht noch einmal Erde nach, z. B. in Form von Erinnerungen, gemeinsamen Freunden oder auch, weil Sie sich wegen der Kinder gar nicht vollständig aus dem Weg gehen können. Nehmen Sie die Schaufel in die Hand und schieben Sie die Erde von Ihrer Seele.

Es wird Ihnen schon bald sehr viel leichter fallen. Tun Sie jetzt etwas für sich. Schauen Sie Ihre Fernsehsendungen, lassen Sie den Toilettendeckel hochgeklappt oder lassen Sie Ihre Kleidung dort fallen, wo Sie sie ausgezogen haben. Sie werden nicht im Chaos versinken, wenn Sie sich die Dinge erlauben, die früher für Streit gesorgt haben. Lassen Sie Veränderungen jetzt zu. Gehen Sie zum Friseur, kleiden Sie sich anders, fangen Sie einen neuen Sport an oder gönnen Sie sich einen Wellnesstag. Öffnen Sie sich für neue Gedanken, damit Sie Ihren persönlichen Teufelskreis verlassen können und damit auch Ihren Liebeskummer.

Es geht voran in die zweite Phase

In der zweiten Trennungsphase haben Sie verstanden, dass die Beziehung beendet ist. Es ist gut möglich, dass Ihr Selbstwertgefühl gelitten hat, erst recht, wenn der Expartner oder die Expartnerin bereits in einer neuen Beziehung ist. Sie können Ihre Gefühle nicht ausschalten. Aber Sie können sie ausklingen lassen. Das wird Sie Überwindung kosten, aber es wird Ihnen bald noch sehr viel besser gehen. Sie müssen Ihre Gefühle auch nicht verleugnen. Liebe ist ein sehr starkes und großes Gefühl. Es bringt uns in die Bereitschaft, uns für jemanden aufzugeben. Aber in Ihrer Situation ist die Bereitschaft eine glatte Fehlinvestition.

Es ist normal in der zweiten Trennungsphase, dass die Gefühle Sie in manchen Momenten regelrecht überfallen. In einem Moment ist noch alles in Ordnung und plötzlich zieht es Ihnen den Boden weg. Vermutlich können Sie die Symptome sogar körperlich wahrnehmen. Vielleicht erfasst Sie Wut, tiefe Trauer oder sogar Hass. Verinnerlichen Sie sich, dass sich diese Gefühle gerade gegen Sie selbst richten. Bestrafen Sie sich nicht selbst. Wenn Sie Fehler gemacht haben, dann verzeihen Sie sich diese Fehler. Sie können Sie nicht rückgängig machen, aber Sie können in der nächsten Beziehung Ihre Konsequenzen daraus ziehen. Erlauben Sie sich, aus der Vergangenheit zu lernen, aber schützen Sie sich auch vor Ihren negativen Gefühlen.

Es dauert jetzt nicht mehr lang und dann folgt der Schritt in die dritte Phase. Sie haben Ihren Liebeskummer überwunden und die Trennung verarbeitet. Das bedeutet nicht, dass Sie nie wieder wehmütig an früher zurückdenken. Aber der Trennungsschmerz ist vorbei.

Mit der dritten Phase zurück ins Leben

Willkommen zurück im Leben. Was auch immer geschehen ist, Sie sind jetzt in der Phase, in der Sie verinnerlicht haben, dass Ihre Gefühle sich endlich geändert haben. Sie werden Ihrem Expartner lieber aus dem Weg gehen, denn eigentlich wollen Sie gar nicht mehr erinnert werden. Gratulation, Sie haben losgelassen und sich befreit. Eigentlich sind Sie jetzt bereit für eine neue Beziehung. Lassen Sie es langsam angehen. Setzen Sie sich keinesfalls unter Erfolgsdruck. Seien Sie sicher, es gibt sehr viele Singles da draußen, die sich auch gerade umsehen und die durch ihre Vergangenheit lieber vorsichtig sein möchten. Nutzen Sie die Chance, neue Menschen kennenzulernen, aber verbringen Sie auch Zeit mit sich selbst. Das ist eine gute Zeit, in der Sie viel über sich und Ihre wirklichen Bedürfnisse erfahren können. Vermutlich haben Sie sich auch verändert. Ganz sicher sind Sie aber stärker geworden.

Lernen Sie eine Fremdsprache, gehen Sie ins Fitnessstudio, treffen Sie sich mit neuen Leuten gönnen Sie sich den Luxus, Kontakte abzubrechen, die Ihnen nicht gut tun. Sie wissen jetzt, wie das geht. Sie haben gelernt, dass Sie loslassen können. Wenn Sie eine Person kennenlernen, die Sie interessiert, bleiben Sie achtsam. Gehen Sie sorgsam mit sich um und schützen Sie sich vor übereilten Entscheidungen. Sprechen Sie mit der Person aber ruhig über die Phasen, die Sie erlebt haben. Vielleicht stellen Sie erstaunliche Gemeinsamkeiten fest. Vielleicht erleben Sie aber auch, dass Ihr Gegenüber noch gar nicht so weit ist und sich noch in einer frühen Phase befindet. Wie gut, dass Sie ihre Trennungszeit bewusst erlebt haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sich mit diesen Erkenntnissen für den falschen Mann oder die falsche Frau entscheiden, ist gering.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.