Trennungsphasen: Die verschiedenen Phasen der Trennung

trennungsphasenIst das Beziehungsende da, bedeutet das noch lange nicht, dass beide nun ihrer Wege gehen und ein neues Leben beginnen. Die Phase zwischen der Erkenntnis, dass es vorbei ist und der Erkenntnis, dass der andere wirklich keine Rolle mehr spielt, ist die Trennungsphase.

Diese Phase ist sehr schmerzhaft und sie kann sehr lange dauern. Je mehr Sie aber darüber wissen, desto eher werden Sie verinnerlichen, dass es wirklich nur eine Phase ist. Wenn Sie sich dem Schmerz stellen, wird er vergehen. Sie gehen stabiler aus der Erfahrung hervor und sind frei für eine neue Beziehung, wenn Sie das möchten.

Männer und Frauen trennen sich verschieden

Wer einen Menschen gehen lassen muss, trauert. Im Gegensatz zu einem Sterbefall bleibt bei der Trennung oftmals die lange Zeit einer Resthoffnung. Solange diese Hoffnung besteht, verharren Sie und werden es nicht in die nächste Phase der Abnabelung schaffen. Es kommt zu einer Verleugnung der tatsächlichen Situation. Machen Sie sich bewusst, dass eine Trennung aus verschiedenen Phasen besteht.

Die erste Phase beginnt schon vor der Trennung. Erinnern Sie sich zurück. Hatten Sie ein ungutes Gefühl? Das ist die erste Phase, die der Vorahnung. Wenn Sie zurückdenken und der Meinung sind, dass doch eigentlich alles gut war, prüfen Sie sich kritisch. Haben Sie sich vielleicht etwas vorgemacht? Übrigens sind es eher Männer, die dazu neigen, schwierige Phasen in der Beziehung hinzunehmen. Das bedeutet nicht, dass sie dadurch verstärkt zu Lösungen bereit sind. Sie halten sie oftmals einfach aus, bis hin zum Ignorieren. Frauen sind tendenziell an diesem Punkt weniger tolerant.

TrennungWenn eine Frau also sagt, dass sie so nicht leben kann, dann ist das keine Laune, sie meint es ernst. Auch wenn sie das Thema wochenlang nicht mehr anspricht, ist die Krise nicht überwunden. Wenn sich nichts an der eigentlichen Situation geändert hat, ist es gut möglich, dass sie sich ablöst. Frauen brauchen statistisch gesehen länger, bis sie sich zu einer Trennung entschliessen.

Als Frau sollten Sie berücksichtigen, dass Männer sich anders trennen. Sie treffen eine Entscheidung und neigen weniger dazu, über die Trennung zu grübeln. Wenn ein Mann sagt, dass er sich trennen will, dann ist das keine Warnung, sondern der Entschluss. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Statistisch gesehen leiden Männer auch weniger unter der Trennung. Sie überwinden den Liebeskummer leichter. Dafür gibt es eine wissenschaftliche Erklärung und tatsächlich sind es hier die Rollenbilder, die ihnen helfen.

Auch heute noch werden Mädchen und Frauen mehr Emotionen zugestanden als Burschen und Männern. Dass ein Mann sich nach einer Trennung weinend bei einem Kumpel verkriecht, ist so gut wie undenkbar. Stattdessen geht’s auf ein Bier mit dem besten Kumpel in die Bar oder zum DVD-Abend. Er bekommt so gar nicht die Gelegenheit, sich in seiner Trauer zu verlieren und durchläuft die Trennungsphasen schneller. Mädchen und Frauen wird das „heulende Elend“ nicht nur zugestanden, es wird sogar erwartet. Auch die Begleitung von Freundinnen ist hochemotional. Traurige Filme, Eis und Schokolade sind Standardprogramm. Das entspricht zwar der emotionalen Lage, verzögert aber die Überwindung. Natürlich ist es in Ordnung, in Tränen auszubrechen und sich trösten zu lassen. Aber dann muss die Überwindung einsetzen. Schlimmstenfalls droht eine handfeste Depression.

