Umgang mit Machos – Ein Ratgeber für Frauen

machoGlücklicherweise sind nicht alle Männer gleich. Wie sie sind und was sie sein wollen, hängt von vielen Faktoren, aber vor allem von ihrem Charakter ab und ihrem Selbstwertgefühl. Das Selbstwertgefühl ist nicht angeboren. Es ist die Folge der Erziehung und der Lebensumstände. Das gilt auch für Machos.

Das Wort Macho stammt aus dem Spanischen und bedeutet „männlich“. Im deutschen Sprachgebrauch verstehen wir darunter einen Mann, der die typischen männlichen Eigenschaften besonders deutlich nach aussen trägt. Dieses Imponiergehabe kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Manche Männer mit Macho-Eigenschaften laufen vor allem in der Begleitung von Männern zu Hochform auf, wenn interessante Frauen mindestens in Hörweite sind. Es ist nicht zu übersehen, dass ein Macho als besonders stark, selbstbewusst und überlegen wahrgenommen werden möchte. Zumeist ist er auch recht eitel. Er achtet auf sein Äusseres, investiert viel in seine Kleidung und die Frisur, und bevor er ein älteres oder verbeultes Auto fährt, geht er lieber zu Fuss. Wenn Sie einen solchen Mann kennen, meinen Sie die Bezeichnung Macho mit Sicherheit nicht als Kompliment. Trotzdem können Machos auf Frauen eine grosse Faszination ausüben.

Übertriebene Männlichkeit stösst ab und zieht an

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Frauen von machohaftem Verhalten angezogen fühlen. Wenn Ihnen das so geht, sollten Sie sich besonders mit dem Phänomen Macho befassen, damit Sie nicht auf den falschen Mann hereinfallen. Falls Sie einen Macho kennen gelernt haben, der Sie interessiert, überlegen Sie sich, welche Verhaltensweisen Sie grundsätzlich an Männern gut finden. Mögen Sie Männer die Stärke zeigen und die in der Lage sind, auch schwierige Konflikte mit Gelassenheit zu bewältigen? Wünschen Sie sich einen Mann, der Ihnen eine starke Schulter bietet und sich im Alltag schützend vor Sie stellt, Ihnen aber auch Last abnimmt? Stört es Sie nicht, wenn sich der Mann an Ihrer Seite auch gegen Sie durchsetzt. Anders ausgedrückt: Sind Sie bereit, zurückzustecken? Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten, entsprechen Sie dem klassischen Beuteschema eines Machos. Und wenn Sie nicht an den extremen Macho geraten, kann Ihre Beziehung sogar funktionieren.

Vielleicht sind Sie aber auch der Typ Frau, der einen Mann will, der mit Ihnen auf Augenhöhe agiert, der mit Ihrem Temperament und Ihrem gut entwickelten Selbstbewusstsein mithalten kann. Auch Sie sind für einen Macho spannend, aber diese Beziehung kann nicht funktionieren, denn Sie werden sich nicht unterordnen. Vielleicht geniessen Sie für kurze Zeit, dass jemand Ihnen im Alltag einiges abnimmt und Sie durch Stärke beeindruckt. Aber nach einiger Zeit werden Sie anfangen, sich gegenseitig zu bekämpfen, spätestens dann, wenn Sie eine Entscheidung Ihres Partners für falsch halten. Bedenken Sie, dass es Männer gibt, die gerne auch mal mehr Verantwortung übernehmen und trotzdem in der Lage sind, eine gleichberechtigte Beziehung zu führen. Ein Macho kann das nicht.

Wie wird ein Mann zum Macho

Es gibt Machos, die nach aussen das Bild des starken Kerls zeigen, aber einen weichen Kern haben und liebevolle und fürsorgliche Ehemänner und Väter sein können.

Wie der Mann ist, für den Sie sich interessieren, werden Sie herausfinden, wenn Sie ihn etwas besser kennenlernen. Problematisch sind die echten Machos. Untersuchungen haben gezeigt, dass dieser Typ Mann schon in jungen Jahren durch Bindungsunfähigkeit auffällt. Er ist untreu und entschuldigt sein Verhalten damit, dass er sich austoben muss. Daran ist nichts Heldenhaftes. Wer sich durch häufige Beziehungswechsel aus den normalen Anforderungen einer Beziehung befreit, lernt niemals, sich Konflikten zu stellen und sie zu bewältigen. Das bedeutet nicht, dass sich der Macho nicht verlieben kann. Aber er kann und will nicht zurückstecken.

Früher oder später merkt natürlich jede Frau, dass die „lockeren Sprüche“ nur Fassade sind und der ach so tolle Mann durchaus Probleme im Alltag hat. Entlarvt werden will er aber nicht. Dieser Macho weiss nicht, wie eine gleichberechtigte Beziehung funktioniert. Das kann auch daran liegen, dass er sie im eigenen Elternhaus nicht vorgelebt bekommen hat. Oftmals ist das Verhältnis der Eltern untereinander ebenfalls gestört. Die Mutter ist möglicherweise übermächtig, der Vater als Figur zur Identifikation und Selbstfindung kaum geeignet.

Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass ein übermächtiger Vater und eine unterdrückte Mutter Jungen zu gesundem Selbstbewusstsein erziehen. Im Gegenteil, nur sind die möglicherweise folgenden Störungen hier anders gelagert. Diese Entwicklung ist natürlich nicht zwingend. Kinder aus schwierigen sozialen Bindungen können sich auch gesund entwickeln. In unserem konkreten Fall gelingt es dem jungen Mann nicht, sich von der Mutter zu lösen. Ein gestörtes Verhältnis zu Frauen kann die Folge sein. Jede Frau, die er trifft und mit der er eine Beziehung beginnt, hat einen Vater, der im Leben des Machos mehr Raum einnimmt, als das bei normal entwickelten Menschen der Fall ist. Er behandelt deren Töchter wie Objekte, unterdrückt sie und lehnt sich damit gegen den Vater der Dame auf. All das sind Theorien und es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Mann Ihres Interesses Sie an seinen Kindheitserfahrungen teilhaben lassen will.

Übertriebene Männlichkeit – kann er sich ändern?

Wenn Sie einen Macho interessant finden, aber sein Verhalten abstellen wollen, haben Sie sich bestimmt schon überlegt, ob Sie sein Verhalten ändern können. Sie glauben möglicherweise, dass Ihre Gefühle ausreichen, dass er sich ändern will. Womöglich verspricht er Ihnen das auch, und wenn er es ernst meint, kann es durchaus sein, dass er das auch eine Zeit lang schafft. Sie schweben im siebten Himmel und er geniesst Ihre Bewunderung. Zumindest so lange, bis es zum grossen Knall kommt. Das wird beim nächstbesten Konflikt der Fall sein. Sie wollen einen schönen Film sehen, er den Horrorfilm. Was in einer normalen Beziehung irgendwie zu einer Einigung führt, wird Ihnen zeigen, was für einen Mann Sie da an Ihrer Seite haben. Sollte er nachgeben, müssen Sie damit rechnen, dass er aus dem Haus stürmt oder Ihnen bei der nächsten Gelegenheit eine Retourkutsche verpasst und schon haben Sie eine handfeste Beziehungskrise. Das gilt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für alle folgenden Auseinandersetzungen. Der Mann an Ihrer Seite hat nie gelernt, wie Beziehungen funktionieren. Er wird es kaum noch lernen.

Machos und Softies

Beide Begriffe sind nicht sehr schmeichelhaft. Der Softie gilt als sanftmütiger und unterlegener Mann. Auch ihn finden viele Frauen anziehend. Was der Macho zu viel hat, hat der Softie allerdings zu wenig. Er läuft Gefahr, ausgenutzt und unterdrückt zu werden. Er ist vor allem für Frauen interessant, die ihrerseits schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht haben. Aber auch hier droht eine Falle. Frauen, die eine Schwäche für starke Männer haben, wünschen sich einen starken Partner.

Fallen sie wiederholt auf den falschen Mann herein, kann das daran liegen, dass sie sich vom Imponiergehabe des Mannes so sehr blenden lassen, dass der neutrale Blick auf der Strecke bleibt. Für sie ist es dann sehr schwer, die positiven Eigenschaften eines weniger „lauten“ Mannes überhaupt zu erkennen. Entscheiden sie sich doch einmal für einen sogenannten Softie, werden sie vermutlich auch nicht glücklich, weil die Gefahr besteht, dass einer sich hinter dem anderen verstecken will, wenn Konflikte zu bewältigen sind. Die Lösung ist, an sich selbst zu arbeiten, Schwächen und Stärken anzunehmen und sich zunutze zu machen. Egal welche Charaktereigenschaften Mann oder Frau mitbringen, es drohen Probleme und unglückliche Beziehungen, wenn der Beziehungspartner stärkere Schwächen des anderen kompensieren soll.

Das Männerbild ist im Wandel

Männer erleben in unserer Gesellschaft einen Wandel, den Frauen vor einigen Jahrzehnten schon durchmachen mussten. Sie sollen Alleskönner sein. Das gibt aber nur die Allgemeinheit vor, in den seltenen Fällen erwartet das der eigene Partner. Wenn Sie Single sind und gerne eine Familie gründen möchten, dann haben Sie mit Sicherheit ein bestimmtes Männerbild vor Augen. Etwas Imponiergehabe darf es sein, schliesslich wollen Frauen auch erobert werden. Aber der Mann soll die Grenze des Albernen nicht überschreiten. Er soll gebildet sein, einen festen Arbeitsplatz vorweisen und sozial stabil im Leben stehen. Sie wünschen sich vermutlich aber auch einen Mann, der Kinder mag, fürsorglich ist, aber kein Problem damit hat, im Haushalt die Hälfte der Arbeit zu übernehmen. Er soll Sie in ihrer beruflichen Karriere unterstützen und die Kinder beaufsichtigen, wenn Sie länger arbeiten müssen.

Umgekehrt sind Sie bereit, die gleiche Leistung zu bringen. Für Sie ist das selbstverständlich, Männer kann diese Anforderung tatsächlich verunsichern, wenn es ihnen an Selbstbewusstsein mangelt. Auch so kann ein Mann zum Macho werden. Anstatt in Ruhe zu erklären, dass er dieses Leben so nicht führen will, wie sich die meisten Frauen das vorstellen, gewöhnt er sich an, seine vermeintliche Überlegenheit lautstark herauszuposaunen, schlimmstenfalls noch untermalt von frauenfeindlichen Sprüchen und grossspurigen Gesten. Lassen Sie sich von solchen Männern lieber nicht blenden. Analysieren Sie sich selbst und seien Sie kritisch bei der Partnerwahl.

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