  • Die Phase der Erstarrung: Ist die Partnerschaft beendet, beginnt die Phase der Erstarrung. Sie kann unterschiedlich lang anhalten. Trennungsschmerz kann auch entstehen, wenn die Beziehung noch gar nicht existiert hat. Das ist dann der Fall, wenn sich erste Gefühle entwickelt haben und dann die Erkenntnis kommt, dass diese Gefühle einseitig sind. Hilflosigkeit, Trauer und Ratlosigkeit kennzeichnen diese Phase. Es fällt schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Sie erkennen diese Phase daran, dass Sie nicht begreifen können, was gerade passiert. Über den Tag verteilt kommen Sie immer wieder in Situationen, in denen Sie Ihr Verhalten anpassen müssen, weil der Partner nicht mehr da ist.
  • Die aktive Phase: Nach der Erstarrungsphase folgt die aktive Phase. Sie sind noch sehr weit davon entfernt, die Entscheidung des Partners zu akzeptieren. Stattdessen grübeln Sie, wie Sie ihn vielleicht zurückgewinnen können. Sie suchen Kompromisse, geben Versprechungen ab, die bis zur Selbstaufgabe führen können. Ein fairer Ex-Partner wird deutliche Worte finden. Gefährlich wird es für Sie, wenn der andere Sie hinhält, weil er oder sie Zeit braucht. Solange diese Zeit anhält, wird es für Sie fast unmöglich, den Liebeskummer zu überwinden. Stattdessen drohen Wut und Depression, aber auch Hoffnungslosigkeit und die Verleugnung der Tatsache, dass die Trennung unausweichlich sein kann.
  • Die Wutphase: Die Wutphase ist eine gefährliche Phase. Alle Emotionen richten sich jetzt nach aussen. Sie haben begriffen, dass der Partner nicht mehr mit Ihnen zusammen sein will. Die Wutphase ist wichtig. Ihre Kraft kehrt zurück, sie muss nur noch in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Unternehmen Sie viel, fangen Sie ein neues Hobby an, treiben Sie Sport, gehen Sie aus und treffen Sie interessante Menschen. Behalten Sie im Hinterkopf, dass diese Phase die Gefahr beinhaltet, dass Sie Rachegedanken entwickeln. Das sollten Sie nicht zulassen, denn damit vergiften Sie im Ergebnis sich selbst und werden sich anschliessend noch schlechter fühlen. Achten Sie auf sich!
  • Akzeptanz: In der letzten Phase haben Sie begriffen, dass es vorbei ist. Der starke Schmerz hat nachgelassen, stattdessen fühlen Sie eine furchtbare Leere bis hin zur Aussichtslosigkeit. Wenn Sie jetzt glauben, dass Sie mit einem sexuellen Abenteuer die Phase schneller überwinden, irren Sie sich. Sie werden nur kurz abgelenkt sein. Danach kehrt die Leere zurück und Sie fühlen sich möglicherweise sogar schuldig. Schliessen Sie erst mit der alten Beziehung vollständig ab, denn jetzt beginnt der Lernprozess. Sie sind nicht mehr voller Wut. Deshalb ist Ihr Kopf freier. Schützen Sie sich aber vor Selbstvorwürfen. Versuchen Sie stattdessen Schritt für Schritt, die Ereignisse aufzuarbeiten. Kehren Sie zu sich zurück, stellen Sie sich in den Mittelpunkt und gehen Sie fürsorglich mit sich um. Vermeiden Sie Bitterkeit über den Gedanken an zerplatzte Träume. Es werden sich neue Türen öffnen und um diese wahrzunehmen, brauchen Sie einen kühlen Kopf.

Fazit – stellen Sie sich dem Problem

In welcher Phase auch immer Sie sich gerade befinden, jede einzelne ist mit negativen Gefühlen behaftet. Glück gibt es in dieser Zeit nicht. Das macht es so schwer, den Liebeskummer und die Trennung zu überwinden. Auch deshalb sollten Sie sich bemühen, die verschiedenen Phasen so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Erst dann ist die Neuorientierung möglich und es wird Ihnen von Tag zu Tag besser gehen. Machen Sie sich bewusst, was schiefgelaufen ist, damit Ihnen die möglicherweise gemachten Fehler nicht noch einmal widerfahren.

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